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14. Juni 2009, 16:41 Uhr

Sieben Deutsche entführt

Ein Ehepaar mit ihren drei Kindern sind zusammen mit zwei Krankenschwestern im Jemen entführt worden. Unter den Verschleppten befinden sich dem Vernehmen nach auch ein Brite und eine Südkoreanerin.

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Jemenitische Soldaten patroullieren vor der amerikanischen Botschaft© Nasser Nasser/AP

Im Jemen sind sieben Deutsche zusammen mit einem Briten und einer Südkoreanerin entführt worden. Das Innenministerium berichtete, die Gruppe sei bereits am vergangenen Freitag in der nördlichen Provinz Amran von der schiitischen Rebellengruppe Abdulmalik al-Houthi verschleppt worden. Aus Rebellenkreisen hieß es jedoch, die Gruppe, die ihre Hochburg in der weiter nordwestlich gelegenen Provinz Saada hat, habe mit der Geiselnahme nichts zu tun. Nach Ansicht jemenitischer Beobachter wurden die Ausländer von bewaffneten Angehörigen eines Stammes verschleppt, der die Regierung damit erpressen will.

Hinweise auf politische Forderungen der Geiselnehmer oder auf den Aufenthaltsort der Entführten lagen zunächst nicht vor.

Unterdessen fasste die Polizei nach Angaben der jemenitischen Behörden einen der wichtigsten El-Kaida-Anführer des Landes. Es handle sich um den für die Finanzierung von Terroranschlägen im Jemen und im benachbarten Saudi-Arabien zuständigen El-Kaida-Führer Hassan Hussein bin Alwan, teilte das Verteidigungsministerium mit. Es beschrieb ihn als "einen der gefährlichsten El-Kaida-Terroristen". Aus Sicherheitskreisen verlautete, er sei 190 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Sanaa in der Wüstenprovinz Marib gefasst worden.

Bei den verschleppten Deutschen soll es sich um ein Ehepaar und deren drei Kinder sowie zwei Krankenschwestern handeln. Der Deutsche arbeitet im staatlichen Al-Jumhori Krankenhaus in Saada. Die Behörden würden alles unternehmen, um die Freilassung der Geiseln zu erreichen, sagte Innenminister Mutahar Raschad al-Masri. Die Entführung sei ein "feiges Verbrechen".

Ein Sprecher des Außenministeriums sagte in Berlin, es würden sieben deutsche Staatsangehörige vermisst. Ob es sich um eine Entführung handelt, könne er noch nicht sagen. Man habe einen Krisenstab eingerichtet und bemühe sich im Kontakt mit den jemenitischen Behörden um Aufklärung.

Ärzte und Mitarbeiter von Hilfsorganisationen sind derzeit die einzigen Ausländer, die Zugang zu der Provinz Saada haben, in der sich die Regierungstruppen seit 2004 immer wieder Gefechte mit den Houthi-Rebellen liefern. Dem Konflikt sind bereits Hunderte von Rebellen, Zivilisten und Soldaten zum Opfer gefallen. Tausende Bewohner der Provinz Saada flohen vor den Kämpfen.

Am vergangenen Donnerstag hatten Entführer auf der Straße von der Hauptstadt Sanaa nach Saada bereits einen Bus mit 22 Menschen in ihre Gewalt gebracht, unter ihnen 14 ausländische Mitarbeiter eines anderen Krankenhauses in Saada. Die 14 Ärzte und Pfleger aus Indien, Ägypten, dem Sudan und den Philippinen und ihre Familienangehörigen kamen am Freitag wieder frei. Die Bus-Entführer hatten zwei Stammesangehörige freipressen wollen, die dem Vernehmen nach inhaftiert worden waren, weil sie angeblich zu den Sympathisanten der Houthi-Rebellen gehörten.

Am Sonntag kam es in der südlichen Stadt Dhale nach Angaben von Augenzeugen zu Zusammenstößen zwischen den Sicherheitskräften und Angehörigen der südjemenitischen Separatistenbewegung, die für die Freilassung von Gesinnungsgenossen demonstrierten. Präsident Ali Abdullah Salih hielt sich am Sonntag zu einem Treffen mit Provinzbeamten in Dhale auf.

DPA
 
 
KOMMENTARE (3 von 3)
 
Wiebitte20081 (15.06.2009, 12:41 Uhr)
???
Und nun ???
Die ersten 3 Toten wurden gefunden.
Erklär das bitte mal,Du kennst dich ja aus
undueberhaupt (14.06.2009, 18:05 Uhr)
Wieder Zugeschlagen!
Die Entführungsindustrie im Jemen hat wieder zugeschlagen. Den Entführten wird nichts passieren. Dank Steinmeyer werden ein paar Hunderttausender € (Peanuts) auf die Konten der Rebellenführer in Saana gezahlt, die Gemüter beschwichtigt, und die Leute wieder freigelassen. Das Horn von Afrika gegenüber lässt grüssen. Solange gezahlt wird, ist alles bestens, und es wird gezahlt!
msjones777 (14.06.2009, 15:45 Uhr)
Wer sich in gefahr begibt, kommt darin um...
das ist ein alter Spruch, der auch heute noch volle Gültigkeit hat. Selbst wenn der "blöde" Vater unbedingt im Jemen arbeiten will - in Deutschland gibt es in diesem Bereich unbegrenztJobs, warum muss er seine Familie in ein "absolut gefährliches Land" zerren? Der Typ verdient es nicht gerrettet zu werden. Auf der anderen Seite, wird er ob seiner Blödheit gekillt, muss der deutsche Staat mit vielen Millionen (Jahre mal Kinder plus Ehefrau) für diese Dummheit aufkommen
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