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US-General will nicht Nato-Kommandeur werden

Die Nato muss sich einen neuen Kandidaten für das Amt des Oberbefehlshabers in Europa suchen. John Allen zieht seine Kandidatur zurück. Angeblich wegen der Krankheit seiner Frau.

  John Allen

John Allen

Trotz seiner Entlastung in der Petraeus-Affäre hat US-General John Allen, seine Kandidatur als neuer Oberbefehlshaber der Nato-Einsätze zurückgezogen. Präsident Barack Obama erklärte, er habe die Entscheidung nach einem Treffen mit Allen am Dienstag akzeptiert. Der General, der zuletzt die internationalen Truppen in Afghanistan führte, begründete seinen Schritt mit gesundheitlichen Problemen seiner Frau.

Allen werde in den Ruhestand gehen, teilte Obama mit. Der Präsident lobte den Vier-Sterne-General für dessen Leistungen am Hindukusch. Unter Allen seien das Terrornetzwerk Al-Kaida weiter geschwächt und der Aufbau der afghanischen Sicherheitskräfte vorangetrieben worden. Anfang Februar hatte der 59-Jährige in Kabul das Kommando an seinen Nachfolger Joseph Dunford übergeben. Allen sagte der "Washington Post", er wolle seiner Frau Kathy zur Seite stehen, die an einer Autoimmunerkrankung leidet. "Im Moment muss ich nur dafür sorgen, dass es ihr besser geht", sagte er. "Es ist an der Zeit, mich um meine Familie zu kümmern."

Das Weiße Haus hatte Allen eigentlich als Nachfolger von US-General James Stavridis an der Spitze des Nato-Hauptquartiers in Brüssel vorgesehen. Dann wurde Allen aber in den Skandal um David Petraeus verwickelt, der das US-Militär im November geschockt hatte. Der frühere General war wegen der außerehelichen Beziehung mit seiner Biografin Paula Broadwell als Direktor des US-Auslandsgeheimdienstes CIA zurückgetreten.

Es gab Gerüchte über möglichen Rücktritt

Die Affäre war ans Licht gekommen, nachdem Broadwell der Arztgattin Jill Kelley in anonymen E-Mails ein sexuelles Interesse an Petraeus vorgeworfen hatte. Die in Tampa im US-Bundesstaat Florida wohnende Kelley, eine Bekannte von Petraeus' Familie, schaltete wegen der Droh-Mails die Bundespolizei FBI ein. Die Ermittler stießen dann allerdings auch auf eine Vielzahl von E-Mails zwischen Kelley und Allen. Das Weiße Haus legte Allens Nominierung für den Spitzenposten bei der Nato daraufhin auf Eis.

Das Pentagon leitete Untersuchungen wegen "möglicherweise unangebrachter" Kontakte und möglicher Verstöße gegen den militärischen Verhaltenskodex ein. Allen wurde Ende Januar aber voll entlastet. Das Weiße Haus erklärte danach, das Verfahren zur Berufung des Generals nach Brüssel fortzusetzen.

In der vergangenen Woche hatten US-Medien aber bereits über einen Rückzug Allens spekuliert. Der General soll US-Verteidigungsminister Leon Panetta und Generalstabschef Martin Dempsey um Bedenkzeit gebeten haben. Offenbar habe Allen befürchtet, dass der Petraeus-Skandal bei seiner Bestätigungsanhörung im Senat erneut zum Thema werden könnte. Der General betonte in der "Washington Post" dagegen, dass seine Entscheidung nichts mit der Affäre zu tun habe.

anb/AFP/AFP

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