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29. April 2009, 15:41 Uhr

Armee erobert wichtige Stadt zurück

Pakistanische Soldaten haben am zweiten Tag ihrer Offensive gegen Taliban-Rebellen die Kontrolle in der wichtigsten Stadt des umkämpften Buner-Tal übernommen. Der Erfolg kann aber nicht verhindern, dass sich die USA um Pakistans Sicherheit sorgen - und vor allem um dessen Atomwaffen.

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Auf der Flucht: Während pakistanische Soldaten gegen die Taliban vorgehen, verlassen Zivilisten den umkämpften Distrikt Buner© Adil Khan/Reuters

Einen Tag nach Beginn der Offensive gegen die Taliban im nordpakistanischen Buner hat die Armee nach eigenen Angaben wieder die Hauptstadt des Distrikts eingenommen. Das Militär teilte mit, Sondereinsatzkräfte seien am Mittwoch von Hubschraubern in dem Ort Daggar und den umliegenden Gegenden abgesetzt worden. Sie hätten sich bereits mit den dortigen Polizisten und paramilitärischen Grenztruppen zusammengeschlossen.

Seit Beginn der Offensive am Dienstag sind nach Armee-Informationen mindestens 50 Aufständische und ein Angehöriger der Sicherheitskräfte getötet worden. Die Aufständischen leisteten den Truppen "starken Widerstand". Bewohner Daggars berichteten von Schüssen und Explosionen. Ein Armeesprecher sagte, am Dienstag hätten Aufständische 70 Polizisten und Angehörige der paramilitärischen Grenztruppen als Geiseln genommen, 18 der Paramilitärs seien aber wieder freigekommen. Die Taliban hätten weiterhin die Kontrolle über drei Polizeistationen.

In einer Woche sollen die Taliban vertrieben sein

Aus Sicherheitskreisen hieß es am Mittwoch, Hubschrauber und Kampfflugzeuge flögen Luftangriffe auf Stellungen der Aufständischen rund um Daggar. Dort hatten die Taliban Bunker gegraben. Bereits am Dienstag war im Distrikt Dir eine Offensive beendet worden, bei der nach Armeeangaben mindestens 70 Extremisten sowie zehn Angehörige der Sicherheitskräfte getötet wurden. Schätzungen des Militärs zufolge wird es rund eine Woche dauern, bis die rund 500 Extremisten aus dem Buner-Tal in der Nordwest-Provinz vertrieben sind.

Unterdessen bereiten die USA die militärische Sicherung der pakistanischen Atomwaffen vor. Nach einem Bericht des Pariser Wochenblatts "Canard enchaîné" stehen dafür ausgebildete Spezialeinheiten auf dem Stützpunkt Diego Garcia im Indischen Ozean in Alarmbereitschaft. U-Boote mit Marschflugkörpern lägen bereits unweit der pakistanischen Küste. Pakistan solle etwa 50 Atombomben besitzen.

"Wir erleben eine fortschreitende Talibanisierung Pakistans", erklärte ein Experte des französischen Militärgeheimdienstes DRM dem Blatt. Die Vorstellung einer Machtübernahme der Islamisten sei "nicht völlig absurd". Im Swat-Tal hätten die Taliban der al Kaida Zuflucht angeboten. Im Lande entstünden "Mikroemirate der Scharia", und die Streitkräfte sowie der Geheimdienst ISI seien von den Islamisten infiltriert.

Gipfeltreffen zwischen Pakistan, Afghanistan und den USA

Die Taliban und die pakistanische Regierung haben ein umstrittenes Friedensabkommen geschlossen, demzufolge in Malakand das islamische Rechtssystem, die Scharia, eingeführt wird. Im Gegenzug sollen die Taliban ihre Gewalt einstellen. Von ihrer Hochburg im Swat-Tal aus sickerten die Rebellen in Reaktion auf das Abkommen in die Distrikte Buner und Dir ein. Hunderte schwer bewaffnete Taliban hatten in Buner die Kontrolle übernommen. Der Distrikt liegt nur 100 Kilometer von Islamabad entfernt, der Hauptstadt der südasiatischen Atommacht. Die Taliban setzten die Friedensgespräche zur Umsetzung des Abkommens am Montag wegen der Offensive in Dir aus, betonten aber zugleich, der Vertrag bleibe in Kraft.

Präsident Asif Ali Zardari hatte dem Mitte Februar vermittelten Abkommen vor kurzem trotz massiver Kritik der USA zugestimmt. Wegen der bedrohlichen Entwicklung in Pakistan und in Afghanistan sollen Zardari und sein afghanischer Amtskollege Hamid Karsai in Kürze bei US-Präsident Barack Obama in Washington zu einem Gipfel zusammentreffen.

DPA/Reuters
 
 
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