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Auswärtiges Amt warnt vor Anschlägen in über 30 Ländern

Das Auswärtige Amt verschärft wegen des IS seine Reisewarnungen. Großbritannien beschließt Luftangriffe, in Deutschland wird ein Syrien-Rückkehrer festgenommen. Die Ereignisse des Tages im Rückblick.

  Flagge des Islamischen Staats (hier an einem IS-Fahrzeug in Mosul)

Flagge des Islamischen Staats (hier an einem IS-Fahrzeug in Mosul)

+++ 22.44 Uhr: Ranghohes IS-Mitglied getötet +++

Bei einem Luftangriff im Osten Syriens ist nach Angaben von Aktivisten ein ranghohes Mitglied des IS getötet worden. Ein Kampfjet der Koalition gegen die Dschihadisten habe demnach auf zwei Männer auf einem Motorrad geschossen, nachdem dieses ein IS-Hauptquartier verlassen hatte. Beide Männer seien getötet worden. Einer der beiden habe eine wichtige Funktion innerhalb des IS eingenommen.

+++ 21.32 Uhr: 15.000 Rebellen zum Kampf gegen IS benötigt +++

Nach Einschätzung der US-Armee ist im Kampf gegen den IS eine syrische Rebellentruppe von bis zu 15.000 Mann notwendig. Die Schätzungen reichten von 12.000 bis 15.000 Kämpfern, sagt US-Generalstabschef Martin Dempsey. Diese Truppenstärke sei nötig, um verlorenes Gebiet im Osten Syriens zurückzuerobern. Der Aufbau einer schlagkräftigen Rebellentruppe am Boden sei ein wichtiger Bestandteil des US-geführten Kampfes gegen die Extremisten.

Der US-Kongress hatte in der vergangenen Woche einem Plan von Präsident Barack Obama zugestimmt, der die Ausbildung und Bewaffnung von bis zu 5000 moderaten syrischen Rebellen im Kampf gegen IS vorsieht. Washington sei aber schon vorher klar gewesen, dass 5000 Kämpfer nicht genug seien, sagt Dempsey.

+++ 20.39 Uhr: Russland fordert Einbindung der syrischen Regierung +++

Der russische Außenminister Sergej Lawrow fordert die Einbindung der syrischen Regierung in den Kampf gegen den IS. Alle Beteiligten sollten "im selben Team" spielen, sagt er. "Die syrische Regierung von dem Kampf auszuschließen (...) verstößt nicht nur gegen internationales Recht, sondern untergräbt auch die Effizienz der Anstrengungen."  Russland sei nicht Teil einer von den USA angeführten Koalition gegen die IS, so Lawrow weiter. Russland kämpfe "beständig" gegen Terrorismus, nicht nur wenn "jemand eine Koalition ankündigt".

+++ 19.19 Uhr: Türkische Kurden durchbrechen Grenze zu Syrien +++

Hunderte türkische Kurden haben einen Grenzzaun zwischen der Türkei und Syrien niedergerissen, um in das Nachbarland zu gelangen. Sie passierten anschließend die Grenze im türkischen Mursitpinar, um sich dem Kampf gegen den IS im Norden Syriens anzuschließen. Die türkischen Grenzschützer ließen die Demonstranten gewähren. Die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) hatte die türkischen Kurden am Montag aufgerufen, gegen die Dschihadisten im Nachbarland zu kämpfen. Die türkische Regierung beobachtet dies mit Sorge, weil sie eine Stärkung der Rebellenbewegung befürchtet.

+++ 18.22 Uhr: Britisches Parlament beschließt Luftangriffe auf IS +++

Das britische Parlament stimmt für Luftangriffe auf IS-Stellungen im Irak. 524 Abgeordnete votieren dafür, nur 43 dagegen. Damit kann sich die Royal Air Force der US-geführten Militäraktion mit sofortiger Wirkung anschließen. Premierminister David Cameron hatte das Unterhaus zu einer Sondersitzung einberufen, um über eine Beteiligung des Vereinten Königreichs an den Luftangriffen auf IS-Stellungen im Irak abzustimmen. An den US-Luftschlägen beteiligen sich bereits Frankreich sowie mehrere arabische Staaten. Deutschland liefert militärische Ausrüstung an kurdische Sicherheitskräfte. Belgien und Niederlande schicken Kampfjets.

+++ 17.47 Uhr: Rotes Kreuz: Situation der Zivilisten verschlimmert sich +++

Das Internationale Rote Kreuz berichtet, dass die Luftschläge gegen Stellungen der IS-Milizen die Lage der Zivilisten in den Konfliktgebieten im Irak und in Syrien weiter verschlimmert habe. Die Organisation appelliert an alle Parteien, die Zivilbevölkerung und Hilfseinrichtungen zu verschonen.

+++ 17.12 Uhr: Türkei vor Kurswechsel im Kampf gegen IS +++

Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan hat einen Kurswechsel seines Landes im Kampf gegen den IS im Irak und in Syrien angekündigt. "Unsere Position hat sich nun geändert. Was folgt, ist etwas vollkommen anderes", sagt Erdogan auf dem Rückflug von der UN-Generaldebatte in New York. Ohne Details zu nennen, kündigt er an, das Parlament werde am 2. Oktober die "notwendigen Schritte" unternehmen. Die Türkei hatte sich beim internationalen Vorgehen gegen die radikalsunnitischen Milizionäre bislang zurückgehalten - auch, weil sich bis zum vergangenen Wochenende 49 türkische Bürger als Geiseln in der Hand des IS befunden haben.

+++ 16.50 Uhr: Französische Muslime prangern Barbarei des IS an +++

In Paris demonstrieren hunderte Muslime gegen die "Barbarei" des Islamischen Staats. "Wir, die Muslime Frankreichs, sagen Stopp dieser Barbarei", ruft der Präsident des Dachverbandes Französischer Rat des muslimischen Glaubens (CFCM), Dalil Boubakeur, vor hunderten Demonstranten. Der Protest vor der Großen Moschee von Paris ist zugleich eine Trauerbekundung für die in Algerien von Islamisten enthauptete französische Geisel Hervé Gourdel.

Boubakeur hebt hervor, dass der Islam "eine Religion des Friedens" sei, die zum Respekt vor dem Leben verpflichte. Einen Koran-Vers zitierend sagt er, einen Menschen zu töten sei, als wenn "die ganze Menschheit" getötet würde. Die Demonstration sei der Ausdruck des Willens der französischen Muslime zur nationalen Einheit und zum friedlichen Zusammenleben.

+++ 16.17 Uhr: Syrien-Rückkehrer im Ruhrgebiet festgenommen +++

Die Staatsschutzabteilung der Essener Polizei hat einen 21-jährigen Syrien-Rückkehrer aus Mülheim an der Ruhr festgenommen. Der Mann steht im Verdacht, staatsgefährdende Straftaten begangen zu haben, teilt die Essener Polizei und die Staatsanwaltschaft Düsseldorf mit. Gegen den Mann ist ein Haftbefehl erlassen worden. Er gibt demnach selber an, sich in Syrien bei der IS-Miliz aufgehalten zu haben. Nach Angaben der Ermittler ist der junge Mann der Essener Polizei bereits zu Jahresbeginn aufgefallen, als er mit einem Gebetsteppich zum Unterricht an einem Mülheimer Berufskolleg erschien ist. Damals soll er auch versucht haben, Mitschüler zu missionieren. Die zuständigen Behörden suspendierten den Schüler daraufhin vom Unterricht.

+++ 16.15 Uhr: IS stoppt offenbar Ölförderung +++

Der IS hat nach den gezielten Luftangriffen auf von ihm kontrollierte Raffinerien im Osten Syriens offenbar die Ölförderung eingestellt. Die Anlagen in der Provinz Deir Essor sind wegen der unsicheren Lage bis auf Weiteres gestoppt worden, sagen örtliche Aktivisten. Demnach wird in der gesamten Region nur noch ein Erdgasfeld bewirtschaftet, das sechs Provinzen mit Strom versorgt. Die sechs Ölfelder in Deir Essor sowie die Erdgasanlage Coneco befinden sich allesamt in den Händen der Extremisten. Bevor die USA mit arabischen Verbündeten die Raffinerien angriffen, hätten die Interessenten wegen der hohen Nachfrage teils vier Tage lang für Öl Schlange gestanden, berichtet ein Aktivist. Inzwischen gibt es aber "keine Kunden mehr", da Händler und andere Abnehmer die Ölfelder aus Angst vor weiteren Luftangriffen meiden würden.

+++ 15.47 Uhr: IS-Drohungen: Auswärtiges Amt verschärft Sicherheitshinweise +++

Nach den Drohungen des Islamischen Staats gegen westliche Länder warnt das Auswärtige Amt vor erhöhten Anschlags- und Entführungsrisiken im Ausland. Für zahlreiche afrikanische, arabische und asiatische Länder, in denen islamistische Terrorgruppen aktiv sind, hat das Amt einen "dringenden regionalen Sicherheitshinweis" veröffentlicht. Darin heißt es unter anderem, dass aufgrund der Drohungen westliche Ausländer auch im Ausland Ziel terroristischer Gewaltakte, von Entführungen und von kriminellen Übergriffen durch IS-Sympathisanten werden könnten.

Zu den Ländern, deren Sicherheitshinweise aktualisiert wurden, gehörten bis zum Abend mehr als drei Dutzend Länder im Nahen Osten, Afrika und Asien. Namentlich sind dies Afghanistan, Ägypten, Algerien, Bahrain, Bangladesch, Burkina Faso, Dschibuti, Indonesien, Israel, Irak, Iran, Jemen, Jordanien, Kamerun, Katar, Kenia, Kuwait, Libanon, Libyen, Malaysia, Mali, Marokko, Mauretanien, Niger, Nigeria, Oman, Pakistan, Philippinen, Saudi-Arabien, Senegal, Somalia, Sudan, Syrien, Thailand, Tschad, Tunesien, die Vereinigten Arabischen Emirate sowie die Palästinensischen Gebiete.

  Spanische und marokkanische Polizistien nehmen Mitglieder einer IS-Rekruitierungsgruppe in der Enklave Melilla fest

Spanische und marokkanische Polizistien nehmen Mitglieder einer IS-Rekruitierungsgruppe in der Enklave Melilla fest

+++ 14.48 Uhr: Festnahmen in Melilla und Nador +++

Die spanischen und marokkanischen Behörden feiern einen Coup: Polizeieinheiten beider Länder nehmen neun mutmaßliche islamistische Terroristen fest. Die Aktion sei am frühen Freitagmorgen in enger Zusammenarbeit in der spanischen Nordafrika-Exklave Melilla und auch in der 15 Kilometer entfernten nordostmarokkanischen Küstenstadt Nador durchgeführt worden,so das spanische Innenministerium in Madrid. Die Festgenommenen gehören den Angaben zufolge einer dem IS nahestehenden Organisation an, die nun zerschlagen sei. Die Gruppe hat angeblich auch Verbindungen zum Terrornetz al-Kaida gehabt. Sie habe junge Menschen für den Dschihad angeworben und sich zum Teil als militärische und ideologische Ausbilder betätigt.

+++ 14.25 Uhr: Kampf gegen IS kostet USA Milliarden +++

Das militärische Vorgehen der USA gegen IS könnte Washington nach Expertenmeinung jährlich einen zweistelligen Milliardenbetrag kosten. Der Einsatz könne mit bis zu 20 Milliarden Dollar (rund 16 Milliarden Euro) pro Jahr zu Buche schlagen, sagt der US-Haushaltsexperte Gordon Adams von der American University. Jim Haslik vom Forschungszentrum American Council erwartet nach eigenen Angaben ebenfalls Kosten in Höhe eines "zweistelligen Milliardenbetrags".

Das US-Verteidigungsministerium hatte die Ausgaben für die zunächst auf den Irak begrenzten Angriffe im August mit täglich 7,5 Millionen Dollar (rund 5,9 Millionen Euro) beziffert. Später räumten aber auch Pentagon-Vertreter ein, dass diese Schätzung eher niedrig angesetzt war.

Mit der Ausweitung des Einsatzes auf Syrien dürften nun ganz neue Dimensionen erreicht werden: Allein bei der ersten Welle von Luftangriffen auf syrisches Territorium feuerten die USA 47 Raketen vom Typ Tomahawk ab. Jede einzelne Rakete kostet etwa 1,5 Millionen Dollar. Der Einsatz der Hightech-Kampfjets F-22 Raptor schlägt mit jeweils 68.000 Dollar pro Flugstunde zu Buche.

+++ 14.13 Uhr: Peschmerga treffen zu Ausbildung in Deutschland ein +++

Die erste Gruppe kurdischer Peschmerga-Kämpfer trifft zur Ausbildung in Deutschland ein. Das teilt ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums in Berlin mit. Die Schulung der 32 irakischen Kurden soll demnach am Samstag im bayerischen Hammelburg beginnen und eine Woche bis zum 3. Oktober dauern.

Bei der Ausbildung geht es zunächst um die Einweisung in den Gebrauch der Panzerabwehrwaffe Milan, die den Kurden im Kampf gegen IS von Deutschland zur Verfügung gestellt wird. Im Oktober soll eine weitere Gruppe von Kurden dann laut Bundeswehr in der Handhabung von deutscher Feldküchen geschult werden, die ebenfalls in das irakische Kurdengebiet geliefert werden. Nach ihrer Rückkehr sollen die Peschmerga als Multiplikatoren jeweils ihr Wissen an andere Kämpfer weitergeben.

+++ 14.08 Uhr: Mehr als 160.000 in Türkei geflohen +++

Die Zahl der syrischen Flüchtlinge in der Türkei steigt weiter an. Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sagt, seit Beginn der Grenzöffnung eine Woche zuvor seien 160.335 Menschen aus der Region Ain Al-Arab (kurdisch: Kobane) in die Türkei geflohen. Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR hatte am Donnerstag noch von 144.000 Flüchtlingen gesprochen, die aus Angst vor IS in die Türkei gekommen seien.

+++ 13.26 Uhr: NRW-Minister: Türkei soll Dschihadisten-Ausreise stoppen +++

Der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger fordert wegen der Ausreise von Dschihadisten aus Deutschland in Kampfgebiete im Irak und in Syrien verstärkten Druck auf die Türkei. Die Türkei habe es zugelassen, dass sie zur Drehscheibe für die Ausreise von IS-Sympathisanten geworden sei, sagt Jäger.

"Da müssen wir außenpolitisch (...) härter und anders agieren, als das in der Vergangenheit getan worden ist", fügt er hinzu. "Da liegt der eigentliche Schlüssel." Die Türkei müsse von sich aus damit aufhören, den "Durchlass nach Syrien und Irak faktisch ungehindert zuzulassen", sagt der SPD-Politiker.

Gegenüber Forderungen aus der Union, Personalausweise zu markieren, zeigte sich Jäger zurückhaltend. Eine Gesetzesänderung beim Personalausweis könne ein Baustein sein, doch müsse man behutsam vorgehen. Eine solche Gesetzesänderung ziele zwar auf Extremisten, werde aber alle 80 Millionen Bundesbürger betreffen.

+++ 13.06 Uhr: Dänemark will Kampfflugzeuge in den Irak schicken +++

Dänemark will sich militärisch am Kampf gegen IS im Irak beteiligen. Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt sagt, Dänemark werde sieben F16-Kampflugzeuge zur Verfügung stellen. Außerdem sollen dänische Soldaten im Irak helfen, Iraker und Kurden zu beraten und für den Kampf auszubilden. Der Einsatz sei zunächst auf ein Jahr begrenzt.

In der nächsten Woche soll das dänische Parlament die Entsendung beschließen. Bislang hat das skandinavische Land ein Hercules-Flugzeug im Einsatz, mit dem Hilfsgüter und leichte Waffen transportiert werden können.

  Ein mutmaßlicher Dschihadist mit einer Flagge des Islamischen Staates

Ein mutmaßlicher Dschihadist mit einer Flagge des Islamischen Staates

+++ 11.33 Uhr: IS rückt auf Grenzstadt Kobani vor +++

Bei der IS-Offensive gegen die Kurden in Nordsyrien schlagen Zeugen zufolge zwei Granaten der Extremisten auf türkischem Gebiet ein. Die Geschosse gehen in einem Weingut nieder. Berichte über Verletzte oder Tote gibt es zunächst nicht.

IS-Kämpfer versuchen, die syrische Grenzstadt Kobani einzunehmen und damit von ihnen beherrschte Gebiete zu verbinden. Dabei erzielen sie Fortschritte: Offenbar eroberten sie einen Hügel in der Nähe von Kobani, den die Kurdenmiliz YPG für Angriffe genutzt hatte. Auf türkischer Seite ist Artillerie- und Maschinengewehrfeuer zu hören. "Wir haben Angst. Wir setzen uns ins Auto und fahren heute weg", sagt der Weingutbesitzer Hüseyin Türkmen.

+++ 10.40 Uhr: Britischer Minister: Keine Wahl bei Angriff auf IS +++

Großbritannien ist aus Sicht von Außenminister Philip Hammond gezwungen, sich an Luftschlägen gegen IS zu beteiligen. "Wir haben beim Angriff auf IS keine Wahl", sagt Hammond dem Sender Sky News.

"Es ist eine Bedrohung für Großbritanniens nationale Sicherheit, es ist eine Bedrohung für die Stabilität der Region." Am Abend sollte das britische Unterhaus darüber abstimmen, ob das Land sich an Luftangriffen im Irak beteiligt.

Eine Ausdehnung des Angriffe auf Syrien schließt Hammond nicht aus. In diesem Fall werde das Parlament aber erneut beraten. Über die mögliche Dauer des Einsatzes will der Außenminister nicht spekulieren. Verteidigungsminister Michael Fallon hatte gesagt, es könnten bis zu drei Jahre werden.

+++ 10.31 Uhr: Britische Polizei nimmt Terrorverdächtige auf Autobahn fest +++

Die britische Polizei nimmt zwei weitere Männer unter Terrorverdacht fest. Eine Spezialeinheit zur Terrorbekämpfung stoppte einen 33-Jährigen und einen 42-Jährigen auf der Autobahn M6 am frühen Freitagmorgen, wie Scotland Yard mitteilt. Der jüngere soll unter anderem Mitglied einer verbotenen Organisation sein, dem älteren Mann wird Beihilfe vorgeworfen. Im Rahmen einer Razzia gegen islamistischen Terrorismus waren am Vortag in London neun Männer festgenommen worden.

Es würden weitere Häuser durchsucht, heißt es in der Mitteilung. Unmittelbare Gefahr für die Öffentlichkeit bestehe nicht.

+++ 10.23 Uhr: Union fordert Strafrechtsverschärfungen +++

Während der Debatte um geplante Markierungen von Personalausweisen von Terrorverdächtigen, fordert die Union Strafrechtsverschärfungen. Der Innenausschuss-Vorsitzende Wolfgang Bosbach erinnert daran, dass 2002 die damalige rot-grüne Bundesregierung auf Drängen der Grünen die Sympathiewerbung für terroristische Vereinigungen straflos gestellt habe. Strafbar seien heute nur noch die aktive Unterstützung für terroristische Organisationen durch Mitgliederwerbung oder Spendenwerbung zur Unterstützung. "Deshalb plädiert die Union dafür, dass wir wieder zur alten Rechtslage zurückkehren und auch reine Sympathiewerbung für terroristische Organisationen unter Strafe zu stellen."

Auch der Unions-Innenexperte Stephan Mayer plädiert in der Zeitung für eine Änderung des Strafrechts, "da bisher die bloße Terrorismusausbildung nicht strafbar ist, wenn nicht gleichzeitig eine konkrete Anschlagsabsicht nachgewiesen werden kann". Hier müsse eine "Strafbarkeitslücke" geschlossen werden.

+++ 9.55 Uhr: Polizei nimmt mutmaßliche Dschihadisten in Spanien fest +++

Die spanische Regierung gibt die Festnahme von neun mutmaßlichen Mitgliedern einer Gruppe mit Verbindungen zur Dschihadistenorganisation Islamischer Staat bekannt. Die Gruppierung sei in der Exklave Melilla und der benachbarten marokkanischen Stadt Nador aktiv gewesen, teilt das Innenministerium in der Hauptstadt Madrid mit. Demnach erfolgten die Festnahmen in Zusammenarbeit zwischen der spanischen und marokkanischen Polizei. Zur Zeit und zum Ort der Festnahmen wurden keine Angaben gemacht.

Schätzungen zufolge kämpfen derzeit etwa 1500 bis 2000 marokkanische Dschihadisten im Verbund mit dem IS und anderen Gruppen in Syrien und im Irak. Die Regierung in Marokko fürchtet ebenso wie viele europäische Staaten, dass Rückkehrer in ihren Heimatländern Anschläge verüben könnten.

+++ 9.18 Uhr: Experte: 3000 Europäer als Islamisten im Kampf +++

Die Zahl der EU-Bürger, die in Syrien und im Irak aufseiten der militanten Islamisten kämpfen oder gekämpft haben, ist auf 3000 gestiegen. Dies sagt der Anti-Terror-Koordinator der EU, Gilles de Kerchove, dem britischen Rundfunk BBC. Anfang des Jahres sei man noch von 2000 europäischen Dschihadisten ausgegangen.

In der Zahl 3000 seien auch jene enthalten, die im Kampf getötet worden oder nach Europa zurückgekehrt seien, sagt De Kerchove. Nach seiner Einschätzung erhöhen Luftschläge der USA und deren Verbündeten die Gefahr von islamistischen Angriffen auf europäische Ziele. Außerdem könnten rivalisierende Terrorgruppen sich zu neuen Verbrechen veranlasst sehen: "Der Aufstieg der IS könnte Al-Kaida veranlassen, etwas zu unternehmen, um zu zeigen, dass sie nach wie vor von Bedeutung ist."

+++ 8.42 Uhr: IS inspiriert Extremisten in Südostasien +++

IS schlägt tausende Kilometer von Syrien und Irak entfernt Wellen: in muslimischen Ländern und Regionen in Südostasien wird ihre Fahne hochgehalten. In Indonesien, dem Land mit der größten muslimischen Bevölkerung der Welt, im muslimischen Malaysia und im muslimischen Süden der Philippinen haben die IS-Fanatiker inzwischen Anhänger.

"In Südostasien haben Extremisten schon ihre Loyalität mit IS beschworen", sagt Rommel Banlaoi, Direktor des philippinischen Instituts für Frieden-, Gewalt- und Terrorforschung. Darunter ist Abu Bakr Bashir, der inhaftierte spirituelle Führer der Terrorgruppe Jemaah Islamiyah (JI) in Indonesien. Die in Malaysia und auf den Philippinen aktive Terrororganisation Abu Sayyaf postete eine Unterstützer-Botschaft auf Youtube.

"Wir sympathisieren mit dem edlen Ziel der IS", sagt Ghazali Jaafar von der größten muslimischen Rebellenorganisation der Philippinen, MILF. "Aber wir lehnen die Kampfmethoden ab", etwa die Ermordung von Journalisten und Freiwilligen.

+++ 8.05 Uhr: USA setzen Angriffe auf IS-Ölanlagen fort +++

Die USA und ihre Verbündeten setzen offenbar ihre Luftangriffe auf Ölanlagen der Extremistenmiliz Islamischer Staat in Syrien fort. Im Osten des Landes seien Ölfelder in den Regionen Al-Tanak und Al-Kurija getroffen worden, erklärt die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Die Ziele liegen in der Provinz Deir al-Sor, die in weiten Teilen von den radikalen Islamisten beherrscht wird. Auch in der Provinz Hassaka sollen Ziele attackiert worden sein. Bereits in der Nacht zum Donnerstag hatten die USA und mehrere arabische Staaten kleinere Ölraffinerien des IS angegriffen. Mit den Einnahmen aus der Ölwirtschaft finanziere der IS seine Offensiven in Syrien und im Irak, heißt es zur Begründung. Experten gehen davon aus, dass der IS jeden Tag Einnahmen in Millionenhöhe aus dem Verkauf von Öl erzielt.

+++ 4.07 Uhr: Koalition erwägt Markierung von Personalausweisen +++

Die große Koalition erwägt, potenziellen Terrorkämpfern die Ausreise aus Deutschland durch die Kennzeichnung ihres Personalausweises zu erschweren. Wer über die Türkei nach Syrien und in den Irak ausreise, brauche dafür keinen Pass, ein Personalausweis genüge, sagt CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach der Tageszeitung "Die Welt". Deshalb wäre es sinnvoll, wenn die Behörden den Personalausweis potenzieller Terrorkämpfer zumindest mit einem sichtbaren Ausreise-Sperrvermerk versehen könnten.

Bosbach weist darauf hin, dass ein Pass nach geltender Rechtslage bereits entzogen werden kann, wenn der begründete Verdacht besteht, dass "jemand das Land verlassen will, um ausländische Terrorgruppen zu unterstützen". Im Personalausweisgesetz fehlten jedoch entsprechende Bestimmungen, kritisiert der CDU-Politiker.

+++ 4.59 Uhr: Briten entscheiden über Beteiligung an IS-Bombardement +++

Das Parlament in London berät am Freitag über eine Beteiligung der britischen Luftwaffe an den Luftangriffen auf Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat im Irak. Es wird erwartet, dass sich eine breite Mehrheit der aus der Sommerpause gerufenen Abgeordneten hinter die Pläne von Premierminister David Cameron stellt. Bislang lieferten die Briten Waffen; Deutschland tut es ihnen nun gleich: Mit Verzögerung trafen Bundeswehr-Waffen und -Ausbilder im Nordirak ein.

+++ 2.32 Uhr: Steinmeier lobt Rolle des Iran im Kampf gegen IS-Miliz +++

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier lobt die Rolle des Iran im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat. Er begrüße, dass der Iran "eine Position einnimmt gegen die Erstarkung von islamistischen terroristischen Gruppierungen", sagt Steinmeier nach einem Treffen mit dem iranischen Präsidenten Hassan Ruhani am Rande der UN-Generaldebatte in New York.

Zudem würdigt er den Beitrag Teherans für die Bildung einer neuen Regierung im Irak, die sich der Einbindung aller Bevölkerungsgruppen verschrieben habe.

car/mka/dho/AFP/DPA/Reuters/DPA/Reuters
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