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IS lässt 70 in Syrien entführte Kinder frei

Die Terrormiliz IS ist auf eine türkische Enklave in Syrien vorgerrückt. Gleichzeitig ließen die Dschihadisten 70 verschleppte Kinder frei. Die Ereignisse im Überblick.

  Ein Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat präsentiert die Flagge in einem Propagandavideo

Ein Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat präsentiert die Flagge in einem Propagandavideo

+++ 22:52 Uhr: IS kontrolliert über 300 Dörfer rund um Kobane +++

Der Islamische Staat hat seit ihrem Vormarsch auf die Kurdenenklave Kobane über 300 Dörfer im Umland unter ihre Kontrolle gebracht. Insgesamt seien 325 Ortschaften innerhalb der letzten beiden Wochen von der Miliz eingenommen worden, berichtet die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Zu Beginn der Angriffe auf die nordsyrische Region um Kobane war die oppositionsnahe Beobachtergruppe zunächst von rund 60 Dörfern ausgegangen.

+++ 19.48 Uhr: IS lässt 70 entführte Kinder frei +++

Die IS lässt über 70 in Syrien entführte Schüler nach mehr als vier Monaten frei. Bei den Schülern handele es sich vor allem um 13 bis 15 Jahre alte syrische Kurden aus der Region um das umkämpfte Ain al-Arab, sagt die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die Kinder gehören zu insgesamt 150 Schülern, die die IS-Kämpfer Ende Mai nahe der nordsyrischen Stadt Manbidsch entführt hatten. Warum die Extremisten einen Teil der entführten Schüler freiließen, ist nicht bekannt. Einige der Geiseln seien bereits früher freigelassen worden, rund 30 befänden sich jedoch noch in Gewalt der Extremisten. Dabei soll es sich um Kinder von Angehörigen der Partei der Demokratischen Union handeln, einer syrisch-kurdischen Partei, die sich gegen den Vormarsch der IS-Miliz wehrt.

+++ 18.59 Uhr: Britische Kampfjets bombadieren IS-Stellungen +++

Kampfjets der britischen Luftwaffe haben erstmals Ziele des Islamischen Staates im Irak bombardiert. Bei dem Einsatz seien ein Artilleriegeschütz und ein mit Waffen ausgerüstetes Fahrzeug der Extremisten zerstört worden, teilte Verteidigungsminister Michael Fallon am Dienstag im Kurzbotschaftendienst Twitter mit.

+++ 18.48 Uhr: Ehefrau von britischer IS-Geisel wendet sich an Entführer +++

Die Ehefrau des von IS-Terroristen gefangen gehaltenen Briten Alan Henning hat sich erneut mit einer Bitte um die Freilassung ihres Mannes an die Entführer gewandt. "Ich habe den Islamischen Staat gebeten, ihn freizulassen. Wir brauchen ihn zu Hause", sagte Barbara Henning dem Sender Sky News. Die Familie sei "furchtbar beunruhigt". Der 47 Jahre alte Taxifahrer aus Manchester ist seit Dezember 2013 in der Gewalt seiner Entführer. Er hatte sich einem Hilfskonvoi für syrische Flüchtlinge angeschlossen. Die IS-Terroristen hatten ihn in dem Video als mögliches neues Opfer zur Schau gestellt, das auch die Ermordung des Briten David Haines zeigt. Barbara Henning hatte sich bereits vor Wochen an die Entführer gewandt und darauf hingewiesen, dass ein nach den islamischen Gesetzen urteilendes Scharia-Gericht ihren Mann für unschuldig befunden habe. Er habe lediglich helfen wollen.

+++ 17.18 Uhr: Nato: Türkei hat nicht um Hilfe gebeten +++

Die Türkei hat die Nato nach Angaben des Militärbündnisses bisher nicht um Hilfe wegen des Vorrückens der IS im syrisch-türkischen Grenzgebiet gebeten. Es habe keine spezifische Anfrage des Bündnispartners Türkei für weitere Konsultationen gegeben, teilte ein Nato-Sprecher mit. Der Nato-Rat führe aber regelmäßig Gespräche über die Situation an der Südostgrenze der Allianz. Laut Artikel 5 der Nato-Verträge wären die anderen Nato-Staaten zum militärischen Beistand verpflichtet, wenn ein Mitglied angegriffen wird.

+++ 16.05 Uhr: Kurdenpolitiker warnt vor Fall von Kobane +++

Der türkische Oppositionspolitiker Selahattin Demirtas warnt vor dem Fall von Kobane an die IS-Kämpfer. Die Kurden dort dürften nicht alleine gelassen werden, sagt der Ko-Vorsitzende der pro-kurdischen Partei HDP im türkischen Grenzort Suruc vor Journalisten. Demirtas hatte die Grenzstadt zuvor besucht. Die Stadt ist von drei Seiten von IS-Kämpfern eingeschlossen. Die Menschen in Kobane leisteten mit geringen Mitteln Widerstand gegen die hochgerüsteten Angreifer, so Demirtas.

+++ 15.30 Uhr: IS nur noch zwei Kilometer von Kobane entfernt +++

Die IS-Kämpfer sollen nur noch zwei Kilometer von Kobane entfernt sein. Das berichtet die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Zwischen den Stellungen der beiden Seiten liege nur noch ein freies Feld. "Die Kämpfer können sich sehen", sagt der Leiter der Menschenrechtsbeobachter, Rami Abdel Rahman. Der IS versucht seit Tagen, Kobane einzunehmen.

+++ 14.55 Uhr: Kurdern erobern zehn Dörfer zurück +++

Bei der neuen Offensive gegen die Terrormiliz Islamischer Staat erobern kurdische Einheiten zehn Dörfer im Norden des Iraks zurück. Die Orte liegen an der Grenze zu Syrien nordwestlich der IS-Hochburg Mossul, wie es aus den Reihen der kurdischen Peschmerga heißt. Nach Angaben der kurdischen Nachrichtenseite Rudaw nehmen die Peschmerga auch den Grenzort Rabia ein. Die IS-Kämpfer seien Richtung Syrien abgezogen.

+++ 14.52 Uhr: Deutsche Kurden fordern Unterstützung gegen IS +++

Die Föderation der Kurdischen Vereine in Deutschland, Nav-Dem, fordert in Berlin Unterstützung für die Menschen im nordsyrischen Ain al-Arab, das die Kurden Kobane nennen. Die internationale Gemeinschaft müsse die vorwiegend kurdischen Einwohner von Kobane gegen IS unterstützen, sagt der Co-Vorsitzende des Nav-Dem, Yuksel Koc, zum Auftakt einer Aktionswoche, die auf die Lage der Menschen in der Region aufmerksam machen soll.

Geplant sind bis Samstag Kundgebungen und Demonstrationen, zudem treten die Aktivisten in einen Hungerstreik. In der Region um Kobane könne es jederzeit zu einem Massaker kommen. Hunderttausende Menschen wären in akuter Gefahr, sagt Koc. Sie brauchten Unterstützung auf allen Ebenen. "Kobane braucht Waffen, um die Zivilbevölkerung zu schützen." Außerdem müsse der Druck auf die Staaten, die den IS unterstützen, erhöht werden. Dazu zählt nach Einschätzung von Nav-Dem auch die Türkei.

+++ 12.06 Uhr: IS-Unterstützer in Australien festgenommen +++

Nach einer erneuten Anti-Terror-Razzia in Australien wird ein Mann verhaftet und wegen finanzieller Unterstützung der IS angeklagt. Mehr als 100 Beamte hatten im Morgengrauen sieben verschiedene Häuser und Wohnungen in der Umgebung von Melbourne gestürmt und einen 23-Jährigen festgenommen.

Nach Angaben der Polizei hatte er umgerechnet mehr als 8000 Euro gesammelt, um einen amerikanischen Extremisten zu unterstützen, der für die IS in Syrien kämpft. Es soll aber keine Gefahr für die Öffentlichkeit bestanden haben. Mitte September hatte Australiens Polizei bei einem groß angelegten Anti-Terror-Einsatz nach eigenen Angaben geplante Anschläge von IS-Sympathisanten vereitelt.

+++ 11.39 Uhr: Terrormiliz umstellt türkische Wachsoldaten +++

Die IS-Extremisten umstellen nach einem Medienbericht ein von türkischen Soldaten bewachtes Mausoleum in Syrien. Die regierungsnahe Zeitung "Yeni Safak" berichtet unter Berufung auf arabische Stammesführer, rund 1100 IS-Kämpfer hätten die 36 türkischen Soldaten am Vorabend eingekesselt. Die Terrormiliz kontrolliere außerdem den wichtigsten Zugangsweg zum Grab, das rund 30 Kilometer südlich der umkämpften syrischen Stadt Kobane (arabisch: Ain Al-Arab) liegt.

Das Mausoleum von Süleyman Shah, dem Großvater des ersten osmanischen Sultans, liegt innerhalb Syriens auf einem exterritorialen Stück Land, das zur Türkei gehört. IS hatte im Juni das türkische Konsulat im nordirakischen Mossul gestürmt und 49 Menschen als Geiseln genommen. Die Geiseln waren nach mehr als 100 Tagen Gefangenschaft freigekommen.

IS hatte bereits im März gefordert, dass die Türkei ihre Soldaten vom Mausoleum abzieht. Die Regierung in Ankara lehnte das ab und warnte, ein Angriff auf das Gelände werde als Angriff auf die Türkei gewertet.

+++ 11.19 Uhr: IS nur noch fünf Kilometer von Kobane entfernt +++

Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilt, befinden sich die IS-Dschihadisten weniger als fünf Kilometer von der Stadt Kobane entfernt. Am Montag feuerten sie demnach etwa 20 Raketen auf das Zentrum der Grenzstadt, die drei Menschen töteten.

+++ 10.41 Uhr: Türkei zieht Truppen an Syrien-Grenze zusammen +++

Die Türkei zieht angesichts des IS-Vormarschs auf Kobane Truppen auf ihrer Seite der Grenze zusammen. Die Streitkräfte hätten 35 Panzer in der Region aufgefahren, berichtet die regierungsnahe Zeitung "Sabah". Die Panzer hätten 400 Meter von der Grenze entfernt Stellung bezogen und ihre Kanonen auf Syrien gerichtet. Die Zeitung "Hürriyet" berichtet, Armeechef Necdet Özel warte nun mit den nächsten Schritten auf Resolutionen des Parlaments.

Das Parlament in Ankara will am Donnerstag über Resolutionen entscheiden, mit denen die Regierung ermächtigt wird, militärisch gegen Terroristen in Syrien und im Irak vorzugehen.

"Sabah" berichtet, 10.000 türkische Soldaten stünden dafür nach Verabschiedung der Resolutionen bereit, weitere 5000 Soldaten würden in Reserve gehalten. Die Zone solle sich 20 bis 30 Kilometer nach Syrien hinein erstrecken und Kobane (arabisch: Ain Al-Arab) umfassen.

+++ 10.07 Uhr: Kurden erobern vier Dörfer von IS zurück +++

Kurdische Einheiten erobern bei ihren Angriffen auf den Islamischen Staat vier Dörfer zurück. Zwei Orte lägen an der Grenze zu Syrien nordwestlich der IS-Hochburg Mossul, berichtet die irakische Nachrichtenseite Al-Sumaria unter Berufung auf einen kurdischen Offiziellen. Zwei weitere Orte konnten demnach südlich der Stadt Kirkuk eingenommen werden.

+++ 9.43 Uhr: Koalition greift IS-Stellungen nahe Kobane an +++

Die USA und ihre arabischen Verbündeten bombardieren erneut Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat in Nordsyrien. Das von den USA geführte Bündnis habe dabei zwei Dörfer westlich und östlich der vom IS eingekreisten Stadt Kobane (Arabisch: Ain al-Arab) angegriffen, teilt die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Informationen über Opfer liegen zunächst nicht vor.

Bei den Luftangriffen im Norden Syriens am Montag seien 13 IS-Kämpfer getötet worden, erklären die Menschenrechtler weiter.

  Kurdische Peschmerga-Kämpfer haben Angriffe auf den Islamischen Staat begonnen

Kurdische Peschmerga-Kämpfer haben Angriffe auf den Islamischen Staat begonnen

+++ 8.55 Uhr: Offensive gegen IS an drei Fronten im Irak +++

Kurdische Truppen beginnen nach eigenen Angaben eine Offensive gegen IS im Nordirak. Im Morgengrauen seien Kämpfer an drei Fronten vorgerückt, sagen mehrere Vertreter der Peschmerga-Miliz. Ins Visier genommen werden demnach IS-Stellungen nördlich der Islamistenhochburg Mossul, in einer Stadt an der Grenze zu Syrien sowie südlich der für das Ölgeschäft strategisch wichtigen Stadt Kirkuk.

+++ 8.50 Uhr: US-Plakatkampagne darf Bild von IS-Opfer Foley nicht nutzen +++

Das Gesicht des von Islamisten ermordeten US-Reporters James Foley wird nach einer Beschwerde seiner Familie nicht länger für eine gegen Muslime gerichtete Plakatkampagne in New York instrumentalisiert. Die konservative American Freedom Defense Initiative hatte ihre Kampagne mit einem Bild Foleys im orangenen Anzug illustriert, das die kniende Geisel nur Momente vor ihrer Enthauptung durch einen Dschihadisten zeigt. Die Familie des Ermordeten hatte dies als antiislamische Stimmungsmache kritisiert.

+++ 7.08 Uhr: Terrormiliz veröffentlicht neues Propagandavideo +++

IS veröffentlicht im Internet ein weiteres Propagandavideo mit einem als Geisel festgehaltenen britischen Fotojournalisten. Wie britische Medien berichten, lassen die Entführer ihre Geisel die Strategie von US-Präsident Barack Obama im Kampf gegen die Extremisten kritisieren, unter anderem die Luftangriffe im Irak.

Darüber hinaus lassen die Entführer den 43-Jährigen erklären, dass die Freie Syrische Armee (FSA) "undiszipliniert, korrupt und weitgehend ineffektiv" sei. Die US-Regierung will Mitglieder der Rebellenarmee für den Kampf gegen die Terrormiliz ausbilden.

+++ 6.38 Uhr: Ex-Geheimdienstler: Obama sucht Sündenbock +++

Abgeordnete, Insider und ehemalige Mitarbeiter nehmen die US-Geheimdienste vor dem Vorwurf von Präsident Barack Obama in Schutz, das Erstarken der Extremistenmiliz IS nicht vorhergesagt zu haben. "Das war kein Versagen des Geheimdienstes, sondern ein Versagen der politischen Führung, sich dieser Bedrohung zu stellen", erklärt der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im Repräsentantenhaus, Mike Rogers. Die Dienste hätten mehr als ein Jahr lang ausdrücklich vor einem Übergriff der Islamisten in Syrien auf den Irak gewarnt, sagt der Republikaner. Der Ausschuss habe Obama bereits 2013 formell aufgefordert, etwas gegen diese Bedrohung zu unternehmen.

+++ 0.38 Uhr: "Kulturelle Säuberung" in IS-Gebieten +++

Die Unesco prangert die Zerstörung von Kulturgütern in den von der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat kontrollierten Gebieten im Irak an. Die Chefin der UN-Organisation, Irina Bokowa, spricht bei einem Expertentreffen in Paris von einer "kulturellen Säuberung" durch die Islamisten. Die Extremisten hätten Schreine, Kirchen und wertvolle Manuskripte in Mossul, Tikrit und anderen Städten und Regionen zerstört.

Der IS vertritt eine radikal-sunnitische Islamauslegung. Die Verehrung von Monumenten wie Schreinen ist nach der Auffassung der Extremisten Götzendienst, ihre Zerstörung aus Sicht der Dschihadisten daher legitim. Im Juli sprengten IS-Kämpfer in Mossul den Schrein Nabi Junus, der von Muslimen und Christen als Grab des Propheten Jonah verehrt wurde.

+++ 0.22 Uhr: Mehr als 200 Dschihadisten in Syrien getötet +++

Seit dem Beginn der US-geführten Offensive gegen die Dschihadistengruppe Islamischer Staat in Syrien vor einer Woche sind nach Angaben von Aktivisten bereits mehr als 200 Extremisten getötet worden. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte beziffert die Zahl der getöteten IS-Kämpfer in dem Bürgerkriegsland mit 211. Zudem seien bislang 22 Zivilisten getötet worden.

Den Angaben zufolge starben die Extremisten bei Angriffen der USA und ihrer Verbündeten in den Provinzen Aleppo, Deir Essor, Idlib, Hassaka und Raka. Die meisten von ihnen seien IS-Kämpfer gewesen, etwa 60 hätten der mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbündeten radikalislamischen Al-Nusra-Front angehört. Die Beobachtungsstelle bezieht ihre Informationen aus einem Netz von Aktivisten in Syrien. Die Angaben sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen.

nck/kis/mka/DPA/AFP/Reuters/DPA/Reuters
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