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Wut über Mohammed-Karikatur schlägt in Gewalt um

Terrorverdächtige werden in Wolfsburg und Berlin festgenommen. In der arabischen Welt schlägt die Wut auf "Charlie Hebdo" derweil in Gewalt um. Die Ereignisse des Tages in der stern-Chronik.

  In Niger starben bei Protesten gegen die Karikatren der jüngsten Ausgabe von "Charlie Hebdo" mindestens vier Menschen - 45 wurden verletzt

In Niger starben bei Protesten gegen die Karikatren der jüngsten Ausgabe von "Charlie Hebdo" mindestens vier Menschen - 45 wurden verletzt

In mehreren europäischen Städten gab es in der vergangenen Nacht Razzien. In Berlin wurden zwei türkische Männer verhaftet. Auch in Paris haben Ermittler acht Verdächtige festgenommen. Sie sollen die Anschläge auf "Charlie Hebdo" und einen jüdischen Supermarkt mitorganisiert haben.

In der arabischen Welt kam es aus Wut auf die jüngste Ausgabe des Satiremagazins derweil zu weiteren Ausschreitungen - insgesamt wurden dabei mindestens vier Menschen getötet und vier verletzt.

Lesen Sie die Ereignisse des Tages in der stern-Chronik nach:

+++ 23.44 Uhr: Marokkaner in Frankreich mit 17 Messerstichen getötet +++

Ein offenbar geistesgestörter Mann tätet nahe dem französischen Avignon einen Marokkaner mit insgesamt 17 Messerstichen getötet. Wie eine Gruppierung gegen Islamophobie mitteilt, rief der 28-Jährige dabei: "Ich bin Dein Gott, ich bin Dein Islam". Die Aktivisten verurteilen die Tat als "fürchterlichen islamfeindlichen Angriff".

Der Angreifer wurde offiziellen ANgaben zufolge festgenommen und in eine psychiatrische Einrichtung gebracht. Die Behörden teilten mit, "der islamfeindliche Aspekt" der Tat werde untersucht. Seit dem Anschlag auf "Charlie Hebdo" gab es in Frankreich bereits mehrere Angriffe auf muslimische Einrichtungen.

+++ 22.22 Uhr: Neue "Charlie Hebdo"-Ausgabe wird in Deutschland verkauft +++

Die erste Ausgabe von "Charlie Hebdo" nach den Terroranschlägen ist morgen auch in Deutschland erhältlich. Nach dem riesigen Ansturm auf die Hefte in Frankreich sind für deutsche Großstädte allerdings nur sehr begrenzte Stückzahlen im Angebot; die Rede ist von 5000 Heften. Der Verkauf soll in den frühen Morgenstunden in Bahnhofsbuchhandlungen und Läden auf Flughäfen sowie in Innenstädten beginnen.

+++ 22.08 Uhr: Wut über Mohammed-Karikatur schlägt in arabischer Welt in Gewalt um +++

Die Wut über die Mohammed-Karikatur in der jüngsten "Charlie Hebdo"-Ausgabe schlägt vielerorts in Gewalt um. In Zinder in Niger steckten Muslime neben einem französischen Kulturzentrum auch drei Kirchen, mehrere Bars und Parteibüro in Zinder in Brand - insgesamt sind mindestens vier Menschen getötet und 45 verletzt wurden.

Verletzte gab es auch in Pakistan, als Gläubige auf das französische Konsulat in Karachi stürmten. In Dakar und Mauretanien wurden französische Flaggen verbrannt.

+++ 21.02 Uhr: Mindestens vier Tote bei Protesten in Niger +++

Bei den Protesten gegen die Mohammed-Karikatur der jüngsten "Charlie Hebdo"-Ausgabe werden in Niger mindestens vier Menschen getötet. Mindestens 45 weitere Menschen seien in Zinder, der zweitgrößten Stadt des Landes, verletzt worden, wie das Innenministerium mitteilt.

+++ 20.01 Uhr: "Charlie"-Protestler zünden französisches Kulturinstitut im Niger an +++

Im zentralafrikanischen Niger zünden Muslime aus Protest gegen "Charlie Hebdo" ein französisches Kulturzentrum an. Hunderte Menschen seien nach dem Freitagsgebet vor das Kulturzentrum in der Stadt Zinder gezogen und hätten das Gebäude in Brand gesteckt, berichtet der Journalist Birahim Ousmane am Telefon aus der zweitgrößten Stadt des Landes. Auch nahe gelegene Häuser seien niedergebrannt, drei Kirchen - eine katholische und zwei protestantische - geplündert worden.

Bei den Krawallen sei ein Polizist ums Leben gekommen, mehrere Protestierer seien verletzt worden, so der Journalist. Die wütende Menge habe auch Autoreifen in Brand gesetzt. Die Polizei setzte den Berichten zufolge Tränengas ein.

+++ 19.32 Uhr: Obama und Cameron beschwören Kampf gegen Terrorismus +++

US-Präsident Barack Obama und der britische Premierminister David Cameron demonstrieren bei einem Treffen im Weißen Haus ihre Entschlossenheit im Kampf gegen islamistische Bedrohungen. Nach den Anschlägen in Paris und dem Anti-Terror-Einsatz der belgischen Polizei stehe sein Land "unmissverständlich" an der Seite "unserer Partner, die es mit dieser Plage zu tun haben", sagt Obama. Cameron erklärt, die Welt sei "von diesem Terrorismus angewidert".

+++ 19.29 Uhr: Großes Interesse an neuer "Charlie Hebdo"-Ausgabe in London +++

Zwei Tage nach dem Erscheinen in Frankreich ist die neue Ausgabe der französischen Satirezeitung "Charlie Hebdo" auch in Großbritannien in den Verkauf gegangen. Dort zeigen Kunden großes Interesse an der Zeitschrift. Bereits vor der Eröffnung standen vor zwei französischen Buchhandlungen im Londoner Stadtteil South Kensington standen rund 200 Menschen Schlange, um eine Ausgabe zu ergattern. In die Buchhandlung "La Page", die 360 Zeitungen zu verkaufen hatte, wurden die Käufer später nur in kleinen Gruppen hineingelassen.

+++ 18.54 Uhr: Nach Razzia in Belgien Ermittlungen gegen fünf Terrorverdächtige +++

Einen Tag nach dem Antiterroreinsatz der belgischen Polizei werden Ermittlungen gegen fünf Verdächtige eingeleitet. Ihnen werde "Beteiligung an Aktionen einer Terrorgruppe" vorgeworfen, sagt ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft. Drei der Verdächtigen wurden in Untersuchungshaft gesteckt, zwei weitere wurden unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt.

Die Sicherheitskräfte hatten gestern bei landesweiten Razzien eine "Terrorzelle" ausgehoben, die nach Angaben der Staatsanwaltschaft kurz vor Anschlägen auf Polizisten stand.

+++ 17.53 Uhr: Belgische Terrorverdächtige wollten nach Italien +++

Die zwei Belgier, die in Südostfrankreich im Zusammenhang mit dem Antiterror-Einsatz in ihrem Heimatland festgenommen worden waren, wollten nach Italien flüchten. "Sie wollten die Grenze genau in dem Moment überqueren, in dem die Grenzbeamten den Steckbrief aus Belgien erhielten", heißt es aus französischen Polizeikreisen. Die beiden Männer "wollten nach Italien". Bis die beiden Männer an Belgien ausgeliefert werden, kann es noch einige Wochen dauern.

In Belgien waren bei Razzien am Donnerstagabend 13 verdächtige Islamisten festgenommen worden, die Anschläge gegen die Polizei in Belgien geplant haben sollen. Zwei Männer wurden dabei getötet. Die beiden Belgier, die in Frankreich festgenommen wurden, hatten das Land fluchtartig verlassen, nachdem sie von der Polizeiaktion erfahren hatten.

+++ 17.44 Uhr: Kaum Teilnehmer bei Anti-Islam-Demo in Prag +++

Zur ersten größeren Anti-Islam-Demonstration in Tschechien versammeln sich rund 400 Menschen vor dem Präsidentensitz in Prag. Gerechnet hatte die Vereinigung "Wir wollen den Islam in Tschechien nicht" mit zehnmal so vielen Teilnehmern. Die Demonstranten halten Spruchbänder hoch wie "Der Islam ist das Böse" oder "Es gilt das Gesetz, nicht die Scharia". Die Polizei ist nach eigenen Angaben mit einer größeren Anzahl von Beamten in Uniform und Zivil vor Ort. Tschechien zählt rund 10,5 Millionen Einwohner; die Zahl der Muslime wird auf rund 20.000 geschätzt. Ihre Vertreter hatten sich deutlich von den Terroranschlägen in Paris distanziert.

+++ 17.18 Uhr: Bahnhöfe in Berlin und Dresden sollen bedroht sein +++

Die Sicherheitsbehörden befürchten offenbar islamistische Anschläge auf die Hauptbahnhöfe in Berlin und Dresden. Dazu lägen entsprechende Hinweise vor, bestätigen Sicherheitskreise nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters Informationen des "Spiegel". Aus einer Quelle heiße es zudem, auch die islamkritischen Pegida-Demonstrationen gälten als gefährdet. Das Bundesinnenministerium will die Hinweise bislang weder bestätigen noch dementieren.

Der "Spiegel" berichtet, mehrere ausländische Nachrichtendienste hätten übereinstimmende Meldungen an die deutschen Behörden weitergeleitet, in denen die Bahnhöfe in Berlin und Dresden als mutmaßliche Anschlagsziele genannt würden. Die Dienste hätten auch Kommunikationsinhalte internationaler Dschihadisten abgefangen. Diese hätten Anschläge auf die Pegida-Aufmärsche diskutiert. "Wir nehmen diese Hinweise sehr ernst", zitiert das Magazin einen hochrangigen Sicherheitsbeamten.

+++ 16.35 Uhr: Slowakische Polizei nimmt Terrorverdächtigen fest +++

Die slowakische Polizei hat an der Grenze zur Ukraine einen terrorverdächtigen Tschetschenen festgenommen. Der 32-jährige Hamzat Sh. habe einen schwedischen Pass bei sich gehabt, als er versucht habe, aus der Slowakei in die Ukraine auszureisen, teilt Polizeipräsident Tibor Gaspar mit. Er stehe auf einer Interpol-Fahndungsliste, weil er in Terrorakte in Russland verwickelt gewesen sein soll.

Die Vorwürfe gegen den Mann reichten zwar ins Jahr 2007 zurück. Da er sich zuletzt aber offensichtlich auf EU-Territorium aufgehalten habe, sei nicht auszuschließen, dass er auch in EU-Ländern in terroristische Aktivitäten verwickelt gewesen sei, so Gaspar. Man sei mit den schwedischen und russischen Behörden in Kontakt, um die Echtheit des schwedischen Passes und die Voraussetzungen für eine Auslieferung nach Russland zu prüfen.

+++ 15.55 Uhr: Muslime demonstrieren vor Springer-Haus für Pressefreiheit +++

Rund 50 Vertreter der islamischen Religionsgemeinschaft Ditib setzen sich vor dem Berliner Springer-Haus für Meinungs- und Pressefreiheit ein. Landesvize Süleyman S. Kücük verurteilt in einer Rede den Anschlag auf "Charlie Hebdo". "Wir dürfen solchen Angriffen auf unsere Werte nicht nur mit Worten begegnen. Wir müssen als Religionsgemeinschaft deutlich machen, dass wir uns mit unserem Glauben und unseren Gemeinden für die Freiheiten und das Leben eines Jeden einsetzen."

"Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann begrüßte die Demonstranten gemeinsam mit seinen Kollegen von "Bild am Sonntag", "Welt" und "B.Z." und dankte ihnen für ihr Bekenntnis zu den Freiheitsrechten und für die Absage an Gewalt.

Die konservative Türkisch Islamische Union ist die mit Abstand größte muslimische Organisation in Deutschland. Sie hatte für heute bundesweit zu Mahnwachen für Meinungsfreiheit aufgerufen.

+++ 15.12 Uhr: 14-jähriger Terrorverdächtiger in Wien erneut festgenommen +++

Keine drei Monate nach seiner ersten Festnahme hat die Polizei in Österreich einen 14-jährigen Schüler, der einen Anschlag geplant haben soll, erneut in Gewahrsam genommen. Der Jugendliche aus St. Pölten sei seit Dienstag vermisst worden und heute in Wien erneut festgenommen worden, teilt die Polizei mit. Er war demnach in Begleitung eines Zwölfjährigen, den seine aus Afghanistan stammenden Eltern ebenfalls als vermisst gemeldet hatten.

Der 14-Jährige, der seit Jahren in Österreich lebt und die türkische Staatsbürgerschaft hat, war Ende Oktober zum ersten Mal festgenommen worden. Laut Polizei räumte er ein, sich im Internet über die Herstellung von Sprengsätzen informiert zu haben, die er an öffentlichen Orten wie dem Wiener Westbahnhof zünden wollte. Außerdem wollte er nach eigenen Angaben nach Syrien reisen, um sich dem Islamischen Staat anzuschließen. Weil er noch so jung war, wurde der Jugendliche nach zwei Wochen aus der Haft entlassen, aber unter Aufsicht gestellt.

+++ 15.03 Uhr: Russlands Medienaufsicht warnt vor Abdruck von Mohammed-Karikaturen +++

Die russische Medienaufsicht droht mit Strafen für die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen. Sie "verstößt gegen die ethischen und moralischen Normen, die in Jahrhunderten ausgearbeitet wurden" und könne als beleidigend oder herabsetzend gegenüber religiösen Konfessionen und Gruppen betrachtet und als Anstachelung zu Hass eingestuft werden, erklärt die Behörde Roskomnadsor. Außerdem könnten Mohammed-Karikaturen Verstöße gegen das Medienrecht und Anti-Extremismus-Gesetze darstellen.

In Russland ist die Bewertung des Anschlags auf "Charlie Hebdo" umstritten. Moskau hatte Frankreich sein Beileid ausgesprochen, Außenminister Sergej Lawrow nahm am Trauermarsch in Paris teil. Viele Kreml-treue Kommentatoren sowie russische Muslime werfen "Charlie Hebdo" jedoch vor, die Gewalttat mit ihren Karikaturen provoziert zu haben. Ein Moskauer Gericht verurteilte den oppositionellen Aktivisten Mark Galperin zu acht Tagen Haft, weil er in der Nähe des Kremls ein "Je suis Charlie"-Schild hochgehalten hatte. Der 75-jährige Wladimir Jonow musste wegen einer ähnlichen Aktion ein Bußgeld zahlen.

+++ 14.39 Uhr: Geiselnahme in Colombes offenbar beendet +++

Die Geiselnahme in dem Postamt in Colombes ist offenbar unblutig zu Ende gegangen. Die Geiseln seien frei und unverletzt, berichten französische Medien. Die Spezialkräfte der Polizei hätten sich zurückgezogen. Der mutmaßliche Täter habe sich festnehmen lassen und werde verhört. Nach Angaben von "Le Parisiene" soll eine gescheiterte Liebesbeziehung Auslöser für die Tat gewesen sein.

+++ 14.13 Uhr: Geiselnahme in Colombes wohl kein Terrorakt +++

Der Geiselnehmer in dem Postamt in Colombes bei Paris ist nach Medienberichten als Krimineller polizeibekannt. Er soll selbst die Polizei angerufen und behauptet haben, er sei schwer mit Granaten und Gewehren bewaffnet. Dass die Geiselnahme im Zusammenhang mit islamistischem Terror steht, scheint zurzeit eher unwahrscheinlich. Nach nicht bestätigten Angaben des Fernsehsenders BFMTV soll es bei der Tat keinen terroristischen Zusammenhang geben.

+++ 13.37 Uhr: Geiselnahme in Postamt bei Paris +++

In einer Vorstadt von Paris hat ein bewaffneter Mann in einem Postamt zwei Geiseln genommen. Die Geiselnahme in Colombes nordwestlich von Paris habe kurz vor Mittag begonnen, heißt es aus Polizeikreisen. Der Mann habe sich mit einer "Kriegswaffe" in den Räumen des Postamts verschanzt. Hinweise auf eine Verbindung zu den islamistischen Anschlägen in und um Paris in der vergangenen Woche gibt es bislang nicht. Die Gegend ist abgeriegelt, ein Hubschrauber überfliegt das Gebiet.

+++ 12.29 Uhr: Keine Verbindung zwischen Paris und Belgien +++

Zwischen den islamistischen Anschlägen in Frankreich und den Razzien der Polizei in Belgien gibt es nach den Worten des französischen Premierministers Manuel Valls "keine direkte Verbindung". "Die Verbindung, die besteht, ist der Wille der Terroristen, unsere Werte, unsere Bürger anzugreifen", so Valls. "Wir stehen derselben Bedrohung gegenüber, demselben außergewöhnlich erhöhten Risiko, aber wir handeln mit all den Ländern, die von dieser Bedrohung betroffen sind, mit derselben Entschlossenheit."

+++ 12.07 Uhr: Abschied von "Charb" mit "Dirty Old Town" +++

Hunderte Menschen nehmen in der Nähe von Paris Abschied von Stéphane Charbonnier, dem Chefredakteur von "Charlie Hebdo". Neben seiner Familie und überlebenden Mitarbeitern des Magazins nehmen auch mehrere französische Minister an der Trauerfeier in Pontoise teil, die auch auf eine Leinwand vor dem Gebäude übertragen wird. Bei der Zeremonie wird das Lied "Dirty Old Town" in der Version der irischen Band "The Pogues" gespielt. Charbonnier, der als "Charb" bekannt war, soll nach der Trauerfeier im engsten Kreis beerdigt werden.

+++ 11.37 Uhr: 13 Festnahmen bei den Razzien in Belgien +++

Die belgische Polizei hat bei ihrem Einsatz gegen mutmaßliche Dschihadisten insgesamt 13 Personen festgenommen. Die Identifizierung der im ostbelgischen Verviers getöteten Verdächtigen laufe noch, teilt der Sprecher der Staatsanwaltschaft in Brüssel mit. In Verviers seien unter anderem Kriegswaffen vom Typ Kalaschnikow AK47, Munition, Sprengstoffe, Geld, falsche Papiere und mehrere Polizeiuniformen gefunden worden. Der Sprecher bestätigt frühere Angaben, dass Attentate gegen die Polizei in Belgien geplant gewesen seien. Die Gruppe habe kurz davor gestanden, Attentate zu verüben, um "Polizisten im öffentlichen Raum und in Polizeirevieren zu töten". Bei dem Anti-Terroreinsatz waren am Donnerstagabend in Verviers zwei Männer getötet worden.

+++ 11.29 Uhr: Tote bei Protesten gegen Mohammed-Karikatur in Pakistan +++

Aus Protest gegen die Mohammed-Karikatur in der neuen "Charlie Hebdo"-Ausgabe versuchen in Pakistan laut einem Polizeisprecher Hunderte Demonstranten nach dem Freitagsgebet, das französische Generalkonsulat in Karachi zu stürmen. Polizisten hätten das Feuer eröffnet. Bei den Zusammenstößen seien drei Demonstranten verletzt worden. Der Sender Geo TV berichtet, einer davon sei von einer Kugel der Polizei getroffen worden. Auch in anderen pakistanischen Städten demonstrieren Tausende gegen die Mohammed-Karikatur.

+++ 11.13 Uhr: Berliner Terrorverdächtiger wollte nach Syrien +++

Einer der beiden in Berlin festgenommenen Terrorverdächtigen stand unmittelbar vor der Ausreise nach Syrien. "Wir haben bei den Durchsuchungen Flugtickets für diese Reise gefunden und beschlagnahmt", zitiert die Deutsche Presse-Agentur einen Polizeisprecher.

Laut Innensenator Frank Henkel stand der Einsatz in Berlin in keinem Zusammenhang mit den Attentaten in Frankreich. Auch der Polizeisprecher erklärt: "Die Ermittlungen werden seit einem Jahr geführt. Und auch dieser Einsatz ist seit Längerem vorbereitet worden." Es gebe keine Hinweise, dass Anschläge in Deutschland geplant gewesen seien.

+++ 11.11 Uhr: Immer mehr deutsche Islamisten ziehen in den Dschihad +++

Die Ausreisewelle deutscher Islamisten hält nach Angaben aus Sicherheitskreisen an. Inzwischen hätten über 600 Extremisten Deutschland verlassen, um in Syrien oder dem Irak für den Islamischen Staat oder andere militante Gruppen zu kämpfen, heißt es aus Sicherheitskreisen. Vor einer Woche war noch von mehr als 550 Ausreisen die Rede.

Der Anstieg hänge jedoch nicht mit den Anschlägen in Paris zusammen, sondern mit dem Turnus der Zahlenerhebung. Zudem hätten die Sicherheitsbehörden auch nicht immer den ganz aktuellen Stand. "Einige Leute stellen wir erst fest, wenn sie wirklich in Syrien sind", so ein Vertreter einer deutschen Sicherheitsbehörde. Grundsätzlich habe die Zahl der Ausreisen bereits seit Mitte 2014 deutlich zugenommen, als der IS ein Kalifat in den von ihm beherrschten Gebieten ausrief.

+++ 10.33 Uhr: Pariser Justiz meldet zwölf festgenommene Terrorverdächtige +++

Die französische Polizei hat im Zuge der Ermittlungen zu den Anschlägen von Paris in der Nacht zwölf Personen festgenommen. Sie stünden im Verdacht, die Attentäter logistisch unterstützt zu haben, teilt die Staatsanwaltschaft mit. Die Festnahmen seien im Süden der Hauptstadt gemacht worden - unter anderem im Bezirk Montrouge, wo einer der Täter eine Polizistin getötet hatte. Der französische Nachrichtensender BFMTV hatte zuvor von insgesamt acht Festnahmen berichtet. Nach Angaben aus Justizkreisen handelt es sich bei den Verdächtigen um neun Männer und drei Frauen. Sie könnten die Attentäter mit Waffen und Autos versorgt haben.

Durch DNA-Spuren und das Abhören von Telefonen im Umfeld der Pariser Attentäter waren die Sicherheitsbehörden auf mehrere Verdächtige gestoßen. Diese seien in den vergangenen Tagen beschattet worden, erklärt ein Polizist. Die Ermittler suchen auch das Auto von Coulibalys Lebensgefährtin Hayat Boumeddiene. Sie war schon vor den Anschlägen in die Türkei gereist und überquerte am 8. Januar - am Tag nach dem Anschlag auf "Charlie Hebdo" - die Grenze nach Syrien.

+++ 10.22 Uhr: Kerry entschuldigt sich in Paris +++

US-Außenminister John Kerry bittet in Paris um Verständnis für sein Fehlen beim großen Solidaritätsmarsch für die Opfer der Terroranschläge. Ihn hätten Verpflichtungen in Indien von der Teilnahme abgehalten, deswegen habe er nicht kommen können, so Kerry. Sein französischer Amtskollege Laurent Fabius teilt mit: Kerry habe sich für sein Fehlen "entschuldigt". Die beiden Außenminister legten vor der "Charlie Hebdo"-Redaktion und dem jüdischen Supermarkt, wo die Terroristen vergangene Woche zuschlugen, Kränze nieder.

+++ 9.07 Uhr: Jüdische Schule in Amsterdam geschlossen +++

Nach dem Anti-Terroreinsatz in Belgien bleibt die jüdisch-orthodoxe Schule in Amsterdam heute geschlossen. Es gebe aber keine konkrete Bedrohung, schreibt der Vorstand der Schule den Eltern und Lehrern in einer E-Mail. "Im Zusammenhang mit der Anti-Terroraktion in Belgien und nach weiteren Informationen aus Belgien hat der Vorstand entschieden, dass unsere Schule heute aus Sicherheitsgründen geschlossen ist." Die Schule Cheider wird von etwa 200 Schülern aus dem ganzen Land besucht. Sie wurde nach Angaben von Lehrern in den vergangenen Jahren noch nie aus Sicherheitsgründen geschlossen. Auch jüdische Schulen in Belgien bleiben heute zu.

+++ 8.53 Uhr: Lettischer Präsident für Kooperation mit Moskau +++

Angesichts des islamistischen Terrors plädiert der lettische Präsident Andris Berzins für eine enge Zusammenarbeit mit Moskau. Auch Russland sei vom Terrorismus bedroht, sagt Berzins dem Nachrichtenmagazin "Focus". "Ich glaube, wir müssen jetzt viel enger mit Moskau zusammenarbeiten, um gemeinsam islamistische Gefahren abzuwehren." Stabile vorhersehbare Beziehungen zu Russland seien im Interesse der EU, so Berzins. "Sie sind langfristig bedeutsamer als starke Armeen und Sicherheitssysteme." Als EU-Ratspräsident strebe Lettland bessere Beziehungen zu Russland an.

+++ 8.29 Uhr: Neue Festnahmen in Paris +++

Im Zusammenhang mit den Ermittlungen zu den Anschlägen von Paris sind in Frankreich erneut mehrere Personen festgenommen worden. Nach Angaben aus Justizkreisen griff die Polizei in der Nacht im Großraum Paris zu, berichtet der Nachrichtensender BFMTV. Insgesamt acht Verdächtige seien für Vernehmungen in Gewahrsam gekommen. Ob es sich um mögliche Komplizen oder Helfer der Attentäter handelt, ist noch unklar.

+++ 7.45 Uhr: Belgien diskutiert schärfere Kontrollen von Verdächtigen +++

Nach dem großangelegten Anti-Terror-Einsatz in Belgien berät die Regierung über schärfere Sicherheitsmaßnahmen. Bei der Kabinettssitzung heute werde es um die Frage gehen, wie mögliche Terroranschläge verhindert werden könnten, meldet das belgische Radio RTBF. Dabei gehe es etwa um Maßnahmen zum Schutz vor rückkehrenden Kämpfern aus Syrien oder dem Irak. Angedacht sei auch, die Telefon-Überwachung von Verdächtigen auszuweiten. Um Radikalisierung zu verhindern, seien Projekte in Gefängnissen und die Kontrolle sozialer Netzwerke geplant. Das Thema stand bereits vor der Polizeiaktion auf der Agenda, erhielt nun aber neue Brisanz. Belgien hatte die Terrorwarnstufe auf das zweithöchste Niveau erhöht.

+++ 7.15 Uhr: Umfangreiche Vorwürfge gegen Berliner Terrorverdächtige +++

Nach den Razzien in Berlin werden Details zu den beiden Fesgenommenen bekannt: Dem 41-Jährigen Ismet D. wird vorgeworfen, als selbsternannter "Emir" und sogenannter "Weisenratspräsident" eine Islamistengruppe in Berlin-Tiergarten anzuführen. Sie soll vornehmlich aus Türken und russischen Staatsangehörigen tschetschenischer und dagestanischer Herkunft bestehen. D. steht im Verdacht, die Gruppe durch einen von ihm abgehaltenen "Islamunterricht" radikalisiert und auf die Teilnahme am Dschihad gegen "Ungläubige" in Syrien vorbereitet zu haben.

Ihm und dem für Finanzen zuständigen 43-jährigen Emin F. wird zudem vorgeworfen, Mitglieder der Gruppe bei der Ausreise nach Syrien organisatorisch und finanziell unterstützt und später erhebliche Geldbeträge zur Begehung schwerer Gewalttaten zur Verfügung gestellt zu haben. Es besteht auch der Verdacht, dass ausgereiste Mitglieder durch Beschaffung hochwertigen militärischen Materials wie etwa speziellen Nachtsichtgeräten unterstützt worden sind.

Den Razzien seien mehrmonatige Ermittlungen gegen fünf türkische Staatsangehörige im Alter von 31 bis 44 Jahren vorausgegangen, teilt die Polizei weiter mit. Die Beschuldigten gehörten zum Teil seit Jahren der gewaltbereiten Salafistenszene an.

+++ 06.58 Uhr: Berliner Polizei nimmt Terrorverdächtige fest +++

Bei einem Großeinsatz gegen Terrorverdächtige nimmt die Berliner Polizei zwei Männer fest. Die 41- und 43-Jährigen und drei weitere Männer stehen laut Mitteilung von Staatsanwaltschaft und Polizei im Verdacht der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat in Syrien. Sie hätten auch für die Terrormiliz Islamischer Staat geworben. Es lägen keine Anhaltspunkte dafür vor, dass sie Anschläge in Deutschland geplant hätten. Durchsucht wurden im Auftrag des Berliner Generalstaatsanwalts elf Wohnungen mit Schwerpunkt in Wedding. Im Einsatz waren 250 Beamte und drei Spezialeinsatzkommandos.

+++ 2.32 Uhr: Obama und Cameron besprechen Antiterrorstrategie +++

US-Präsident Barack Obama und Großbritanniens Premierminister David Cameron sprehcen bei einem Arbeitsessen im Weißen Haus über die jüngsten Anschläge in Paris. Sie wollten unter anderem über ihre Zusammenarbeit im Antiterrorkampf sprechen. Auch der gemeinsame Krieg gegen die Terrormiliz Islamischer Staat sollte Thema werden. London ist in der US-geführten Allianz ein wichtiger Verbündeter Washingtons. Gestern hatten Obama und Cameron in einem gemeinsamen Leitartikel bereits ihr gemeinsames Bekenntnis zum Kampf gegen Terroristen erneuert.

jen/mad/ono/DPA/AFP/Reuters/DPA/Reuters
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