"Das ist eine echte Revolution"

6. Juni 2013, 11:57 Uhr

Zelte, Elektrik und eine Wagenburg aus ausgebrannten Bussen - der Gezi-Park ist vorbereitet: Denn mit der Rückkehr von Erdogan in die Türkei steht womöglich der nächste Übergriff an. Ein Ortstermin. Von Felix Dachsel

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Ein frisch vermähltes Paar setzt ein Zeichen: Mitsamt der Hochzeitsgesellschaft ziehen die Frischverheirateten über die Istiklal Caddesi, einer beliebten Einkaufsmeile, die zum Taksim-Platz führt. Trotzig regen sie ihre Finger zum Peace- und Victory-Zeichen empor - und der Bräutigam trägt eine Gasmaske.

Seit rund einer Woche rollte eine Empörungswelle durch die Türkei. Begonnen hatten die Demonstrationen mit einem Protest gegen den Abriss des Gezi-Parks im Herzen Istanbuls. Die Polizei ging derartig brutal gegen die meist friedlichen Parkbesetzer vor, dass täglich mehr Türken auf die Straßen des Landes strömten, um ihren Zorn gegen die Erdogan-Regierung freien Lauf zu lassen.

Die Sicherheitskräfte kannten die ersten Tagen nur wenig Erbarmen mit den zumeist jungen Leuten. Zahllose Menschen wurden im Laufe der vergangenen Woche verletzt, mindestens zwei kamen ums Leben. Neben Knüppeln ist Tränengas und Pfefferspray die "Lieblingswaffe" der Polizisten. Um sich vor den Chemococktail zu schützen, rüsten die Demonstranten auf: die einen professionell mit echten Gasmasken, andere wiederum improvisieren geschickt mit dem, was die Umgebung hergibt.

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