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Griechenland zwischen Hoffen und Bangen

Der Besuch Merkels macht vielen Griechen Mut, aber andere sind enttäuscht. Die Regierung in Athen äußert sich zufrieden, das Medienecho ist aber gespalten.

  Kanzlerin Angela Merkel beriet sich mit dem griechischen Ministerpräsidenten Antonis Samaras während ihres sechsstündigen Athen-Aufenthaltes

Kanzlerin Angela Merkel beriet sich mit dem griechischen Ministerpräsidenten Antonis Samaras während ihres sechsstündigen Athen-Aufenthaltes

Profitiert Griechenland vom Besuch Angela Merkels oder nicht? Ein großer Teil der griechischen Presse bewertete den sechsstündigen Aufenthalt der Bundeskanzlerin in Athen am Mittwoch als Erfolg. Die Boulevardpresse setzt allerdings weiter auf plakative und zum Teil beleidigende Berichte über die deutsche Regierungschefin. Und die linke Oppositionspresse sagt das Ende der Regierung von Ministerpräsident Antonis Samaras voraus. "Es ist für alle etwas dabei", kommentierte ein Diplomat das Medienecho.

Die Bürger waren geteilter Meinung. Der Arzt Ioannis Tsakiris bewertete den Besuch positiv: "Die Probleme sind hier gewaltig. Es bringt nichts, der populistischen Linie zu folgen und anderen die Schuld für unsere Vetternwirtschaft in die Schuhe zu schieben." Friseurin Giota Michailidou meinte dagegen: "Mir ist es egal was Samaras und Merkel besprechen. Ich verdiene die Hälfte dessen, was ich vor zwei Jahren hatte. Haben sie eine Lösung dafür?"

In den Armenvierteln Athens wurde der Besuch als nicht so wichtig wahrgenommen. Die Menschen dort kämpfen mit den alltäglichen Problemen. "Es ist erst der 10. Oktober und die Hälfte meiner Rente hab ich schon ausgegeben. Dafür haben die Politiker keine Lösung", sagte eine 73-Jährige Rentnerin.

Reformen müssen in die Tat umgesetzt werden

Die griechische Regierung verbuchte die erste Visite der Kanzlerin seit Beginn der Euro-Krise vor drei Jahren als klaren Erfolg. Die Kernbotschaft laute: Griechenland wird von Berlin unterstützt, Athen muss aber die Arbeit intensivieren und die Reformen vom Parlament billigen lassen, hieß es in Regierungskreisen. "Wir müssen die Reformen in die Tat umsetzen. Wenn möglich schon diese Woche", sagt ein enger Mitarbeiter des Ministerpräsidenten. Auch die mitregierenden Sozialisten zeigten sich zufrieden.

Völlig anders bewertet die größte Oppositionspartei, das Bündnis der radikalen Linken (Syriza), den Besuch. Ihr Chef Alexis Tsipras sagte schon am Dienstag das Ende der Regierung Samaras voraus. Die "Merkelisten", wie er die Regierungskoalition aus drei Parteien (Konservative, Sozialisten und Demokratische Linke) nennt, gehorchten den Befehlen aus Berlin. Das werde ihnen nicht gut bekommen. Ähnlich kommentierte die Syriza-Parteizeitung "Avgi" die Ergebnisse des Merkel-Besuchs: Samaras' Regierung werde "künstlich am Leben gehalten", lautete der Tenor. Mit ihrem Vergleich zwischen Griechenland und Ostdeutschland nach dem Ende der DDR bereite Merkel die Griechen auf viele schwierige Jahre vor.

Harte Demonstrationen gegen den Sparpakt

Die Zeitung der politischen Mitte "Ta Nea" titelte: "Sie kam, sah und versprach." Merkel sei gekommen, um die griechische Regierung und die Bürger in ihren Bemühungen zu unterstützen. Sie habe gesehen, wie hart die Demonstrationen gegen den Sparpakt sind. Schließlich habe sie versprochen, sie werde Griechenland helfen. "Alles hängt nun von uns ab", meinte das Blatt. Die nötigen Reformen müssten jetzt unter Dach und Fach gebracht werden.

Einige Boulevardblätter setzten weiter auf eine emotional geladene Berichterstattung. "Sie (Merkel) unterstützt und erpresst", titelte die kleine Boulevardzeitung "Ellada". Merkel habe an Samaras die Botschaft gerichtet: "Entweder machst Du was ich will, oder Du verlierst alles."

Takis Tsafos, DPA/DPA

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