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15. Oktober 2009, 08:42 Uhr

Chavez verstaatlicht Hilton-Hotel

Venezuelas linksgerichteter Präsident Hugo Chavez setzt seinen aggressiven Nationalisierungskurs unbeirrt fort. Diesmal traf es das Hilton-Hotel auf der Karibikinsel Margarita, das er kurzerhand verstaatlichen ließ - mit einer kruden Begründung.

Venezuela, Hugo Chavez, Karibik, Luxus-Hotel, Hilton

"Unkooperatives Management": Hugo Chavez Ende September im Hilton-Hotel auf Margarita© Carlos Landaeta/EPA

Ich habe gesagt 'Lasst sie uns enteignen' - und sie sind enteignet", sagte Hugo Chavez am Mittwoch im Staatsfernsehen zu der von ihm veranlassten Verstaatlichung des historischen Hilton-Hotels auf der Karibikinsel Margarita. "Und ich werde den Namen des Margarita Hilton ändern. Ich werde ihm einen örtlichen Namen geben. Denn die Hilton-Marke ist international, sie kommt nicht von hier", erklärte der linksgerichtete Präsident von Venezuela.

In seinem Dekret kritisierte Chavez, dass die Hotel-Führung das Gebäude vernachlässigt habe. Eine Nationalisierung sei deshalb angezeigt, um den Tourismus auf der Insel zu fördern. Zudem beschwerte sich der Präsident, dass das Management im vergangenen Monat nicht kooperativ gewesen sei, als er ein Gipfeltreffen von afrikanischen und südamerikanischen Staats- und Regierungschefs in dem Hotel veranstalten wollte. Bei der Durchführung sei eine Unmenge von Genehmigungen notwendig gewesen. "Sie wollen dem revolutionären Staat Bedingungen aufzwängen, und das werden wir nicht zulassen", sagte Chavez. Er habe sich entschlossen, die Besitzer des Hotels, die Mitglieder der venezolanischen Wirtschaftselite seien, zu enteignen.

Die Hilton-Gruppe, die für das Management des Hotels zuständig ist, erklärte, man prüfe derzeit noch, inwieweit die Ankündigung von Chavez die eigenen Interessen betreffe. Die staatliche Genehmigung für den Hotelbetrieb war erst in den vergangenen Tagen ausgelaufen. Bereits in der Vergangenheit hatte die Hilton-Gruppe Lizenzen für zwei Hotels in Venezuela verloren. Die Leitung der "Margarita Hilton Suites" soll nun von einer venezolanischen Hotelkette übernommen werden. Die Ferienanlage in Porlamar besteht unter anderem aus 280 Zimmern, 56 Suiten, Restaurants und einem Kasino.

Chavez hat in den vergangenen zehn Jahren einen aggressiven Nationalisierungskurs verfolgt und zahlreiche Wirtschaftszweige unter seiner Kontrolle gebracht - darunter den Ölsektor, den Telekommunikationsbereich sowie Metallfirmen.

Reuters/DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 12)
 
Administrator (15.10.2009, 11:41 Uhr)
Liebe User,
wir schließen die Dabatte an dieser Stelle.

Herzliche Grüße,

Ihre stern.de-Admins
Tom3 (15.10.2009, 10:48 Uhr)
...irgendwann fand ich den mal gut...
...aber seither ist viel passiert u. man muss leider festhalten, dass Chavez nicht mehr alle Murmeln im Teller hat... schade, denn er hat sehr verheißungsvoll angefangen...

...mittlerweile unterscheidet er sich aber in rein gar nix mehr von jedem x-beliebigen Despoten: Vetternwirtschaft u. Terror gegen Andersdenkende!
datenbaer (15.10.2009, 10:48 Uhr)
Ekelhaft
Höchst erstaunlich, wie einige, denen es hier prächtig geht, völlig weltvergessen und ignorant den Salonkommunisten geben. Keiner, der hier im Menschhnverächter Chavez ein leuchtendes Beispiel sieht, hat jemals begriffen, wie es bis 1989 um die DDR stand und was in ihr vorging. Ob DDR Flüchtlinge von damals oder die heute aus Kuba weg wollen, sind offenbar für einige immer noch alles Systemverräter, die bestraft gehören. Eigene Bedürfnisse hat man nicht zu haben, nur die, die hier schreiben, wollen sie garantiert für sich beanspruchen. Ekelhaft.
tobix (15.10.2009, 10:26 Uhr)
Tolle Entscheidung
Wir wissen ja alle, dass staatliche Betriebe viel wirtschaftlicher und effektiver arbeiten als private und dass dadurch der Wohlstand im Land steigt. Oder so ähnlich...
hannes_schinder (15.10.2009, 10:12 Uhr)
Waren die Hotels in den schwarzen Zahlen?
Unter Umständen kein Verlust die Enteignung. Hoffentlich kommen seine Entscheidungen der Bevölkerung zu gute. Ansonsten Enteignungen wären hier auch bei einigen Unternehmen angebracht.
nichtvergessen (15.10.2009, 10:12 Uhr)
Weiss keine/r was im allgemeinen unter " kruden "
verstanden wird ?

Irgendwo stand mal dass Hugo ein Haufen fuer duie sozailschwachen gemaht hat,Supermaerkte fuer Nahrungsverteilung, Schulen, Aerzteversorgung usw. Ist es nicht so dass er das Bruttosozialprodukt enorm gesteigert und effektiv etwas gegen die Armut getan hat ?
raptor-xl (15.10.2009, 10:09 Uhr)
ein spinner...
mehr nicht. ohne öl wäre er längst erledigt. und das verkauft er auf dem kapitalistischen markt, weil er dort bessere preise bekommt. er braucht also den kapitalismus, damit er seine schwachsinnsrevolution überhaupt finanzieren kann. wie das endet, wissen wir alle. es gab noch keinen sozialistischen oder kommunistischen staat, der ein plus erwirtschaftet hat. über kurz oder lang fällt der lebensstandard der menschen in den keller. der kampf gegen dann kritische stimmen wird dann ebenso wie in allen linksstaaten genau gleich ausfallen: mit unwahrscheinlicher härte und entrechtung der bevölkerung.
wachauf (15.10.2009, 10:02 Uhr)
wahrscheinlich hat er recht.
ich möchte nur einfach Allen die das nicht richtig finden das Buch Naomi Klein "Die Schockstrategie" vorschlagen.
traldors (15.10.2009, 09:39 Uhr)
Hugo Chavez
ist ein gefährlicher Irrer. Ohne "Öl" im Rücken würde er längst mit dem Gesicht nach unten im Rinnstein seines Sozialismus liegen.
Enteignung hat weitreichende, wirtschaftliche Folgen und wird Venzuela in die Isolation treiben. Kapitalismus muss man nicht toll finden, aber das was der olle Hugo macht ist dämlich hoch drei....
nichtvergessen (15.10.2009, 09:21 Uhr)
Wir brauchen einen Hugo Chavez !
kann mal jemand bitte erklaeren was man im allgemeinen unter " kruden " versteht ?

2tens, war noch nie in Venezuella, aber fuer das Volk macht er doch so einiges oder ?
Paris rafft es doch sowieso net, ob da ein Hotel mehr oder weniger Ihr gehoert.
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