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Nobelpreisträgerin sagt al Kaida den Kampf an

2011 erhielt Tawakkul Karman den Friedensnobelpreis. Jemens alte Machthaber haben seitdem keine Ruhe vor der Frau, die nur vier Stunden Schlaf braucht. Im stern sagt sie al Kaida den Kampf an.

  "Mein Vater hat mir gezeigt, dass eine Frau nicht schwach ist": Friedensnobelpreisträgerin Tawakkul Karman.

"Mein Vater hat mir gezeigt, dass eine Frau nicht schwach ist": Friedensnobelpreisträgerin Tawakkul Karman.

Die Friedensnobelpreisträgerin Tawakkul Karman, 34, sieht die Terrororganisation al Kaida in ihrem Heimatland Jemen zum Sterben verurteilt: "Junge Menschen in Jemen haben lange geglaubt, nur mit Gewalt lasse sich Veränderung herbeiführen, deshalb sind sie zu al Kaida gegangen", sagte sie in einem Interview in der neuen, am Donnerstag erscheinenden Ausgabe des stern. "Aber jetzt haben wir sogar eine Diktatur ganz ohne Gewalt beseitigt. Glauben Sie mir: Wir können das Terrorproblem alleine lösen. Al Kaida hat in Jemen keine Zukunft."

Im Gespräch mit dem stern erzählt Karaman, dass sie keine Angst habe, obwohl sie bereits entführt und geschlagen worden sei. "Die Gefahr ist immer da, aber sie wird kleiner, weil mich einfach zu viele kennen. Der Nobelpreis war in dieser Hinsicht gut. Er schützt uns ein wenig mehr."

"Wir müssen eine ganze Nation neu aufbauen"

Zusammen mit Kolleginnen hat Karman die Organisation "Journalistinnen ohne Ketten" gegründet. Sie hält Frauen für eine der wichtigsten Säulen der Demokratiebewegung in Jemen: "Ich habe in mehreren religiösen Institutionen studiert. Und habe mich mit meinen Lehrern gestritten, weil ich viele islamische Rechtsauslegungen für falsch halte. Zum Beispiel, dass Frauen niemals Präsidenten werden können."

Als Vorbilder nennt sie zwei Männer aus ihrem Leben: ihren Ehemann und ihren Vater. "Mein Vater hat mir klargemacht, dass eine Frau nicht schwach ist." Allein als Feministin will sich Karman dennoch nicht sehen: "Wenn es nur um die Rechte der Frauen ginge, würde ich mich wohl dazu bekennen. Aber in Jemen geht es um mehr: Wir müssen eine ganze Nation neu aufbauen."

Die vielbeschäftigte Journalistin erzählt dem stern auch von persönlichen Opfern, die sie für ihr Land bringt – ihre drei Kinder im Alter von acht bis 14 Jahren sieht sie nur noch selten und Schlaf findet sie kaum: "Oft müssen vier Stunden reichen. Das funktioniert ganz gut.“

Martin Knobbe/print
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