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Iran und Pakistan versprechen Unterstützung

"Volle Unterstützung" sichern der Iran und Pakistan einem afghanisch geführten Friedensprozess zu. Ob das viel mehr als Lippenbekenntnisse sind, ist fraglich. Die Taliban erinnern an die Niederlage der Sowjets - und hoffen auf einen erneuten Sieg.

  Der afghanische Präsident Hamid Karsai hat von Pakistan und dem Iran Unterstützung zugesichert bekommen

Der afghanische Präsident Hamid Karsai hat von Pakistan und dem Iran Unterstützung zugesichert bekommen

Dem Iran droht ein Militärschlag der USA oder Israels. Pakistan - dessen Regierungschef derzeit vom Verfassungsgericht angeklagt wird - scheint nur noch auf dem Papier ein Verbündeter der Amerikaner zu sein. Die afghanische Regierung überlebt im Kampf mit den Taliban nur dank der US-Truppen im Land, mit denen sie dennoch im Clinch liegt. Am Freitag trafen sich die Präsidenten der drei kriselnden Nachbarstaaten in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad, um über die Lage in Afghanistan zu beraten.

Am Ende des Spitzentreffens standen die üblichen Floskeln, mit denen der Öffentlichkeit Fortschritt suggeriert werden soll. Die Präsidenten Pakistans und des Irans, Asif Ali Zardari und Mahmud Ahmadinedschad, sagten ihrem afghanischen Amtskollegen Hamid Karsai ihre "volle Unterstützung" für einen afghanisch geführten Friedensprozess mit den Taliban zu. Etwas ändern an der Misere am Hindukusch dürfte der Gipfel nicht.

Weder früher noch heute zogen die drei Nachbarn wirklich an einem Strang. Das sieche Taliban-Regime in Kabul überlebte nur dank großzügiger Hilfe des mächtigen Nachbarn Pakistan. Der schiitische Iran unterstützte dagegen die Nordallianz, die bis zum Sturz der Taliban Ende 2001 erbittert gegen die selbst ernannten Gotteskrieger kämpfte. Verbindungen aus diesen Tagen halten bis heute. Die Führung der afghanischen Taliban wird seit Jahren in Pakistan vermutet.

Karsai möchte angeblich Kontakte zu Taliban aufbauen

Zwar versichern die pakistanische Regierung und das Militär immer wieder, sie hätten weder Kontrolle über die afghanischen Taliban noch unterstützten sie die Aufständischen. Doch Karsai ist davon alles andere als überzeugt. Glaubt man den Informationen, die aus einem Gespräch mit dem pakistanischen Premierminister Yousuf Raza Gilani und Armeechef Ashfaq Parvez Kayani drangen, dann machte Karsai das nun auch in Islamabad wieder deutlich.

Aus pakistanischen Regierungskreisen hieß es: "Karsai hat die zivile und militärische Führung Pakistans wieder und wieder darum gebeten, seine Regierung dabei zu unterstützen, Kontakte mit den Taliban herzustellen." Das widerspricht seiner Aussage in einem Interview des "Wall Street Journals" vor dem Gipfel, wonach nicht nur die USA, sondern auch die afghanische Regierung bereits in ersten Geheimverhandlungen mit den Aufständischen stehen. Karsai sagte, die Kontakte seiner Regierung mit den Taliban hätten sich auch auf "die hochrangigsten von ihnen" erstreckt.

Die Taliban dementierten das prompt. In einer im Internet veröffentlichten Erklärung hieß es, die Aufständischen hätten nie und nirgendwo mit der "Marionettenregierung" gesprochen. "Dem Feind bleibt nichts anderes mehr übrig als Propaganda, mit der er erreichen will, seine Handlanger-Herrschaft noch ein paar Tage zu verlängern."

Eröffnung eines Taliban-Büros im Golf-Emirat

Karsai hatte in dem Interview seiner Hoffnung Ausdruck gegeben, die Taliban könnten gewillt sein, ihren Kampf zu beenden. Auf die Frage, ob er glaube, dass auch die Taliban-Führung Frieden wolle, hatte er gesagt: "Ich bin geneigt zu sagen, ja, sie wollen Frieden."

Zwar haben sich die Konfliktparteien auf die Eröffnung eines Taliban-Büros im Golf-Emirat Katar geeinigt - ein erster wichtiger Schritt für mögliche Verhandlungen. Doch zumindest nach außen hin geben sich die Aufständischen wenig friedensbewegt. In einer Botschaft zum 23. Jahrestag des Abzugs der Roten Armee aus Afghanistan teilten sie am Donnerstag mit: "Wir bitten Allah, uns heute denselben Sieg gegen die Besatzungsmacht der amerikanischen Kreuzritter zu gewähren wie gestern gegen die atheistischen Kommunisten."

Von Can Merey, dpa/DPA

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