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Der russische Regierungschef Wladimir Putin rief vor dem Krisengipfel der Europäischen Union zum Kaukasus-Konflikt die EU zu einer "vernünftigen Position" auf. Moskau seien mögliche Sanktionen "nicht gleichgültig". Gleichzeitig erneuerte er seine Vorwürfe an die US-Regierung.
Im Kaukasus-Konflikt stehen die Zeichen weiter auf Konfrontation: Das russische Parlament forderte Präsident Dmitri Medwedew auf, die Unabhängigkeit Südossetiens und Abchasiens anzuerkennen. Bush appellierte an Medwedew, die Separatisten-Regionen nicht als unabhängig anzuerkennen.
Die russische Regierung will ihre Truppen bis zum Abend aus Georgien abziehen. 500 Soldaten sollen allerdings in Südossetien stationiert bleiben. US-Präsident George W. Bush forderte, die "Blockade" müsse beendet werden, der Abzug schneller gehen. Auch im Weltsicherheitsrat gab es neuen Streit.
US-Außenministerin Condoleezza Rice hat deutliche Worte gefunden: Russland werde zum "Geächteten" im Kaukasus-Krieg. Sie warf Moskau vor, sich zu isolieren. In der Nacht hatte Russland den UN-Sicherheitsrat ausgebremst und einen Resolutionsentwurf zur Krise blockiert.
Jetzt ist er draußen, der Untersuchungsbericht zum Kaukasus-Konflikt. Und beide Seiten sehen sich bestätigt. Die Georgier, obwohl ihnen vorgeworfen wird, den Krieg begonnen zu haben. Die Russen, die völlig unverhältnismäßig reagiert haben.
Die Töne der Großmächte im Georgienkonflikt werden immer schärfer. Russische Flottenverbände und Nato-Schiffe kreuzen vor der georgischen Küste. Bei einem EU-Sondergipfel zum Kaukasus soll am Montag über die politische Zukunft der Region debattiert werden. Steuert die Welt auf einen neuen Kalten Krieg zu?
Im Streit um den Kaukasus-Konflikt wird der Ton zwischen der Nato und Russland schärfer: Das Bündnis macht eine weitere Zusammenarbeit mit Moskau davon abhängig, dass die Regierung ihre Truppen aus Georgien abzieht. Bis dahin liegen weitere Gespräche auf Eis. Die Reaktion aus Russland kam prompt.
Die Lage in Georgien wird immer unübersichtlicher: Trotz der Einigung auf einen Friedensplan meldet Georgien einen Panzervorstoß sowie Bombardements auf die Stadt Gori. Russland dementiert die Angriffe. US-Präsident George W. Bush kritisierte die Russen dennoch scharf.
Besinnungslos zurück zum Kalten Krieg? Der Kaukasus-Konflikt gefährdet die historischen Erfolge im Verhältnis zu Russland - und schwächt Europa, weil es die USA auf dem Kontinent wieder zur Vormacht erhebt.
Russland hat diplomatische Beziehungen zu den von Georgien abtrünnigen Regionen Südossetien und Abchasien aufgenommen und gleichzeitig mit dem Abzug seiner Truppen aus georgischem Kerngebiet begonnen. Die Europäische Union bemüht sich unterdessen darum, ein Übergreifen der Georgien-Krise auf die Ukraine zu verhindern.
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