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16. August 2008, 15:19 Uhr

Möglicherweise zwei Deutsche entführt

In Georgien sind möglicherweise zwei Deutsche entführt worden. Südossetische Truppen sollen sie während der Kämpfe in der georgischen Stadt Gori verschleppt haben. Das Bundeskriminalamt und das Auswärtige Amt arbeiten nun mit Hochdruck an der Aufklärung des Verdachtes.

Die Spuren des Krieges: Zerstörte Gebäude in Tskhinvali, der Hauptstadt Südossetiens© DPA

Es könnte ein Geiseldrama in Georgien werden. In der Krisenregion im Kaukasus sind nach Informationen von "Spiegel Online" möglicherweise zwei Deutsche entführt worden. Das Auswärtige Amt und das Bundeskriminalamt (BKA) prüften intensiv konkrete Hinweise der georgischen Kriminalpolizei, nach denen zwei Georgier mit deutschen Pässen von südossetischen Truppen verschleppt wurden, berichtet der Online-Dienst. Bisher könnten die deutschen Behörden aber nicht mit Sicherheit bestätigen, dass es sich bei den nahe Gori, nordwestlich der Hauptstadt Tiflis verschwundenen Personen tatsächlich um Deutsche handelt, weil Details wie Geburtsdaten fehlten.

Eine Sprecherin des Berliner Außenministeriums bestätigte am Samstag, es gebe entsprechende Hinweise der georgischen Behörden, denen jetzt mit Hochdruck nachgegangen werde. Weitere Einzelheiten nannte sie nicht. Auch zu einem von "Spiegel Online" genannten ähnlichen Fall, gab es keine Informationen. Der Onlinedienst berichtet, das Auswärtige Amt habe bereits Anfang der Woche Hinweise bekommen, dass Deutsche in der ebenfalls umkämpften Region Abchasien im Nordwesten Georgiens verschwunden seien. Nach eingehender Prüfung gingen die Behörden inzwischen allerdings davon aus, dass es sich in diesem Fall um einen falschen Alarm handelte.

Am vergangenen Dienstag war nahe Gori ein deutsch-georgisches Ehepaar durch Schüsse verletzt worden. Das Auswärtige Amt hatte Bundesbürgern dazu geraten, Georgien zu verlassen. Die Botschaft in Tiflis organisierte Bustransporte, die von etwa 400 Menschen - größtenteils Deutschen - genutzt wurden, wie die Ministeriumssprecherin berichtete. Viele andere hätten Georgien auf eigene Faust verlassen. Die genaue Zahl dort ursprünglich ansässiger Deutscher ist nicht bekannt, weil es keine Meldepflicht bei der deutschen Botschaft gibt.

DPA
 
 
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