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4. Februar 2010, 12:18 Uhr

Präsident soll zur Sextherapie

Kind Nummer 20 ist da, Südafrikas Opposition reicht es. Sie fordert von Jacob Zuma endlich Mäßigung - und eine Therapie für den Präsidenten. Von Johannes Dieterich

Südafrika, Zuma, Jacob Zuma, Sex, Sextherapie, Kinder, Kondome, HIV, Aids, Opposition, Ehefrauen, Kinder, Lachnummer

Geht es nach der Opposition, soll er seine Libido therapieren lassen: Südafrikas Präsident Jacob Zuma© Alexander Joe/AFP

Ganz gleich, was die Wähler denken: Jacob Zuma ist der meistgeliebte Präsident der Welt. Der südafrikanische Staatschef heiratete erst vor einigen Wochen zum fünften Mal und hat damit drei Frauen zugleich. Ehe Nummer sechs ist schon in Arbeit, unlängst hat sich Zuma wieder verlobt. Doch selbst das scheint dem Polygamisten nicht zu reichen: Am Wochenende enthüllte die "Sunday Times", dass Zuma zum 20. Mal Vater wurde. Die Tochter eines Freundes soll dem 67-Jährigen im Oktober eine Tochter geschenkt haben.

Zumas Sexualtrieb ist mitnichten Privatsache, sondern gerät zunehmend zum Politikum. Die Opposition tobt über das "katastrophale Vorbild", das der Präsident des Landes mit der weltweit höchsten Zahl an Aidsinfizierten abgebe. Mit seiner kondomlosen Beischläferei sei er in Sachen Aidsbotschaft auch nicht besser als sein Vorgänger Thabo Mbeki, schimpft die Demokratische Allianz (DA). Mbeki hatte die Existenz des HI-Virus schlicht geleugnet. Zuma wiederum hatte sich bereits vor vier Jahren vor Gericht dafür entschuldigt, mit einer HIV-positiven Freundin der Familie ohne Kondom geschlafen zu haben.

Der Chef der oppositionellen Afrikanischen Christlich-Demokratischen Partei (ACDP), Pfarrer Kenneth Meshoe, hat nun die "Sexsucht" des Präsidenten gegeißelt. Er empfahl Zuma eine Therapie, wie ihr sich derzeit Golfer Tiger Woods unterzieht. Zuma müsse sein Leben "auf eine gerade Bahn bringen", forderte Meshoe: "Mit einem Staatschef, der übers ganze Land Kinder verteilt, sind wir doch die Lachnummer der Welt."

"Ich behandele alle meine Frauen gleich"

Dass sich Zuma zu einem solchen Schritt durchringt, erwartet am Kap freilich kaum jemand. Zumal er als Staats- und Regierungschef ja auch sonst ziemlich beschäftigt ist. Die Sicherheit bei der nahenden Fußball-WM ist nur eine seiner Sorgen. Die vergangene Woche verbrachte er vor allem damit, in Davos von den Fortschritten seines Landes zu künden. Auf seine Ehefrauen und das Bemühen um mehr Frauenrechte angesprochen, sagte er: "Kein Problem. Ich behandele alle meine Frauen gleich."

In der Tat erhält das Trio zahlreiche Zuwendungen, der Staat zahlt Unterkunft und persönliche Assistenten. Damit bei öffentlichen Auftritten nichts durcheinandergerät, verfügt Zuma in der Präsidialverwaltung über ein Koordinationsbüro für seine Gattinnen.

Dabei gibt es eigentlich nicht drei First Ladies, sondern nur eine - und das ist tatsächlich Ehefrau Nummer eins. Sizakele Khumalo besitzt die nötige Geduld: Vor ihrer Heirat 1973 wartete sie zehn Jahre lang auf die Rückkehr des politischen Häftlings Zuma aus dem Gefängnis, später musste sie sich 14 Jahre gedulden, bis er aus dem Exil zurückkehrte. Doch Kinder gebar sie ihm keine.

Gefunden in ...

Gefunden in ... ... der "Financial Times Deutschland"

Von Johannes Dieterich
 
 
KOMMENTARE (2 von 2)
 
nerventanz (05.02.2010, 07:00 Uhr)
In anderen Ländern
gehört es sicherlich zu einer guten Familie, dass sie groß ist... das schafft Ansehen. Aber das mit dem Verteilen der Kinder über mehrere Mütter wird wohl nicht so eine tolle Idee sein. :) Naja... die Frauen werden sich wohl auch was dabei denken. Wer hat schon eine Beziehung mit dem Präsidenten?
Latze (05.02.2010, 01:14 Uhr)
Tja,
wie sagte schon die Gloria von Thurn und Zaxis:,, Der Schwarze schnachselt halt gerne.
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