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24. September 2007, 22:13 Uhr

Merkels Appell an die Welt

Kanzlerin Angela Merkel hat auf dem UN-Klimagipfel nachdrücklich zu einem entschiedenen Vorgehen gegen den Klimawandel aufgerufen. "Der Klimawandel wird zu dramatischen Schäden führen, wenn wir nicht entschlossen handeln", sagte Merkel in New York. US-Präsident Bush blieb dem UN-Gipfel demonstrativ fern.

Flammender Appell auf dem UN-Klimagipfel: Kanzlerin Angela Merkel© Jörg Sarbach/AP

Sie verwies auf die wachsenden Gefahren durch Überflutungen und Dürrekatastrophen und auf Wohlstandbußen von bis zu 20 Prozent. Auf dem Gipfel, an dem 80 Staats- und Regierungschefs teilnahmen, erneuerte Merkel ihren Vorstoß, in Zukunft jedem Menschen auf der Welt nur noch die gleiche Menge an Kohlendioxid-Ausstoß zuzugestehen. Im Gegensatz zur momentanen Haltung der USA sprach sie sich auch für verbindliche Reduktionsziele in einem Abkommen unter dem Dach der Vereinten Nationen und für einen weltweiten Emissionshandel aus. "Deutschland ist bereit, zum Klimaschutz seinen Beitrag zu leisten", lautete das Fazit der Kanzlerin.

Mit dem Gipfel wollte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon eine im Dezember auf der indonesischen Insel Bali geplante Umweltkonferenz vorbereiten. Dabei soll die Grundlage für ein weltweites ambitioniertes Klimaschutzabkommen gelegt werden, das im Jahr 2012 die Vereinbarung von Kyoto ablösen soll. Am Abend (Ortszeit) wollte Merkel auch US-Präsident George W. Bush bei einem von Ban ausgerichteten Abendessen treffen. Bush sprach im Gegensatz zu Merkel nicht auf dem UN-Gipfel.

"Kein Verzicht auf Wohlstand"

In ihrer ersten Rede bei einem hochrangigen UN-Forum äußerte sich Merkel überzeugt, dass sich Klimaschutz und Wirtschaftswachstum nicht ausschließen. "Können wir Wirtschaftswachstum und Wohlstand steigern und gleichzeitig die Emissionen halbieren?", fragte die Kanzlerin. "Manche zweifeln. Ich halte beides für möglich."

Merkel verwies darauf, dass Windenergie, Solarkraft, moderne Gebäudetechnik und benzinsparende Motoren bereits zur Verfügung stünden. "Wenn wir weltweit auf einen nachhaltigen Entwicklungspfad setzen, verzichten wir nicht auf Wohlstand. Wir erzeugen ihn auf eine andere Weise", sagte sie.

Nach ihrer Ansicht müssten die Industrieländer Vorreiter im Klimaschutz sein. Dies sei eine "moralische Frage und wirtschaftliche Notwendigkeit". Die Schwellen- und Entwicklungsländer sollten eine Entkoppelung ihres Wachstums von den Kohlendioxid-Emissionen erreichen.

Wirtschaftliche Folgen des Klimawandels

Einen deutlichen Akzent legte Merkel auch auf die Einführung eines weltweiten Emissionshandels. "Erst wenn Emissionen einen Preis haben, werden klimafreundliche Technologien auch wirtschaftlich attraktiv", führte sie aus. "Es reicht nicht, neue Technologien nur entwickeln. Sie müssen auch weltweit nachgefragt werden." Die USA sperren sich gegenwärtig gegen einen solchen Handel, wie er schon in Europa üblich ist. Durch den Erwerb von Emissionsrechten aus Entwicklungsländern könnten nach Auffassung der Kanzlerin die Industriestaaten ihre Reduktionsziele kostengünstiger erzielen. Durch die Einnahmen seien die Entwicklungsländer zu einem Technologietransfer in der Lage.

Merkel wies zu Beginn ihrer Rede auf die wirtschaftlichen Folgen des Klimawandels hin. Wenn das Ziel der Halbierung der Treibhausgase nicht erreicht werde, könnten die Schäden den Wohlstand um 5 Prozent, maximal bis zu 20 Prozent mindern. Die Verwendung von einem Prozent des Wirtschaftswachstum würde hingegen genügen, um den Gefahren zu begegnen.

DPA

 
 
KOMMENTARE (5 von 5)
 
H.P. (26.09.2007, 08:22 Uhr)
Frau Merkel ein Prophet ?
Ist Frau Merkel ein Prophet oder der uns weismachen will, dass wir es selbst in der Hand hätten den Klimawandel zu stoppen?
Es wird viel geredet, alles was Frau Merkel anspricht kann nicht in die Tat umgesetzt werden, weil unser heutigen Systeme vollkommen zusammenbrechen würde, was die Amerikaner wissen, deshalb das Desinteresse der USA! Wichtiger wäre, sich dem Klimawandel anzupassen, Strategien zu entwickeln um Menschen zu retten, der Klimawandel ist nicht mehr aufzuhalten, alles muss neu ins Gleichgewicht gebracht werden. Danach wird der Mensch schlauer sein und seine Umwelt achten, ich sehe mit Zuversicht in eine neue Zukunft und neue Welt, wo die Menschen wieder im Einklang mit sich selbst und der Natur leben.
Die Treibhausgase zu verringern wird so nicht möglich sein. Die US-Amerikaner sparen keine Energie, der Verbrauch in Indien und China wächst gigantisch. Viele Einsparerfolge durch moderne Technik werden durch Wachstum zunichte gemacht. Immer mehr Menschen fahren heute Auto und fliegen. Immer mehr Menschen verbrauchen mehr Energie und wollen satt werden. Der Ausstoß von Methangas durch Viehzucht und Reisanbau zu reduzieren, würde das Hungerproblem weiter verschlimmern. Schon jetzt haben mehr als zwei Milliarden Menschen weltweit nicht genügend zu essen.
Und würden wir weniger Auto fahren und fliegen, würden weniger Autos und Flugzeuge gebaut und Arbeitsplätze gingen verloren, dem Staat fehlte die Mineralölsteuer usw. Unter diesen Voraussetzungen wird es nicht möglich sein den Ausstoß an Treibhausgasen weltweit zu verringern. Das Gegenteil ist die Realität.
http://www.naturkatastrophen.com
Hannes73 (25.09.2007, 23:54 Uhr)
Sie hat es gut gemacht!
Sie hat Stellung bezogen, das Thema ist wichtig, und sie hat es gut gemacht.
Ich hoffe, dass die USA da auch mal mitmachen. Bei den Menschen dort bewegt sich nämlich schon was in diese Richtung. Die Öl-Lobby wird dort bald den ersten Widerstand spüren, und uneinsichtige Leute wie Bush und Co. werden schon bei den nächsten Wahlen abserviert werden.
Dem Weg der Vernunft müssen sich immer mehr Länder anschließen, denn sonst fehlt uns eines Tages die saubere Luft zum Atmen und das grosse Massensterben auf unserem Planeten läßt sich dann nicht mehr verhindern. Immer mehr Menschen kapieren das inzwischen, Gott sei Dank dafür!
RomanTicker (25.09.2007, 08:18 Uhr)
Wichtiger als andere Probleme
Die Umweltproblematik ist definitiv wichtiger als alle anderen Probleme. Merkel macht genau das Richtige, wenn sie auf moderne Technologie setzt, um den Klimawandel aufzuhalten.
Es ist außerdem wichtig, einen internationalen Konsens zu finden, denn im Alleingang kann Deutschland nichts verändern. Deutschland profitiert dabei außerdem durch den Export moderner klimaschonender Technologie. Merkel hat recht, wenn sie sagt, dass sich Wohlstand und Klimaschutz vereinen lassen. Wir müssen uns nur endlich von der Öl-Lobby lossagen, verstärkt regenerative Energien nutzen und weiter forschen.
Bei allem nötigen Respekt für die Kritiker, die meinen, es gäbe genug Probleme in Deutschland, muss man sagen, dass diese Kritiker die Angelegenheit zu kurzsichtig sehen. In Deutschland gibt es Arbeitslose und Armut? Ja, aber dagegen wird bereits etwas getan und immerhin haben wir einen Sozialstaat. Die meisten Menschen auf der Erde sind nicht annähernd so gut abgesichert. Und wenn wir nicht die Umwelt schützen, dann könnte es für zukünftige Generationen ungemütlich werden auf diesem Planeten. Die Leute, die jetzt jammern, es gäbe wichtigere Probleme, sind die gleichen, die sich in der Zukunft lauthals beschwerten, dass die Vorfahren die Erde mißbrauchten.
-Dagegen- (25.09.2007, 07:16 Uhr)
Hofberichterstattung
In Deutschland gibt es viele ungelöste Probleme und Madame reist in der Weltgeschichte herum um leere Worthülsen zu verbreiten. Prima!
Roy05441 (25.09.2007, 01:33 Uhr)
Und da kam ich denn wie Echnaton,..
mit erhobenem Finger von jedem gequälten Trottel davon!
Sei für die Miss es denn auch misslich, sagen 2,6 millionen in Armut lebende Kinder, ich vermiss dich! Komme dereinst ich wieder zur Welt, weiss auf Anhieb, was christlich mich quält!
Wäre sofort der 1.te der Jesusjünger, zuheben christlich, und auch sozial, besonders demokratisch zu heben den Stinke-Finger!
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