. .
Politik im Ausland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
8. Dezember 2010, 06:39 Uhr

"Die Natur wartet nicht auf die Konferenz"

Der Klimagipfel in Kopenhagen war gescheitert. In Cancún ruft UN-Generalsekretär Ban Ki Moon mit einem dramatischen Appell dazu auf, sich auf konkrete Schritte gegen die Erderwärmung zu einigen.

Cancun, Klimakonferenz, Cancún, Umweltminister, Ban Ki Moon, Norbert Röttgen

Umweltaktivisten protestieren bei einem Marsch der Bauern während des Umweltgipfels© Ronaldo Schemidt/AFP

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat den Ministern beim Klimagipfel in Mexiko eindringlich ins Gewissen geredet. "Je länger wir zaudern, desto mehr müssen wir zahlen - wirtschaftlich, ökologisch und in Menschleben", sagte er in Cancún bei der Eröffnung der Ministerrunde. Der Weltklimarat habe klar gezeigt, dass die Emissionen in der nächsten Dekade ihren Höhepunkt überschritten haben müssen. "Um das zu erreichen, brauchen wir hier Ergebnisse." Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) bezeichnete die Verhandlungen unterdessen als schwierig und langsam.

Sicher lasse sich in Cancún kein perfektes Werk erzielen, sagte Ban, es gebe aber durchaus Fortschritte in den Bereichen Waldschutz, Anpassung ärmerer Staaten an die Folgen des Klimawandels, Technologietransfer und Finanzfonds. Nötig seien Fortschritte bei den schwierigen Themen Treibhausgas-Reduktionsziele, Überprüfungsregeln und Zukunft des Kyotoprotokolls. "Lasst uns nicht vergessen: Die Natur wartet nicht, während wir verhandeln", mahnte Ban die Vertreter von über 190 Staaten, davon rund 20 Staats- und Regierungschefs. In vier Jahrzehnten gebe es voraussichtlich neun Milliarden Menschen auf der Erde und zugleich müsse der Treibhausgasausstoß um 50 Prozent gesenkt werden.

Unerwartet langsame Verhandlungen

Derweil gehen die Verhandlungen auf der Konferenz nach Aussagen von Umweltminister Röttgen unerwartet langsam voran. Selbst Verfahrensfragen für die letzten Konferenztage seien noch offen. Es sei noch nicht vorauszusagen, ob es ein Ergebnis geben werde oder nicht. "Ich glaube allerdings, dass es tatsächlich eine andere Atmosphäre hier ist als in Kopenhagen", sagte er nach seinen ersten Gesprächen in Cancún. Die Atmosphäre sei konstruktiv. Keiner wolle erneut erklären, dass man nicht zu einem Ergebnis in der Lage gewesen sei. "Es geht auch darum, ob die Vereinten Nationen ein Handlungsformat zur Lösung dieses globalen Problems darstellen oder nicht."

Cancún habe bessere Erfolgsaussichten als Kopenhagen, weil die Staaten nicht einen großen Sprung machen müssten. "Wir haben aus der Erfahrung von Kopenhagen die Methode geändert und das ist die der schrittweisen Bewegung." Die EU sei beim Kyotoprotokoll bereit zu einer zweiten Verpflichtungsperiode, "aber sie muss auch klimapolitisch wirksam sein", erläuterte Röttgen mit Verweis auf große Schlupflöcher.

So dürfe keine heiße Luft aus der ersten Kyotoperiode übernommen werden. Russland und andere Staaten haben nach dem Zusammenbruch des Ostblocks wesentlich weniger Kohlendioxid ausgestoßen, als im Kyotoprotokoll genehmigt. Kyoto-2 dürfe sich nicht selber neutralisieren, indem diese heiße Luft aus der ersten Verpflichtungsperiode in die zweite übernommen werde.

swd/DPA
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Klimagipfel in Cancún "Deutschland hat die Führungsrolle verloren"

Die Verhandlungen auf dem Klimagipfel in Cancún gehen in die zweite Runde. Doch die Erwartungen sind gering. Ein Folgeabkommen für das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll wird es rechtzeitig wohl nicht mehr geben, befürchtet der Klimaökonom Reimund Schwarze im stern.de-Interview. mehr...

Klimaschutz-Index Atomdeal verhindert Deutschlands Top-Platzierung

Pünktlich zu Beginn der heißen Phase des Weltklimagipfels in Cancún hat Germanwatch den Klimaschutz-Index vorgelegt. Vorreiter im Kampf gegen die Erderwärmung bleibt demnach Brasilien. Merkels Atompolitik hat hingegen einen Spitzenplatz Deutschlands verhindert. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe