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11. Dezember 2009, 06:16 Uhr

EU stockt Hilfe für Entwicklungsländer auf

In der Nacht ist noch von gut fünf Milliarden Euro die Rede gewesen, jetzt sollen es sogar mehr als sieben Milliarden sein. Die EU hat bei der Klimaschutzhilfe für arme Länder noch einige Euro drauf gelegt.

Brüssel, EU-Gipfel, Klimaschutz, Finanzhilfen, Milliardenhilfe, Entwicklungsländer

Zartes Pflänzchen für den Klimaschutz: Die EU gewährt armen Ländern Milliardenhilfen© Theo Heimann/DDP

Die EU-Staats- und Regierungschefs haben in Brüssel ein starkes Signal für die Kopenhagener Klimakonferenz gegeben. Für Klima-Soforthilfen zugunsten armer Länder in der Welt sollen auf freiwilliger Basis sechs bis sieben Milliarden Euro zusammenkommen. In der Nacht gab es bereits Zusagen von mindestens 5,4 Milliarden Euro. Gegen Mittag kamen dann bereits mindestens 7,2 Milliarden zusammen. Deutschland dürfte davon allein einen Milliardenbetrag schultern.

"Wir haben einen sehr guten Fortschritt bei der Sofort-Finanzierung erzielt", hatte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso am späten Donnerstagabend gesagt. Die EU will dafür bei der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen ein Angebot machen. Die Beträge gelten für die Jahre 2010 bis 2012 und sind eine Art Anschubfinanzierung, bis am 1. Januar 2013 ein neues Weltklimaabkommen in Kraft treten kann.

Ein Drittel des weltweiten Sofortbedarfs

Mit den Milliarden sollen in den Entwicklungsländern beispielsweise Deiche zum Schutz gegen Überschwemmungen gebaut werden. Die EU würde mit ihrem Beitrag rund ein Drittel der weltweiten Sofortmaßnahmen stemmen. Weiter offen ist aber der Beitrag, den Europa zur langfristigen Finanzierung von Maßnahmen gegen den Klimawandel anbieten wird. Auf 100 Milliarden Euro jährlich wird der Bedarf der armen Länder für Klimaschutzmaßnahmen geschätzt. Europa wird davon voraussichtlich ein Drittel stemmen müssen.

Trotz ihres Signals aus Brüssel machte die EU daher auf dem Klimagipfel klar, dass sie ihr Klimaschutz-Ziel nur nachbessern werde, wenn andere große Produzenten gefährlicher Treibhausgase mitziehen. Denn in Kopenhagen sind die Fronten zwischen Industrie- und Entwicklungsländern inzwischen verhärtet. Taktieren und Abwarten bestimmten die erste Woche des Verhandlungsmarathons. Mit einer Absage an eigene verpflichtende Klimaschutzziele sorgten große Schwellenländer wie China für Ärger.

Klimavertrag frühestens nächstes Jahr

Eigentlich hätten sich die Teilnehmer am Klimagipfel schon in Kopenhagen auf einen rechtsverbindlichen Klimavertrag einigen sollen. Schon jetzt ist klar, dass dieser Vertrag erst im ersten Halbjahr 2010 ausgehandelt werden kann. Sollte auch dies nicht gelingen, wird das Inkrafttreten bis 2013 kaum noch zu machen sein.

Ein Hauptgrund für die Verschiebung ist bisher ein umstrittenes Klimaschutzgesetz in den USA, das dort im Senat bisher blockiert ist. In Washington rückte am Donnerstag erstmals ein Kompromiss näher. Drei einflussreiche Senatoren - ein Demokrat, ein Republikaner und ein Unabhängiger - erarbeiteten einen Rahmen für einen Gesetzentwurf, der eine Mehrheit in der Kongresskammer finden könnte. Es sieht eine Verringerung der Treibhausgas-Emissionen um 17 Prozent unter dem Stand von 2005 bis 2020 vor. Es entspricht damit den Vorstellungen von US-Präsident Barack Obama, nicht aber den Forderungen der internationalen Wissenschaft.

DPA/AFP
 
 
KOMMENTARE (10 von 17)
 
PolitiKerin (12.12.2009, 01:30 Uhr)
@MMSterling
Das ist ja nun der absolute Obergau an Unwissenheit und schlicht und einfach FALSCH! Bevölkerungszahlen explodieren,ja- aus Armut heraus. Um helfende Hände zu gewinnen. Ob das richtig ist, darüber lässt sich streiten. Auch hier hat man dies früher gedacht. EIn Land, welches auf Landwirtschaft setzt und setzen muss findet die Zukunft nunmal in Landarbeitern. Und wie eben schon mitgeteilt, führt nicht die Verschmutzung in Entwicklungsländern zum Klimawandel, sondern der CO2- Ausstoß in Entwicklungs- und Schwellenländern.

Und falls du es nicht anders verstehst, oder wissen möchtest, was für dich so durch Entwikclungsländer rausspringt: Schau doch mal, wo dein Kaffe her ist oder deine Klamotten genäht worden!Da können wir gerne bei der nächsten Problematik anfangen!
PolitiKerin (12.12.2009, 01:23 Uhr)
Man muss sich wundern...
...was einige Menschen hier für unqualifizierte Kommentare abgeben. Zunächst einmal ist ja wohl "Deiche bauen" nur ein Beispiel für Anpassungsmaßnahmen in den Entwicklungsländern. Denn die sind die Länder, die am meisten vom Klimawandel betroffen sind, aber am wenigsten Emissionen ausstoßen. Es ist nicht nur so, dass sie nicht nur keine Möglichkeiten haben irgendwie ihre Bevölkerungen satt zu kriegen. Nein, einige von Ihnen werden bald nicht mehr da sein!!! Bangladesch wird von der Landkarte verschwinden!!!!
Ja, natürlich müssen wir auch Politik machen für arme Menschen in Deutschland. Aber das müssen wir alle tun. Immer die Schuld auf Politiker schieben ist halt einfacher...Man sollte sich wirklich, erstmal ausreichend informieren, dann denken und dann selber aktiv werden, zumindest das Richtige wählen (oder ÜBERHAUPT wählen) und dann anfangen, einen Kommentar hier zu posten!Aber meistens verstecken sich hinter den Pseudonymen ja eh irgendwelche kautzigen Verschwörungstheoretiker, die nur auf der Welt sind, um alles mies zu machen oder anzuzweifeln!
MMSterling (11.12.2009, 14:26 Uhr)
Überlegen wir mal...
In der dritten Welt explodiert die Bevölkerungszahl.

Immer mehr Menschen führen zu immer mehr Verschmutzung.

Die Verschmutzung führt zum Klimawandel, der gefährdet die Nahrungsmittelprofduktion.

Und jetzt soll noch mehr Geld in die dritte Welt gepumpt werden? Wozu? Um diese drei Prozesse zu beschleunigen?
jeweller (11.12.2009, 14:20 Uhr)
entwicklungsland
ich lebe in so einem entwicklungsland.
Bitte, bitte schickt noch mehr,damit es uns und unseren politikern recht gut geht.
DANKE
auwei (11.12.2009, 14:19 Uhr)
@thoelz
Davor sind zwei Hürden: Erstens die Tatsache, dass Kinder in großen Teilen der Welt immer noch die einzige Altersvorsorge sind. Und zweitens die katholische Kirche und der Islam (und wahrscheinlich auch alle anderen Religionen). Also: KEINE CHANCE!
thoelz (11.12.2009, 14:13 Uhr)
Am sinnvollsten...
...wäre das Geld sicher in Verhütungsmitteln angelegt.
Während Europa mangels Nachwuchs vergreist, explodiert in armen Ländern die Bevölkerungszahl.
romeodelta (11.12.2009, 13:38 Uhr)
Deutschland sagt 1,26 Millionen Euro zu
das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen! Heute morgen wurde berichtet, dass Schäuble 400 Milliarden neue Schulden macht - das muss man sich auch auf der Zunge zergehen lassen. Etwas später wird diskutiert, wie viel DE für den Staatsbankrott Griechenlands möglicherweise berappen muss - das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen! Gestern wurde berichtet, dass DE wegen der Fachkräftemangel ausländische Fachkräfte nicht nur hierher holen, sondern bei entsprechender Eignung etwaige Bildungsdefizite finanzieren will - das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen! Aber für das eigene Volk ist nix - und das muss man sich wirklich auf der Zunge zergehen lassen!
Corazito3333 (11.12.2009, 12:43 Uhr)
anstatt in exotische Länder Geld für den Klimaschutz
zu schicken - und wer kassiert dieses Geld, in wessen Taschen landet es????? Bei uns brechen die Deiche, bei uns hungern die Kinder und die Armen, frieren werden sie auch der Winter steht vor der Tür. In München campen die Obdachlosen unter den Brücken, in den Obdachlosenheimen dürfen sie in der Nacht, tagsüber müssen sie im Freien sein (schönes Gesetz). Und wir schicken Geld in exotische Länder!!! Ist das nicht unsinnig.
Corazito3333 (11.12.2009, 12:39 Uhr)
Hypo Real Estate = 100 Milliarden
als Geschenk und wo sind die Milliarden???? in wessen Taschen????, hätte man 10 Millarden abzweigen können für den Welthunger 10 Millarden für den Klimaschutz - und diese asozialen Banker haftbar gemacht und ihr Gesamt-Vermögen zur Abwendung des Schadens eingesetzt. Warum nicht????? Wie es gelaufen ist - hat es nichts gebracht!!!!
Malt (11.12.2009, 11:05 Uhr)
@romeodelta
Mehr gibt's dazu eigentlich nicht zu sagen - ist wie der Welthunger! Die Welthungerhilfe schätzt, dass ca. 10 Milliarden ausreichen würden, um den Hunger auf der welt dauerhaft bekämpfen zu können... dafür ist aber leider, leider kein Geld da ^^
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