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Können Toiletten Vergewaltigungen verhindern?

Eine halbe Milliarde Inder hat keine Toilette. Stattdessen verrichten die Menschen ihre Notdurft irgendwo draußen - für Frauen kann der Gang aufs Feld lebensbedrohlich werden.

Können Toiletten Vergewaltigungen verhindern?

550 Millionen Inder haben keine eigene Toilette, in den Städten geht jeder Achte zum großen Geschäft irgendwo nach draußen

550 Millionen Inder haben keine eigene Toilette, in den Städten geht jeder Achte zum großen Geschäft irgendwo nach draußen

Ich wollte damals nur mit einem Fotografen einen guten Aussichtspunkt am Fluss Ganges finden, als Dorfbewohner auf uns zukamen: Wir müssten aus dem Feld verschwinden, sagten sie. Und zwar schnell. Ich verstand erst, als ich die verdrucksten Gesichter der jungen Mädchen aus der Gruppe sah. Wir standen mitten auf dem Feld, das von diesem Dorf als öffentliche Toilette genutzt wurde. Etwa die Hälfte aller Inder erleichtert sich im Freien, zwischen Bahnschienen oder in Hinterhöfen. Die Menschen baden hier zweimal am Tag, fegen jeden Krümel vor der Haustür weg. Aber viele halten Toiletten für abwegig. Sie fühlen sich in den kleinen Räumen beengt und halten sie für zu schmutzig, um sie im Haus zu haben. Kampagnen der Regierung liefen ins Leere. Es sind Frauen, die eine Wende im Denken einleiten. Denn die öffentliche Erleichterung kann für sie lebensgefährlich sein: Immer wieder werden Mädchen beim nächtlichen Gang aufs Feld vergewaltigt, in einem weltweit bekannt gewordenen Fall sogar ermordet. Hilfsorganisationen haben bereits mehr als eine Million Toiletten gebaut, ein Festival wirbt mit einem großen Kackhaufen für die Schüssel. Das kommt einer Revolution gleich, das Thema war bisher mit großer Scham besetzt. Damals, auf dem Feld, bin ich davongeschlichen, die Augen fest auf den Boden gerichtet.

Die "World Toilet Organization" setzt sich seit Jahren dafür ein, mehr Menschen zu sanitären Einrichtungen zu verhelfen

Von Cornelia Fuchs, -Auslandsreporterin

Wie viele Menschen sind offline?

Eine Studie beweist: Um die Internetfähigkeiten ist es in Deutschland nicht gut bestellt - obwohl der überwiegende Teil der Bevölkerung online ist. Doch gemessen an der Weltbevölkerung leben wir im Paradies, denn 4,4 Milliarden Menschen sind völlig abgeschnitten vom Netz. Allein 3,2 Milliarden von ihnen leben in einem in der 20 Staaten, die auf der Karte dargestellt sind. Sie sind ärmer und leben öfter auf dem Land als der Rest der Bevölkerung. Jede Dritte in Analphabet.

Statistik über Internetnutzung nach Kontinenten

Von , stern-Redakteur

Warum gehen im Iran Frauen massenhaft Frauen auf die Straße?

Die Mullahs in Teheran sind ratlos - seit einigen Wochen werden die erzkonservativen Regenten von selbsternannten Tugendwächtern herausgefordert. Diese fahren auf Motorrädern durch die Stadt Isfahan und überschütten Frauen mit Säure. Frauen, die ihrer Ansicht nach nicht ausreichend verhüllt sind. Die Attacken häufen sich in letzter Zeit, wogegen zuletzt bis zu 2000 Iraner protestiert haben. Die Demonstranten behaupten, die Regierung habe die Täter aufgewiegelt, indem sie die Bevölkerung zu mehr sozialer Kontrolle aufgerufen hat. Die Behörden weisen dies vehement zurück und drohen den Tätern mit harten Strafen.

Die Deutsche Welle schreibt hier mehr über die Proteste

Von Michael Lehmann, stern-Islamexperte

Welche Länder erkennen Palästina an?

Polen, Rumänien, die Slowakei und Zypern gehörten bislang zu den wenigen EU-Ländern, die Palästina als Staat anerkennen. Mit Schweden gesellt sich nun das erste westliche EU-Land in diesen Kreis. Vermutlich wird es nicht das letzte sein: Großbritannien berät bereits darüber, den umstrittenen Staat anzuerkennen - wie 135 von 193 anderen UN-Mitgliedsstaaten auch.

Lesen Sie hier einen Beitrag der Deustchen Welle dazu

Von der stern-Redaktion

Warum werden in den USA Schaukeln verboten?

Sie sind zu gefährlich. Die Versicherungen wollen das Risiko nicht mehr tragen. Kürzlich stürzte in Vancouver, Washington, ein siebenjähriges Mädchen von einer Schaukel und starb. Nun lassen Schulen landesweit die Spielgeräte demontieren. Jährlich verunglücken auf Spielplätzen in den rund 200.000 Kinder, davon 15 (0,0075 Prozent) tödlich.

Lesen Sie hier über den konkreten Anlass aus Washington

Von Norbert Höfler, stern-USA-Korrespondent, New York

Ring-Reste in Krasnaja Poljana

Ring-Reste in Krasnaja Poljana

Was ist aus den Olympia-Bauten in Sotschi geworden?

Viele veröden. Dabei waren die Olympischen Winterspiele im vergangenen Februar die teuersten aller Zeiten, kosteten etwa 50 Milliarden Dollar. Doch die Touristen bleiben in dem traditionellen Sommerurlaubsort am Schwarzen Meer weitgehend aus. In den Neubauvierteln werden noch immer unzählige Wohnungen zum Kauf angeboten. Beinahe menschenleer sind die neu erstandenen Bergdörfer "Krasnaja Poljana" und "Rosa Chutor". In einigen der 42.000 Hotelzimmer wurden kostenlos Beamte aus Moskau und Krasnodar untergebracht, meldete die Lokalzeitung "Kawkaskij Usel" - fast wie zu Sowjetzeiten.

Lesen Sie hier mehr zur 'Geisterstadt in den Bergen'.

Von Bettina Sengling, stern-Auslandsreporterin

Wie lange muss man wo für ein Bier arbeiten?

Kaufkraft weltweit: In Bangladesch schuftet ein Mindestlöhner 16 Stunden, also zwei volle Arbeitstage, für ein Bier zum Durchschnittspreis. In beträgt die Arbeitszeit dagegen nur 24 Minuten.

Wo ist das Bier am teuersten, wo am billigsten? Die Kollegen von Manager-Magazin listen es auf.

Von der stern-Redaktion

Die Welt verstehen

Jede Woche beantworten Experten und Fachredakteure des stern in der Rubrik "Die Welt verstehen" Fragen zu aktuellen und zu abseitigen Themen.
Künftig finden Sie hier eine Auswahl sowie weitere Fragen und Antworten aus aller Welt.

Sie wollen auch etwas wissen? Richten Sie ihre Frage an uns

Sind Tom-und-Jerry-Cartoons rassistisch?

Offenbar. Wenn auch bislang nur für Amazon und dessen Instant-Prime-Videodienst. Einige Folgen des Zeichentrick-Dauerbrenners sind mit folgenden, etwas umständlichen Warnhinweis versehen: "Tom-und-Jerry-Clips beinhalten ethnische und rassistische Vorurteile, die in der amerikanischen Gesellschaft früher an der Tagesordnung waren. Sie waren damals falsch und sind es heute noch." Betroffen sind vor allem die früheren Folgen, die aus den 1940ern stammen. Die Rassismus-Vorwürfe sind nicht neu, bereits in den 1960er-Jahren wurden einige Katz-und-Maus-Episoden deswegen umgeschnitten. Ebenso wie einige Neufassung, aus denen Szenen entfernt wurden, ín denen geraucht wird.

Lesen Sie mehr dazu bei der BBC

Von Niels Kruse, stern-Redakteur

Warum kommen die meisten IS-Kämpfer aus Tunesien?

Vor allem wegen der Wirtschaftsmisere. Tunesien leidet an den Folgen des arabischen Frühlings: Der Tourismus ist eingebrochen. Und Öl gibt es hier nur vergleichsweise wenig. Die Arbeitslosigkeit ist weit höher als bei den nordafrikanischen Nachbarn. Während al Kaida einst eher die Söhne der Mittelklasse anzog, gehen zum "Islamischen Staat" nach Syrien und in den Irak heute vielfach die Armen, die Ungebildeten, die Cracksüchtigen. Geschätzte 3000 Tunesier verdingen sich insgesamt fürs Kalifat, mehr als aus irgendeinem anderen Land. Private Stiftungen aus den Golfstaaten sollen den Familien pro Kämpfer mehrere Tausend Dollar bezahlen.

Von Michael Lehmann, stern-Islamexperte

Welche Länder haben die wenigsten Touristen?

Erstaunlich viele mit Palmenstränden und besonders viel Sonne: Von den zehn am wenigsten besuchten Ländern der Welt liegen vier in der Karibik und drei in der Südsee: Nach Montserrat, Anguilla, St. Vincent und die Grenadinen sowie Dominica (Karibik) sind vergangenes Jahr zusammen 226.000 Menschen gereist. Nach Kiribati, Niue und Palau (Pazifik) 118.000. Gründe für die Unbeliebtheit sind vor allem schlechte Erreichbarkeit und wenig vorhandene Infrastruktur. Auch zwei europäische Länder haben es unter die Topten der unbeliebtesten Reiseziele geschafft: Liechtenstein und Republik Moldau, beide zusammen kommen auf 156.000 Besucher. Fehlt noch Osttimor bei Indonesien: 78.000 Touristenankünfte wurden zuletzt in dem gerade einmal zwölf Jahre alten Land gezählt.

Lesen Sie mehr dazu bei der Welttourismusorganisation

Von Niels Kruse, stern-Redakteur

Wie schlimm ist die Dürre in Guatelama?

In Guatemala herrscht die schwerste Trockenheit seit Jahrzehnten. Allein 80 Prozent der Maisernte fallen bislang aus. Die Katastrophe trifft vor allem die Kleinbauern und die vielen chronisch unterernährten Kinder. Mehr als einer Million Menschen werden in den kommenden Monaten die Lebensmittel fehlen. Präsident Otto Pérez hat den Notstand ausgerufen, um internationale Hilfe gebeten. Auch andere Länder Mittelamerikas sind betroffen: Nicaragua, Honduras und El Salvador. Forscher prognostizieren, dass Mittelamerika aufgrund seiner Lage zwischen zwei Ozeanen in Zukunft besonders gebeutelt sein wird. Neben dem Klimawandel spielt auch El Nino eine Rolle, die Umkehrung einer Strömung im Pazifik und eine damit veränderte atmosphärische Zirkulation. Seit April ist El Nino aktiv.

Sehen Sie hier ein Video von Al Dschasira über die Dürre

Von Horst Güntheroth, stern-Wissenschaftsreporter

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