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1. Mai 2007, 18:19 Uhr

Die Welt blutet für Bushs Politik

Eine erschütternde Bilanz: Die Zahl der Terroranschläge ist einem Bericht des US-Außenministeriums zufolge im vergangenen Jahr um 25 Prozent gestiegen. Der Bericht beweist endgültig: US-Präsident Bushs "Krieg gegen den Terror" ist gescheitert. Seine Politik ist ein Desaster, unter dem die ganze Welt zu leiden hat. Von Malte Arnsperger

US-Präsident Bush bei einer Rede über Terrorismus in Michigan© AP Photo/Carlos Osorio

"Krieg gegen den Terror" hat US-Präsident George W. Bush den Versuch genannt, auf die schrecklichen Anschläge vom 11. September 2001 angemessen zu reagieren. Er hat seine gesamte Präsidentschaft auf das Ziel ausgerichtet, den Terror zu bekämpfen. Doch seine Strategie, seine Politik ist ein Desaster. Wenn es daran noch irgendwelche Zweifel gab, dann wurden sie nun durch einen Bericht seines eigenen Außenministeriums ausgeräumt: Die Zahl der Terroranschläge weltweit ist demnach im vergangenen Jahr um sage und schreibe 25 Prozent auf 14.000 gestiegen, 20.000 Menschen verloren dabei ihr Leben.

Hauptgrund für den Anstieg ist die Gewalt im Irak. Dort sind die Attacken sogar um 91 Prozent hochgeschnellt. Eine unglaubliche Zahl. Das musste selbst das US-Außenministerium zugeben. Kleinlaut wurde eingeräumt, dass die Irak-Invasion von den Terroristen als eine Art Motivationsschub für die Radikalisierung und für extremistische Aktivitäten genutzt wird. Das habe zudem für Instabilität in den benachbarten Ländern gesorgt.

Der Bericht ist eine schallende Ohrfeige für Präsident Bush. Und das genau vier Jahre, nachdem er medienwirksam auf einen Flugzeugträger landete und sich vor einem Plakat mit der Aufschrift "Mission accomplished"- Mission erfüllt - als großer Feldherr feiern ließ. Obwohl alle Welt weiß - und es der Bericht des Außenministeriums aufs neue beweist - dass von einer Verbesserung der Lage im Irak heute keine Rede sein kann, beharrt Bush stur wie ein texanisches Rind auf seinem Standpunkt: Der Sturz von Saddam Hussein war ein wichtiger Sieg im Krieg gegen den Terror, und der Sieg im Irak ist mit zusätzlichen US-Truppen noch zu erreichen. Diese absurde Haltung hat Bush auch bekräftigt, nachdem ihm der Kongress schon vor einigen Tagen eine ebenfalls schmerzhafte Ohrfeige erteilt hatte. Sowohl das Repräsentantenhaus als auch der Senat stimmten da für ein Gesetz, dass den Wehretat mit einer Abzugsklausel für alle US-Soldaten verbindet.

Doch Bush hat sofort sein Veto angekündigt. Er will sich nicht von seinem Kurs abbringen lassen. Weder von ausländischen Regierungen, noch von der heimischen Opposition. So wie er es seit dem 11. September 2001 getan hat. Damals hat er Afghanistan angegriffen. Um Terrorfürst Bin Laden zu fangen, die Taliban zu schwächen und Afghanistan aus einem Rückzugsgebiet für Islamisten in ein ruhiges Land zu verwandeln. Der Erfolg bleib aus: Bin Laden ist über alle Berge, die Taliban erobern sich das Land nach und nach zurück, und nach Angaben des Berichts des Außenministerium sind die Anschläge dort im vergangen Jahr um gut 50 Prozent gestiegen.

Doch nicht nur die Menschen im Irak oder in Afghanistan haben unter der verheerenden Amtszeit von George W. Bush zu leiden. Ob die tödlichen Terrorattacken in Indonesien, London, Algerien oder die geplanten Anschläge in Deutschland: Zwar kann niemand sagen, wie die Welt unter einem moderateren US-Präsidenten aussehen würde. Sicher ist aber, dass dieser Präsident mit seiner Sturheit, seiner schwarz-weiß-Weltsicht und seiner Schießen-statt-Reden-Politik dazu beigetragen hat, die ganze Welt unsicherer zu machen. Der Bericht des US-Außenministeriums hat das Scheitern des amerikanischen "Krieges gegen den Terror" endgültig festgestellt.

Nun wird es noch fast zwei quälend lange Jahre dauern, bis George W. Bush endlich das Weiße Haus räumen muss. Leider werden in diesen zwei Jahren noch viele Menschen einen blutigen Preis für seine verfehlte Politik bezahlen müssen. Wahrscheinlich nicht nur im Irak und Afghanistan.

Ihre Meinung

Was meinen Sie: Ist US-Präsident Bush Schuld an dem Anstieg des weltweiten Terrors?

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Von Malte Arnsperger
 
 
KOMMENTARE (10 von 47)
 
H.Heine (03.05.2007, 21:46 Uhr)
Blutgeld
Die Welt blutet fuer den amerikanischen Wohlstand. Und wenn jemand diesen Wohlstand in Frage stellt, dem Gnade Gott. Mann denke nur an die Giftpfeile aus dem Weissen Haus, als Schroeder eine Beteiligung an den Irak Krieg ablehnte. Pakistan wurde da schon mit echten Bomben bedroht und siehe da, ein Despot zieht in den Krieg gegen den Terror. Schoen wie schnell ein Putschist ploetzlich Praesident genannt wird. Das Resultat des amerikanischen Feldzuges sind zwei fast vollstaendig zerstoerten Laender, also Afghanistan und der Irak. Ein Vormarsch von Extremisten ueberall in der Welt- und daraus resultiert dann wieder der Terrorismus. Der amerikanische Krieg gegen Terror war eher eine Werbekampagne fuer mehr Terror. Schade dass nur wenige erkennen, dass diese Kriege mit erheblichen Wirtschaftlichen Interessen verbunden sind. Die Krieglobby, die Oellobby, die Logistiglobby; alle verdienen sich dumm und daemlich.
Es gab mal eine Zeit, als die Welt hoffnungsvoll gen USA schaute. Jetzt sind die meisten Voelker froh, wenn Amerika sie nicht anschaut.
Marlene23 (03.05.2007, 14:40 Uhr)
Sozialpädagogik für Anfänger
Schauen Sie mal, aus welchen Verhältnissen gewalttätige Kinder kommen. Und schauen Sie mal, wie sich Kinder verhalten, die mit Liebe und vor allem Vertrauen großgeworden sind.
Schauen Sie jetzt mal im Großen, wo Gewalt entsteht. Und schauen Sie mal, wo die Menschen friedlich sind.
Das beantwortet die frage von selbst, wer hier Ursache und wer Wirkung ist.
Eigentlich auch nicht schwerer zu verstehen wie das unsägliche Gut/Böse des Ex-Alki. Aber darum gehts ja auch gar nicht. "Öl" heißt der Treibstoff!
direktsaft (03.05.2007, 10:30 Uhr)
Und nun? #2
Was mich so undendlich wuetend macht ist das Gefuehl der Hilflosigkeit. ein Grossteil erkennt, und hat schon lange erkannt, was hier gespielt wird, aber keiner hat eine Handhabe etwas dagegen zu tun oder den Leute die die Mittel haetten klar zu machen was sie ihre Pflicht in solch einer Situation ist. Und was mich auch so ankotzt in dieser ganzen Diskussion um Terrorgefahr, Schaeuble 2.0 , Kampf gegen den Terror, ist das alle nur davon reden das Resultat des Terrors zu bekaempfen aber nicht Ursachen dieser ganzen Situation. Keiner stellt sich die Frage was bringt Leute dazu Terroraktionen gegen westliche Staaten zu verueben. Warum sind wir jetzt da wo wir sind. Keine unternimmt eine Aktion um beide Aeiten erstmal zu entspannen und dann miteinander zu kommunizieren. Das die haudrauf Mentalitaet nichts bringt sieht man jeden Tag. Das sich kein Land damit abgibt besetzt zu sein und sich seiner Kultur und Ressourcen beraubt sieht ist doch nur logisch. Jetzt hoer ich schon wieder die die sagen "aber die wollen uns doch von ihrem Glaube ueberzeugen und unsere Kultur bekaempfen". Sicherlich gibt es ein paar Kanditaten, die gibt es hier aber auch. (Bush handelt, in der Oeffentlichkeit genau so und noch schlimmer. Er will dem Land mit Waffengewalt Demokratie bringen.). Aber die Mehrheit denkt anders, das ist ein bewiesener Fakt. Der erste Schritt waere doch das alle westlichen Armeen den mittleren Osten verlassen. Sofort und absolut. Es waere ein Zeichen des aufeinander zu gehens. Mit Soldaten im Ruecken kann man keine Dialog fuehren. Jetzt waere die, vermutlich naive, Frage wie bekommt man sein eigenes Land, seine eigene Regierung dazu endlich mal den Amerikaschmusekurs zu verlassen, auf diplomatische und wirtschaftliche aengste zu scheissen, und auf Konfronationskurs gegen diese Kriegspolitik zu gehen? Ich kann mir einfach nicht vorstellen, das Regierungen Europas nicht sehen was da abgeht und welche Konsequenzen das alles haben kann. Wenn wir so weiter machen, brauchen wir keine wirtschaftlichen Beziehungen. Wenn das so weiter geht, wird es so sein wie nach dem 2. Weltkrief. Alle haben gesehen was da ablaeuft aber keine hat was dagegen gemacht. Waere jetzt die Frage. Was macht man?
davehaasters (02.05.2007, 16:59 Uhr)
@AxelR.
Da haben Sie alledings Recht. Ich korrigiere mich: Wir befinden uns im Steinzeitalter mit modernen Vernichtungswaffen.
SabineRebecca (02.05.2007, 16:42 Uhr)
nachtrag
Entschuldigung, ein halber Satz ist verloren gegangen:
Also wird es nie eine Selbstzensur (der Medien) aus ethischen Gründen geben, immer wird verquer ethisch auf die Pflicht, Wissen zu verbreiten, hingewiesen werden.
SabineRebecca (02.05.2007, 16:34 Uhr)
Geteilte Schuld
Herr Bush ist blutrünstig, macht- und geldgierig und nicht lernfähig, sprich er will nichts an seiner Politik ändern.


Nun schreiben wir diesen Satz noch einmal und ersetzen den Herrn Bush durch eine andere Weltmacht:


Die Medien sind blutrünstig, macht- und geldgierig und und nicht lernfähig, sprich sie wollen nichts an ihrer Berichterstattung ändern.
Bei fehlender Berichterstattung über jedes einzelne Attentat, würde sich die Zahl der Terroranschläge auf Dauer vermindern?
Kein Zweifel.


Wenn die Terroristen “nur” noch das Internet nutzen könnten um ihre Greueltaten zu verbreiten, was dann?


Würde dann das Suchen eines Einzelnen nach diesen Nachrichten plötzlich als pervers angeprangert werden, da sie nicht offiziell allen - womöglich live - um die Ohren geschlagen werden? Ja bestimmt.


Die Terroristen nutzen die garantiert immer reisserische Aufmachung der Nachrichtensendungen und aller anderen Massenmedien für ihre Zwecke.


Hören deshalb die Medien auf, auf diese Art zu berichten?
Nein, denn das würde ja zu extremen finanziellen Einbußen führen.
Also wird es nie eine Selbstzensur aus ethischen Gründen geben, immer wird verquer ethisch auf die Pflicht


Oder hört der “Verbraucher” auf, diese Nachrichten aufzunehmen? Auch nicht, es ist ja eines jeden Pflicht sich zu informieren und eines jeden Recht an Informationen heranzukommen.
Eine andere Sichtweise ist vielleicht gefragt: Jeder weiss, dass alles falsch läuft und jeder zeigt mit dem Finger auf Herrn Bush aber niemand auf sich selbst.
Nur eins: Wem das Grauen bewusst ist, der muss es sich nicht zur Pflicht machen, sich davon täglich berieseln zu lassen um ein Gewissen zu beweisen.

Wer ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein auf Herrn Bush.
hamtidamti (02.05.2007, 13:39 Uhr)
Es wird immer einen geben ........
@JH01
ich will dir deine Hoffnung ja nicht nehmen, aber eher wird die Erde zum Mittelpunkt des Universums als das auch nur ein Hauch von deiner Vision wirklichkeit wird. Das amerikanische System lässt solches aus sich heraus auch gar nicht zu. Genauso wie auch jeder Zweifel daran, dass es sich um das beste aller Systeme handelt als unamerikanisch und damit bekämpfenswert gilt.
Wie dem auch sei, ist der von vornherein nur zum Wohl der Rüstungsindustrie und zur Befriedigung des eigenen Rachetriebes geführte Krieg gegen den Terror doch nur die Spitze des Eisberges. Wer heute in die USA reist (manchmal muss ich, leider) kommt sich vor, als beträte er einen Hochsicherheitstrakt, aber nicht als Besucher sondern als potentieller Schädling. Vergleiche ich dies mit der Gastfreundschaft an den selben Grenzen zu den Zeiten meiner ersten Besuche, so ist nichts mehr von der Offenheit und Herzlichkeit geblieben, die mich damals begrüßt hat. Als Gast, geschweige denn als Freund kann sich hier niemand mehr fühlen. Wer als Nation soviel Angst hat, dem kann man nur einen einzigen Rat geben: Zieht 'ne Mauer um Euch herum und macht 'nen Deckel drauf. Dann seid ihr noch besser vor der bösen, bösen Welt geschützt; wichtiger jedoch ist, dass die Welt vor euch geschützt ist.
Ich möchte fast davon ausgehen, dass sich alles wie von selbst regelt, wenn nicht Irgendeiner versucht ungefragt über das Schicksal Anderer zu entcheiden.
Aber leider wird sich immer irgendwo auf dieser Welt ein so denkender Idiot finden! Er muss nicht zwangsläufig immer wieder Bush heissen.
nemetico (02.05.2007, 11:19 Uhr)
Wieviel Millionen umgebrachte Zivilisten dürfens denn sein?
@vacancy
"Wer glaubt, die Terroranschläge von 9/11 und alle folgenden hätten ohne Bush nicht stattgefunden, ist naiv."
Dem ist zuzustimmen. Diese Terroranschläge (Sprengung dreier Wolkenkratzer in NY) brauchten nur irgendeinen vollkommen willfährigen Präsidenten als Kasperlefigur zur Inszenierung, da hätte es nicht ausgerechnet der Erbe des Hitler - Finanziers Prescott Bush sein müssen. Eine andere Marionette hätte auch genügt.
"Was man diesem Präsidenten vorwerfen muß, dass er den notwendigen Krieg gegen den Terror nur halbherzig und schlecht Vorbereitet geführt hat."
Spricht hier die unverblümte Lust am Massenmord? Solche Deutschen wie diesen mögen die "transatlantischen Freunde" geeern. Die Abschlachtung von über 1 Miilion Irakern war nicht nur "notwendig", sondern auch "halbherzig" und "schlecht vorbereitet". Wieviel Millionen zerfetzte Zivilisten hätten es denn sein sollen, wenn es nach Ihnen ginge, "vacancy"?
Um es ganz klar zu machen: Ihre amerikanischen Freunde sind nicht unsere amerikanischen Freunde.
@alle
Es gibt sogenannte "Public Affairs" Agenturen, deren Aufgabe u.a. darin besteht, die "Öffentlichkeit" für "gewisse US-Aktivitäten" "günstig zu disponieren". Dazu gehört auch die "Betreuung" von Kommentarforen großer deutscher Presseorgane.
JH01 (02.05.2007, 11:02 Uhr)
Und nun?
Ja, natuerlich haben wir es alle gewusst, haben versucht die Amerikaner nicht allgemein als ueber-patriotisch ab zu stempeln, oder aehnliches zu fuehlen.
Die Frage ist doch jetzt, was ist zu tun?
Durch meine Taetigkeit reise ich viel. Bush hat der gesamten Welt ein texansiches Brandzeichen gezetzt und des schmerzt mit jedem Tag mehr Man kann es an jedem Ort fuehlen.
Wie kann es heilen? Meine Meinung ist, dass nur energische Bescheidenheit und kommunizierte Einsicht diesen Fluch von der Erde nehmen kann. Ein Humanist an der Spitze der Amerikaner koennte dies bewerkstelligen, einer dem das eigene Ego weniger wichtig ist als das friedliche Miteinander aller, einer der Macht nicht zum Selbstzweck benutzt, um seine Taschen zu fuellen. In welcher Situation wir uns auch wieder finden -- eine Heilung der kulturellen Wunden wird eine wichtige Vorraussetzung sein fuer den Frieden auf unserem Planeten.
Ernst1 (02.05.2007, 10:46 Uhr)
Einer der besten Kommentare
Gratulation. Direkt auf den Punkt gebracht. Schlimm, dass Merkel wieder auf Schmusekurs in der USA unterwegs ist und diesen Mann noch Aussenpolitsch stärkt. Bush ist einfach nicht mehr tragbar und gehört vor ein Kriegsverbrechertribunal. Gegen Bush ist Saddam nur ein kleiner Schuljunge.
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