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Raketenteile treffen deutsches Kreuzfahrtschiff

Nach Luftangriffen auf den Gazastreifen wächst die Sorge vor Krieg: Auch ein deutsches Kreuzfahrtschiff wurde in den Konflikt verwickelt. Eine Aida wurde offenbar von Raketenteilen getroffen.

  Passagiere und Crew auf der Aida Diva wurden unfreiwillig in den Konflikt hineingezogen

Passagiere und Crew auf der Aida Diva wurden unfreiwillig in den Konflikt hineingezogen

Nach massiven Raketenangriffen aus dem Gazastreifen hat Israel eine neue Offensive in dem Küstengebiet gestartet. Vertretern der radikalislamischen Hamas zufolge flogen israelische Kampfflugzeuge am frühen Dienstagmorgen Dutzende Angriffe. Auch Wohnhäuser seien beschossen und zerstört worden. Zwölf Menschen seien verletzt worden, sagte ein Sprecher der lokalen Notfalldienste. Auch Passagiere und die Besatzung eines Kreuzfahrtschiffes des Rostocker Unternehmens Aida Cruises wurde nun unfreiwillig in die Auseinandersetzungen hineingezogen.

Wie ein Korrespondent der ARD-"Tagesthemen" unter Berufung auf einen Fahrgast berichtete, fielen Trümmerteile mehrerer abgefeuerter Raketen am Montagabend auf das Schiff Aida Diva. Das Unternehmen teilte mit, bei dem Vorfall seien keine der 2700 Gäste und Crew-Mitglieder verletzt worden. Die auf dem Passagierdeck entdeckten "Kleinstpartikel" hätten keinen Schaden am Schiff angerichtet. Sie könnten nach ersten Einschätzungen von Abwehrraketen stammen.

Der Vorfall habe sich beim planmäßigen Auslaufen aus dem israelischen Hafen Aschdod, etwa 30 Kilometer nördlich des Gazastreifens, ereignet. Das Schiff habe ohne Verzögerung den Hafen verlassen und befinde sich auf dem Weg nach Kreta. Der Zwischenfall wurde weder von der israelischen Armee noch von Hamas-Vertretern bestätigt.

Luftangriff auf Palästinensergebiet

Nach dem Beginn der Luftoffensive stellt sich die israelische Armee auch auf den Einsatz von Bodentruppen in dem Palästinensergebiet ein. Der israelische Militärsprecher Peter Lerner sagte, die Offensive habe zwei Ziele. "Wir wollen der Hamas im Gazastreifen einen Schlag versetzen und die Raketenangriffe auf Israel verringern." Am Montag seien rund 80 Raketen auf israelische Ortschaften abgefeuert worden. "Wir werden dem ein Ende setzen", sagte der Militärsprecher. Es gebe keine zeitliche Beschränkung der Operation, aber er denke nicht, dass das sofort passieren werde.

Israels Luftwaffe habe in der Nacht zum Dienstag etwa 50 Ziele in dem schmalen Küstenstreifen angegriffen. Darunter seien auch die Wohnhäuser von vier militanten Hamas-Mitgliedern gewesen. Außerdem habe die Luftwaffe Raketenabschussrampen und Trainingslager beschossen. "Wir werden den Druck langsam verstärken", sagte Lerner. Die Armee werde auch mehr Reservisten mobilisieren. In einem Umkreis von 40 Kilometern Entfernung vom Gazastreifen seien die Menschen angewiesen worden, sich in der Nähe von Schutzräumen aufzuhalten. Insgesamt verfüge Hamas über etwa 10.000 Raketen mit verschiedenen Reichweiten bis etwas nördlich von Tel Aviv. Man bereite sich auch auf die Möglichkeit vor, dass Hamas Ziele über den Umkreis von 40 Kilometern hinaus angreifen könnte.

Hamas warnt vor weiteren Attacken

Die Gewalt zwischen Israelis und militanten Palästinensern war zuletzt eskaliert. Beide Seiten beschießen sich seit Tagen mit Raketen und Granaten. In mehreren Städten kam es zu Krawallen. Auslöser waren die Entführung und die Ermordung von drei jüdischen Religionsschülern sowie der #link;http://www.stern.de/panorama/krawalle-nach-leichenfund-palaestinenser-in-jerusalem-vermuten-racheakt-2121151.html;mutmaßliche Rachemord an einem palästinensischen Jugendlichen#. In der Region wächst die Sorge vor einem neuen Gaza-Krieg sowie einem neuen Palästinenser-Aufstand.Nach Angaben aus palästinensischen Sicherheitskreisen zerstörten israelische Kampfflugzeuge am frühen Dienstagmorgen im Süden des Gazastreifens drei Häuser von Hamas-Mitgliedern. Die dort lebenden Familien hätten zuvor einen Warnanruf der israelischen Armee erhalten.

Der bewaffnete Arm der Hamas warnte umgehend vor weiteren solchen Attacken. Angriffe auf Wohnhäuser seien eine rote Linie, schrieben die Al-Kassam-Brigaden in einer per Email verbreiteten Mitteilung. Sollte dies nicht gestoppt werden, "werden wir darauf mit einer überraschenden Ausweitung unserer Attacken reagieren".

fme/DPA/DPA
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