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Waffenruhe hält - Helfer bergen 1000. Todesopfer

Nach tagelangen Kämpfen betreten Rettungsdienste und Reporter erstmals massiv angegriffene Teile Gazas. Von Trümmern verschüttete Opfer werden geborgen. Die Weltdiplomatie sucht den Weg zum Frieden.

Die zwischen Israel und der radikal-islamistischen Hamas vereinbarte #link;http://www.stern.de/politik/ausland/gaza-konflikt-israel-willigt-in-zwoelfstuendige-waffenruhe-ein-2126635.html;zwölfstündige Waffenruhe im Gazastreifen# hält bisher. Nach #link;http://www.stern.de/politik/ausland/nahostkonflikt-israel-setzt-angriffe-auf-gaza-fort-2125658.html;tagelangen Luftangriffen und Bodenoperationen des israelischen Militärs# nutzen viele Palästinenser in dem dicht besiedelten Gebiet am Samstag die Möglichkeit, sich mit Nahrung und Medikamenten einzudecken. Auf den Straßen waren Menschen zu sehen, in den Lebensmittelmärkten herrschte Andrang, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur DPA aus der Stadt Gaza berichtete. Nach der am Vortag erzielten Vereinbarung sollen die Waffen zwischen 7 Uhr und 19 Uhr schweigen. Derweil gingen bei einem Außenministertreffen in Paris die diplomatischen Bemühungen weiter, den Krieg zu beenden.

  Versorgung: Diese jungen Palästinenser nutzen die zwölfstündige Waffenruhe, um ihre Wasservoräte aufzufüllen

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Mindestens 85 Leichen geborgen

Im Gaza-Stadtteil Sadschaija und im südlichen Ort Chan Junis bargen Helfer nach Angaben des Leiters der Rettungsdienste, Aschraf al-Kidra, mindestens 85 Leichen. Palästinensische Rettungskräfte konnten erstmals in diese Gebiete vordringen, die Israel seit Beginn seiner Bodenoffensive am 17. Juli massiv angegriffen hatte. Auch nach verletzten Überlebenden werde gesucht, hieß es. Reportern und Kamerateams, die sich dort gleichfalls einfanden, bot sich ein Bild großflächiger Zerstörungen.

  Verwüstung: Nach tagelangen Luftangriffen ist Gazas nördlicher Stadtteil Shuja'iyya nahezu völlig zerstört

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Seit Beginn der israelischen Militäroffensive am 8. Juli wurden nach jüngsten palästinensischen Angaben 1000 Palästinenser getötet und rund 6000 weitere verletzt. Mehr als zwei Drittel der Opfer sind demnach Zivilisten. Auf israelischer Seite kamen bis Freitag 37 Soldaten und drei Zivilisten um.

Mindestens 18 Tote nach Granateneinschlag in Wohnhaus

US-Außenminister John Kerry kam am Samstag in Paris mit Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier, Laurent Fabius aus Frankreich und Vertretern aus Großbritannien, Italien, Katar, der Türkei und der EU zusammen. Die Politiker berieten darüber, wie man rasch zu einer dauerhaften Waffenruhe im Gazastreifen kommen kann. Dabei gehe es nicht darum, über Schuld und Verantwortung zu reden, sondern um Lösungen, die Bestand haben, sagte Steinmeier am Rande des kurzfristig anberaumten Krisentreffens.

Die Dringlichkeit einer Einstellung der Kämpfe unterstrich ein weiterer tragischer Vorfall: Israelische Artilleriegranaten trafen in der Nacht zum Samstag, kurz vor Inkrafttreten der Feuerpause, ein Wohnhaus in Chan Junis. Mindestens 18 Menschen - unter ihnen zehn Kinder - wurden dabei getötet und viele weitere verletzt, wie Aschraf al-Kidra, der Leiter der palästinensischen Rettungsdienste in Gaza, mitteilte. Die Opfer gehörten alle der selben Familie an

Siebentägige Waffenruhe abgelehnt

#link;http://www.stern.de/politik/ausland/gaza-konflikt-kerry-schlaegt-waffenruhe-vor-2126415.html;Kerrys Bemühungen um eine Waffenruhe waren am Freitag in ein entscheidendes Stadium getreten.# Die israelische Regierung lehnte seinen Vorschlag, sieben Tage lang die Kämpfe ruhen zu lassen und über die Forderungen der Hamas zu verhandeln, in dieser Form ab. Das Kabinett von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und die Hamas einigten sich schließlich auf Drängen von Kerry und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zumindest auf die zwölfstündige Feuerpause am Samstag. Zudem gibt es Signale, dass Israel mit einer Ausdehnung der Feuerpause über die bisher vorgesehenen zwölf Stunden einverstanden sein könnte.

In mehreren deutschen Städten waren am Samstag wieder #link;http://www.stern.de/video/video-mehr-als-1000-menschen-demonstrieren-gegen-israel-2126639.html;Demonstrationen gegen den israelischen Militäreinsatz im Gazastreifen# geplant. Kundgebungen wurden unter anderem in München, Hamburg und Frankfurt angemeldet. Lufthansa, Air Berlin und die französische Air France bieten inzwischen wieder Flüge nach Tel Aviv an. Viele Fluggesellschaften hatten den Ben-Gurion-Airport wegen Raketengefahr im israelisch-palästinensischen Konflikt mehrere Tage lang nicht angeflogen.

mod/DPA/DPA
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