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22. Juli 2009, 13:48 Uhr

Chamenei lehnt Stellvertreter des Präsidenten ab

Im Iran zeichnet sich eine direkte Konfrontation zwischen dem geistlichen Führer Ali Chamenei und dem von ihm bislang gestützten Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad ab. Chamenei wies Ahmadinedschad an, seinen ersten Stellvertreter zu entlassen - doch der Präsident will an ihm festhalten.

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Der geistliche Führer Chamenei geht auf Konfrontationskurs mit Präsident Ahmadinedschad© Abedin Taherkenareh/DPA

Der geistliche Führer Ali Chamenei hat den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad angewiesen, seinen ersten Stellvertreter Esfandjar Rahim Maschai zu entlassen. Das berichteten iranische Medien am Mittwoch.

Im Iran gibt es zwölf Vizepräsidenten. Maschai, Schwiegervater von Ahmadinedschads Sohn, hat unter diesen als Erster Vizepräsident die ranghöchste Position. Er ist für Tourismus und Kulturerbe verantwortlich und hatte in dieser Eigenschaft im vergangenen Jahr Hardliner mit der Äußerung verärgert, Iraner seien "Freunde aller Menschen der Welt - sogar Israelis". Die Nachrichtenagentur Fars meldete, Chamenei habe Ahmadinedschad schriftlich angewiesen, Maschai zu entlassen.

Die staatliche Nachrichtenagentur ISNA meldete, dies sei eine strategische Entscheidung der höchsten iranischen Führung: "Die Entlassung oder der Rücktritt Maschais müssen vom Präsidenten unverzüglich bekanntgegeben werden." Doch fast gleichzeitig mit Chameneis am Dienstagabend ergangener Entscheidung hatte sich Ahmadinedschad noch vor seinen ersten Stellvertreter gestellt. "Maschai ist ein Unterstützer des geistlichen Führers und ein frommer, fürsorglicher, ehrlicher und kreativer Wärter des Irans", zitierte IRNA den Präsidenten. "Maschai ist als Erster Vizepräsident ernannt worden und wird weiterhin seine Aufgaben in der Regierung erfüllen."

Ahmadinedschad galt bislang als Schützling Chameneis. Das geistliche Oberhaupt hatte seinen Sieg bei der Präsidentenwahl trotz massiver Betrugsvorwürfe der Opposition anerkannt und bei den dann folgenden Massenprotesten Ahmadinedschad gestützt. Maschai hatte 2007 den Zorn der konservativen Kleriker auf sich gezogen, als er in der Türkei eine Veranstaltung besuchte, bei der Frauen einen traditionellen Tanz aufführten. Konservative Auslegungen des Korans verbieten es Frauen, zu tanzen. Neben der israelfreundlichen Bemerkung erregte 2008 Anstoß, dass bei einer von ihm veranstalteten Feier Frauen Tamburin spielten und eine Frau Koranverse rezitierte.

AP
 
 
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