Rebellenmiliz zieht sich aus Goma zurück

28. November 2012, 12:38 Uhr

Nach Verhandlungen in Kampala hat die Rebellenmiliz M23 offenbar wie versprochen mit ihrem Abzug aus der kongolesischen Grenzstadt Goma begonnen. Sake und Masisi hätten sie bereits verlassen.

Kongo, Goma, Rebellen, M23, Militär, besetzt, Rückzug, Ruanda, Konflikt

Die M23-Rebellen wollen bis Donnerstag die kongolesische Millionenstadt Goma verlassen©

Die Rebellen im Osten der Demokratischen Republik Kongo haben nach eigener Darstellung mit dem Abzug aus besetzten Gebieten begonnen. "Wir verlassen Sake, wir verlassen Masisi", sagte der Militärchef der Rebellengruppe M23, Sultani Makenga, der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch. Aus der Millionenstadt Goma würden die Aufständischen zu einem späteren Zeitpunkt verlassen. Es habe am Dienstagabend aber bereits erste Anzeichen gegeben, dass sich die Kämpfer aus Goma zurückzögen oder sich auf einen Abzug vorbereiteten, sagte der Leiter der UN-Friedenseinsätze, Hervé Ladsous, in New York. Ugandas Oberkommandeur Aronda Nyakairima sagte, der Abzug aus Goma würde bis Donnerstagmittag abgeschlossen sein.

Die M23-Miliz hatte die Stadt an der Grenze zu Ruanda am Dienstag vergangener Woche eingenommen. Während die Sorge vor einer erneuten Eskalation der Gewalt in der unruhigen Provinz Nord-Kivu wuchs, verließen zehntausende Menschen ihre Häuser. Bei Verhandlungen zwischen dem M23-Militärkommandeur Sultani Makenga und Armeeführern aus der Region in Kampala am Montagabend gelang es jedoch, eine Einigung über einen Rückzug der M23 aus Goma zu erreichen.

M23-Rebellen stellen Forderungen

Die Rebellengruppe besteht vor allem auf der sofortigen Freilassung politischer Gefangener sowie auf einer unabhängigen Untersuchung der Vorwürfe gegen den Generalstabschef der kongolesischen Armee, Gabriel Amisi. Dieser war vor wenigen Tagen von seinem Amt suspendiert worden, nachdem ihm in einem UN-Bericht Waffenschmuggel an Milizen vorgeworfen worden war. Zudem soll die Regierung "negative Kräfte" wie die Hutu-Miliz FDLR bekämpfen und den unter Hausarrest stehenden Oppositionschef Etienne Tshisekedi freilassen, fordert die M23.

In der M23-Miliz haben sich frühere Tutsi-Rebellen zusammengeschlossen, die 2009 im Zuge eines Friedensvertrags in die Armee eingegliedert worden waren, diese im April aber aus Protest gegen ihre schlechte Behandlung wieder verließen. UN-Experten zufolge wird die Miliz von Ruanda unterstützt, was dessen Regierung bestreitet. Der Rebellengruppe werden zahlreiche Gewalttaten gegen die Zivilbevölkerung vorgeworfen. Die Region von Nord- und Süd-Kivu war in den 1990er Jahren bereits Ausgangspunkt zweier verheerender Kriege.

Zum Thema