27. September 2012, 09:53 Uhr

UNHCR rechnet mit neuer Flüchtlingswelle

Der Syrien-Konflikt verschärft sich zum Leid der Bevölkerung immer weiter. Der letzte Mittwoch sei der blutigste Tag seit Beginn des Konflikts gewesen. 305 Menschen seien an einem Tag getötet worden.

UNHCR,Massenflucht,Syrien

Das UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR bereitet sich auf bis zu 700.000 Flüchtlinge vor©

Angesichts des Konflikts in Syrien gehen die Vereinten Nationen von einer weiteren Massenflucht in die Nachbarländer aus. "Wir bereiten uns auf insgesamt bis zu 700.000 Flüchtlinge bis Ende des Jahres vor", sagte der Europa-Chef des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR, Daniel Endres. Die Türkei, Jordanien, der Libanon und der Irak beherbergen bereits insgesamt etwa 250.000 Syrer.

In Europa hätten Deutschland und Schweden bisher fast 90 Prozent der syrischen Flüchtlinge aufgenommen, sagte Endres der "Frankfurter Rundschau". In Deutschland seien es allein im August 890 gewesen. Andere EU-Staaten hätten bisher relativ wenige Flüchtlinge ins Land gelassen. "Mit einer gewissen Besorgnis sehen wir, dass Griechenland versucht, seine Grenze zur Türkei dicht zu machen", fügte Endres hinzu.

Aktivisten teilten derweil mit, der vergangene Mittwoch sei der bislang blutigste Tag seit Beginn des Konflikts in Syrien vor gut 18 Monaten gewesen. Mehr als 305 Menschen seien binnen 24 Stunden getötet worden, sagte der Leiter der in London ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman, der Nachrichtenagentur AFP. Gezählt worden seien dabei nur namentlich bekannte Opfer. "Wenn wir die nicht identifizierten Leichen mitzählen, ist die Zahl weitaus höher", sagte Abdel Rahman.

Seit dem Beginn des Aufstands gegen Syriens Staatschef Baschar al-Assad Mitte März 2011 wurden in dem Land nach Angaben der oppositionsnahen Beobachtungsstelle fast 30.000 Menschen getötet, die Mehrheit davon Zivilisten. Regierungstruppen und bewaffnete Rebellen liefern sich landesweit weiterhin blutige Gefechte.

amt/AFP
 
 
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