24. Oktober 2012, 11:43 Uhr

US-Medien sehen Romney knapp vor Obama

Endspurt im Rennen ums Weiße Haus. Jetzt hinterläßt jedes Umfrage-Ergebnis Spuren. Die "Washington Post" und der TV-Sender ABC sehen nun Mitt Romney knapp vor Obama. Auch ein Patt scheint möglich.

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Lange schien es ein aussichtsloses Rennen zu sein, doch nun hat Mitt Romney eine echte Chance neuer US-Präsident zu werden.©

Es ist nicht das erste Mal, dass Herausforderer Mitt Romney in einer Umfrage knapp vor US-Präsident Barack Obama notiert wird. Doch nachdem dem Amtsinhaber im letzten TV-Duell ein Sieg zuerkannt wurde und die Präsidentschaftswahl in den USA in weniger als zwei Wochen ansteht, wird jedes Umfrage-Ergebnis zum Ausrufezeichen. Diesmal sind es die "Washington Post" und der TV-Sender ABC, die mit neuen Zahlen aufhorchen lassen. Ihrer jüngsten Umfrage zufolge würden sich derzeit 49 Prozent der wahrscheinlichen Wähler für den Republikaner Romney entscheiden. 48 Prozent derjenigen, die am 6. November vermutlich zur Urne gehen, würden den Demokraten Obama wählen.

Das Rennen konzentriert sich nun immer mehr auf die etwa zehn "Wechsel-Staaten", in denen Demokraten und Republikaner eine Chance haben. In allen anderen 40 Staaten steht aller Erfahrung nach bereits fest, das entweder Obama oder Romney die Nase vorn haben werden. Die wichtigstens Swing-States sind Ohio, Florida sowie Wisconsin und Virginia.

Sepkulationen: Kein Kandidat erhält genug Wahlmänner

Doch es gehen auch bereits Spekulationen um, dass die Wahl am 6. November derart knapp werden könnte, dass keiner der beiden Kandidaten die notwendigen 270 Wahlmänner gewinnt - was 1824 schon einmal geschehen ist. Ein solches Patt wäre ein Alptraum. Eine wochenlange Hängepartie wäre die Folge. In diesem Fall müsste das ebenfalls am 6. November neu gewählte Repräsentantenhaus im Januar den Präsidenten mit absoluter Mehrheit wählen. Die Republikaner werden in dieser Kammer voraussichtlich erneut die Mehrheit halten.

Auf jeden Fall scheint die Stimmung in den USA derzeit eher Obama-skeptisch zu sein. Das gilt auch für Umfragen, die eher günstige Ergebnisse für den amtierenden Präsidneten erzielen. So besagt eine am Dienstag veröffentlichte Erhebung des internationalen Marktforschungsinstitut Ipsos für die Nachrichtenagentur Reuters, dass Obama seinen Sieg im letzten TV-Duell bislang nicht in bessere Umfrageergebnisse ummünzen kann. Die Werte seien sowohl für Obama als auch Romney praktisch unverändert geblieben. Die Zustimmung für Obama kletterte zwar um einen Prozentpunkt auf 57 Prozent, doch das sei aus statistischer Sicht zu vernachlässigen, hieß es. Romney habe ebenfalls einen Punkt gewonnen auf 54 Prozent. Es werde mehrere Tage dauern, bis sich die TV-Debatte am späten Montagabend vollends in den Umfragen niederschlage, sagte Ipsos-Meinungsforscherin Julia Clark.

Kandidaten reisen durchs Land

Die beiden Kandidaten stürzen sich jetzt, in den letzten Tagen des Rennens, in hektische Wahlkampf-Reisen. Angesichts der äußerst knappen Umfragen suchen sie durch fieberhaften Einsatz in den Swing-States eine Entscheidung zu erzwingen.

Obama tritt allein an diesem Mittwoch in vier Bundesstaaten auf: In Iowa, Colorado, Kalifornien und Nevada. "Ich möchte, dass Ihr mir helft, den Job zu beenden", bat er seine Anhänger am Dienstag. Er werde in einer zweiten Amtszeit die Mittelschicht verteidigen. Seinem Gegner hielt er erneut vor, er leide an "Romnesia" - da er seine politischen Positionen je Bedarf anpasse. Romney konterte, Obama besitze nicht einmal ein klares Programm für eine zweite Amtszeit.

dho/DPA/Reuters
 
 
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