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9. Dezember 2008, 18:32 Uhr

Gouverneur wollte Obamas Senatssitz verscherbeln

Barack Obama hat den besten Grund, den es gibt, seinen Senats-Sitz zu räumen: Er wird künftig der Präsident der USA sein. Rod Blagojevich hat als Gouverneur des Staates Illinois das Recht, den Nachfolger Obamas im Senat zu bestimmen. Kein Recht hat er aber, dafür Geld zu nehmen. Der Staatsanwalt ermittelt.

Wollte aus Barack Obamas Erfolg Profit schlagen: Rod Blagojevich (li.), Gouverneur von Illinois© John Gress/Reuters

Der Gouverneur des US-Bundesstaates Illinois, Rod Blagojevich, ist wegen Korruptionsverdachts im Zusammenhang mit der Senatsnachfolge von Barack Obama festgenommen worden. Dem 51-Jährigen werde der Versuch angelastet, den freiwerdenden Sitz des künftigen US-Präsidenten in der Kongresskammer zu verkaufen, teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstag mit.

Der Gouverneur habe aus seinem Recht, einen Nachfolger für den scheidenden Senator zu bestimmen, persönlichen Profit schlagen wollen. Neben Blagojevich wurde auch dessen Stabschef John Harris festgenommen.

Nach einem Bericht der Zeitung "Chicago Tribune" ermittelt die US-Bundespolizei FBI bereits seit drei Jahren wegen Korruptionsverdacht gegen Blagojevichs Regierung. Ermittler hätten die Erlaubnis erhalten, Telefonate des demokratischen Gouverneurs abzuhören. Anlass sei der Verdacht gewesen, dass es beim Auswahlverfahren für die Obama-Nachfolge zu Rechtsverstößen gekommen sei, hieß es.

In einem abgehörten Telefonat berichtet Blagojevich von einem Angebot über 500.000 Dollar (388.000 Euro), sollte er einen bestimmten Kandidaten für den Sitz nominieren. Darüber hinaus sei als Gegenleistung auch ein gut bezahlter Posten in einer gewerkschaftsnahen Organisation im Gespräch gewesen. "Das Ausmaß der in den Anklagepunkten dargelegten Korruption ist atemberaubend", sagte der Staatsanwalt für den Bezirk Illinois-Nord, Patrick Fitzgerald. "Die Bürger von Illinois verdienen Beamte, die im öffentlichen Interesse handeln, ohne dass Preisschilder an Nominierungen, Verträge und Entscheidungen geheftet werden."

Dem Gouverneur wird darüber hinaus vorgeworfen, der angeschlagenen Tribune-Mediengruppe dringend benötigte Staatshilfen vorenthalten zu haben. Überdies soll Blagojevich die Entlassung von Redakteuren der Zeitung «Chicago Tribune» unterstützt haben, die sich mit deutlicher Kritik an dem Gouverneur zu Wort gemeldet hatten. Die Tribune-Gruppe hatte am Montag unter der Last von Milliardenschulden ein Insolvenzverfahren und Gläubigerschutz beantragt.

Reuters/AP
 
 
KOMMENTARE (1 von 1)
 
nukeworker (10.12.2008, 07:11 Uhr)
In Amerika alles möglich
Zumindest können die in USA solche Typen in den Knast stecken!
Ich sehe den ehemaligen König von Deutschland Herr Dr. Kohl vor mir.
Ich höre immernoch seine Worte: "Ich sag nix"!
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