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20. Februar 2008, 10:06 Uhr

Serbien ruft Botschafter aus Deutschland zurück

Die Bundesregierung hat das Kosovo als unabhängigen Staat anerkannt. Einen entsprechenden Beschluss fasste das Bundeskabinett. Unmittelbar danach hat der serbische Außenminister Vuk Jeremic angekündigt, den serbischen Botschafter aus Deutschland zurückzurufen

Kosovos Premierminister Hashim Thaci und der Präsident Fatmir Sejdiu mit der Flagge des Kosovo© EPA/SZILARD KOSZTICSAK

Drei Tage nach der Unabhängigkeitserklärung des Kosovos hat die Bundesregierung den neuen Status des Landes anerkannt. Einen entsprechenden Beschluss fasste das Bundeskabinett in Berlin, wie ein Regierungssprecher mitteilte. Für die formelle Anerkennung ist der Eingang eines Schreibens von Bundespräsident Horst Köhler beim Oberhaupt des neuen Staates, Fatmir Sejdiu, notwendig. Dieser Brief sei auf den Weg gebracht, teilte das Bundespräsidialamt mit. Ungeachtet von Protesten aus Belgrad und auch aus Moskau haben bislang vier Staaten die Unabhängigkeit des Kosovos anerkannt: Frankreich, die USA, die Türkei und Afghanistan. Auch Großbritannien hat bereits bekannt gegeben, das Kosovo als unabhängigen Staat anerkennen zu wollen.

Unmittelbar nach Deutschlands Anerkennung der Unabhängigkeit des Kosovos hat der serbische Außenminister Vuk Jeremic angekündigt, den serbischen Botschafter aus Deutschland zurückzurufen. "Serbien wird auch den serbischen Botschafter aus Österreich heute zurückrufen", sagte er am Mittwoch in Straßburg im Europarat. Zuvor waren unter anderem bereits die Botschafter aus Washington und Paris zurückgezogen worden.

Nach den schweren Ausschreitungen im Norden des Kosovos hat Präsident Fatmir Sejdiu die Serben zur Ruhe und zur Teilnahme am öffentlichen Leben aufgerufen. "Wir rufen die serbischen Bürger auf, sich uns beim gemeinsamen neuen Leben anzuschließen", sagte Sejdiu am Mittwoch in Pristina. Die von der Nato geführte internationale Schutztruppe KFOR sei aufgefordert, die Lage im Norden unter Kontrolle zu bringen. "Wir ziehen uns nicht aus dem Norden zurück", versicherte auch der neue EU-Kosovo-Beauftragte Pieter Feith nach einem Treffen mit Sejdiu.

Hunderte Serben hatten am Vortag die von der UN-Kosovo-Verwaltung (UNMIK) betriebenen Grenzübergänge Jarinje und Zubin Potok demoliert und dann in Brand gesteckt. Die UNMIK hatte alle albanischen Polizisten aus Sicherheitsgründen abgezogen. Die internationale Schutztruppe KFOR bezog stattdessen dort Stellung. Die Grenzübergänge blieben auch am Mittwoch nach der Abriegelung durch die KFOR geschlossen. "Die Grenze zwischen dem Kosovo und Serbien existiert nicht mehr", begrüßten die meisten serbischen Zeitungen die neue Entwicklung am Mittwoch in Belgrad.

Ziel der Gewaltausbrüche ist nach Darstellung von Diplomaten in Pristina offenbar die Teilung des erst am letzten Sonntag ausgerufenen neuen Kosovo-Staates. Es geht in Nordkosovo um eine Fläche von rund 2400 Quadratkilometer, in denen rund 50.000 Serben in kompakten Siedlungsgebieten leben. Das Gebiet macht rund 22 Prozent des gesamten Staatsgebietes aus.

AP/DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 15)
 
DomiBesa (22.02.2008, 18:13 Uhr)
DANKE DEUTSCHLAND !
Zum Glueck ist hier im Netz platz fuer alle ihe Kommentare aufzuschreiben...Aber Ich muss sagen dass ich uebrgluecklich bin dass Deutschland doch von sehr kluegen Koepfern gefuehrt wird, und nicht von frustrierten, pro-MILOSEVIC Leuten, die nix mehr als hier Kommentare hinzufuegen, tun koennen........
Nochmals DANKE Deutschland! DANKE DANKE DANKE! Danke fuer Deine Unterstuetzung, Kosovo ist sehr dankbar fuer die Anerkennung ! DANKE !!!
Countryjoe (21.02.2008, 08:35 Uhr)
Schlechte Entscheidung
War ja klar, daß die BRD sich dem großen Bruder anschließt. Gehorchen statt denken und letztendlich badet es wieder das deutsche Volk aus.
Buureremmel (21.02.2008, 08:00 Uhr)
Kann mir mal einer schlüssig erklären,
was Merkel und Steinmeier zu dieser augenscheinlich hirnlosen, gemeinschädlichen Haltung getrieben hat? Druck von außen? Gruppenzwang?
Kosovo wird nie "unabhängig" sein, da die sozio-kulturellen Voraussetzungen fehlen, um die für eine eigenständige Existenz notwendigen Leistung zu erbringen.
Was geschehen wird, ist, dass die EU Milliarden unserer Steuergelder hineinpumpen wird, welche aber sinnlos vergeudet werden, da sie unmittelbar in korrupte Taschen wandern.
Auf die fortschreitende Verwahrlosung und Verelendung wird die Bundesregierung dann wahrscheinlich mit Zuzugserleichterungen reagieren, die dann zuvorderst von Kriminellen genutzt werden.
atticus (21.02.2008, 00:46 Uhr)
@kimpossible
da haben wir wohl im ersten Semester nicht aufgepasst... Das wichtigste an einem Staat ist ja wohl, dass man die Staatsgewalt auch durchsetzen kann, sonst könnte sich jeder Depp auf seiner Scholle für unabhängig erklären. Und wie es mit der Staatsgewalt im Kosovo aussieht, wenn KFOR abzieht, das kann ich mir nur lachend auf dem Flur rollend vorstellen - dann gibts nämlich ganz auf die Mütze. Aber dann können sie sich ja wieder in die Wälder verziehen, wie 99.
Amelie123 (20.02.2008, 19:59 Uhr)
sehe ich etwas anders
Der Pseudo-Staat Kosovo ist gemäß UN-Charta nicht vorhanden!!!
Man kann hier wieder fantastisch sehen das Gesetze da sind um gebrochen zu werden. Wenn aber der kleine Hans sich ein Brötchen klaut, wird er dafür zur Rechenschaft gezogen. - Ungerechte Welt.
Die Albaner haben einen Staat welcher sich Albanien nennt, haben es gar nicht soweit bis zur Grenze und können ja dorthin wenn es ihnen in Serbien nicht passt. Das ist meine Meinung.
Mir würde es auch nicht gefallen wenn mein Nachbar mir ein Stück meines Gartens wegnehmen würde weil ihm es gerade so in den Kram passt!
kimcool (20.02.2008, 19:44 Uhr)
ob so oder so.
Es ist aus politikwissenschaftlicher Sicht völlig egal, ob ein Staat einen anderen "anerkennt" oder nicht. Entweder ein Staat existiert, oder er existiert nicht. Ein Staat braucht drei Dinge:
1. Ein Territorium (Staatsgebiet)
2. Ein Staatsvolk
3. Eine eigene Gesetzgebung
Sind diese drei Dinge erfüllt, handelt es sich um einen eigene Staat. Den Serben kann es völlig wurscht sein, ob andere diesen Staat anerkennen oder nicht, er existiert!
Die Serben sollten endlich respektieren, wenn ein Volk nicht mehr bei Ihnen leben will, und dieses Volk hat sicher gute Gründe. Der Kosovo ist hauptsächlich von Albanern besiedelt, die haben mit Serbien nix am Hut, wieso sollten sie?
willichnichtsagen (20.02.2008, 18:44 Uhr)
Was soll man dazu noch sagen
Deutschland macht wieder das nach, was die USA und Frankreich vormachen. Diese Entscheidung, die wieder nicht in europäischer Einigung verlief, ist schlecht auch für Deutschland. Ich möchte nicht die Reaktionen sehen, wenn Berlin oder Duisburg irgendwann bei unserer mangelnden Integratonspolitik unäbhangig sein möchten. Das die Serben verletzt in Ihrem Stolz sind, kann ich gut verstehen.
ms14 (20.02.2008, 16:47 Uhr)
@oluja
Mit diesem Namen disqualifizieren Sie sich gleich selbst. "Oluja" war doch die Aktion, bei der über 300'000 Serben aus der Krajina vertrieben wurden; von den Ermordeten ganz zu schweigen. Sie sollten sich schämen!
arma25 (20.02.2008, 16:44 Uhr)
Anerkennung des Kosovo wird uns alle den KOPF kosten!
Dadurch das wir den KOSOVO als unabhängigen Staat anerkannt haben, ist der Ausgang schon vorprogrammiert für uns alle, nicht nur DEUTSCHE, sondern alle Menschen!
Wir hätten so noch was tun können, aber nunja nun ist es unausweichlich!
Es wird so sein, dadurch das Russland dagegen protestiert den Kosovo anzuerkennen, wird es dadurch einen Krieg geben! Den Letzten für uns alle!
Der Handlungsverlauf wird so aussehen, das Russland Deutschland überfällt, Blitzkrieg nennt man sowas und dies durch den Osten macht! Also im Osten Deutschlands wird Russland einfallen und das wird grausamer als alles was wir je gesehen haben! Wir werden einfach überrannt und können nichts, aber auch wirklich nichts dagegen machen! Prag wird vollkommen dem Erdboden gleich gemacht und New York, San Francisco und Los Angeles werden völlig zerstört! Wir Deutschen werden es am heftigsten abbekommen, weil der 3te Weltkrieg in EUROPA stattfinden wird, seit heute ist es so, und eine Atombombe bzw. eine Neutronenbombe wird für uns dabei seiN! Der Kosovo Konflikt ist nur ein Nebeneffekt, den wird durch unser handeln beeinflussen hätten können, war wir immernoch können, wobei es am Ende dann noch viel schlimmer ausgehen wird als jetzt!
MFG ARMA25
Oluja (20.02.2008, 14:33 Uhr)
Nun ja,
man sollte sich aber auch fragen woran es gelegen hat das im serbisch dominierten ehemaligen Jugoslavien ALLE ehemaaligen Teilrepubliken (Slovenien, Kroatien, Bosnien, montenegro, Mazedonien) und nun sogar die einstige autonome Provinz Kosovo sich von Serbien lösten.
So nagenehm, friedlich und gerecht scheint somit diese serbische Dominanz nicht gerade gewesen zu sein, man erinere sich an 1991-1995, Vukovar, Srebrenica, Omarska, Gorazde...und 1999, über eine Millione vertriebener kosovaren, 10.000 Tote und niedergebrante Dörfer durch Milosevics Schergen.
Grosserbien gewollt und nun Kleinserbien dafür bekommen, thats life, wer alles riskiert verliert eben auch mal fast alles und darum haben die Serben kein Mitleid verdient.
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