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Waffenruhe verlängert - trotz neuer Angriffe

Raketen flogen, Israels Lufwaffe reagierte, dann doch die Einigung: In Gaza sollen für weitere fünf Tage die Waffen schweigen. Bisher scheinen beide Seiten die neu vereinbarte Feuerpause einzuhalten.

Israelis und Palästinenser haben sich laut ägyptischen Regierungsvertretern auf eine Verlängerung der Waffenruhe im Gazastreifen geeinigt. Kurz vor Ablauf der vergangenen dreitägigen Kampfpause hätten beide Seiten einer Verlängerung um weitere 72 Stunden zugestimmt, sagten die Regierungsvertreter am späten Mittwochabend in der ägyptischen Hauptstadt Kairo. Der palästinensische Chefunterhändler Assam al-Ahmed bestätigte die Einigung.

Militante Palästinenser hatten kurz zuvor erstmals seit Beginn der Feuerpause in der Nacht zu Montag wieder eine Rakete auf Israel abgefeuert. Die Hamas-Bewegung bestritt dies zwar und machte ihrerseits Israel Vorwürfe, doch die israelische Armee griff umgehend in der Nacht zum Donnerstag mehrere Ziele palästinensischer Extremisten im Gazastreifen an, wie Armeesprecher Peter Lerner via Twitter mitteilte. Der letzte Angriff erfolgte nach Armeeangaben gegen 2 Uhr MESZ.

Die Ankündigung zur Verlängerung der Waffenruhe kam eine Dreiviertelstunde vor Ablauf der aktuellen Feuerpause um Mitternacht (Ortszeit). Bei ihren Verhandlungen in der ägyptischen Hauptstadt Kairo gelang es Israelis und Palästinensern bisher allerdings nicht, sich auf einen dauerhaften Waffenstillstand zu einigen. Zuletzt bestand weiterhin keine Einigkeit über zwei Hauptstreitpunkte: die Entwaffnung der palästinensischen Hamas-Bewegung einerseits und die Aufhebung der israelischen Blockade des Gazastreifens andererseits.

Streit über Aufhebung der Blockade vertagt?

Bei den Verhandlungen im Hauptquartier des Geheimdienstes in Kairo pendelten den dritten Tag in Folge ägyptische Vermittler zwischen den Delegationen aus Israel und den Palästinensergebieten. Die ägyptischen Vermittler schlugen laut einem Papier, das der Nachrichtenagentur AFP vorlag, zuletzt vor, zunächst einen längerfristigen Waffenstillstand zu vereinbaren, die Diskussion über die Aufhebung der Blockade sowie die Aushändigung zweier getöteter israelischer Soldaten aber um einen Monat zu vertagen. Ismail Hanija, Führer der Hamas, sagte aber, eine dauerhafte Waffenruhe könne nur erzielt werden, wenn die Blockade des Palästinensergebiets aufgehoben werde. "Die Opfer unseres Volkes erlauben es uns nicht, über diese Forderung zu verhandeln", so Hanija.

US-Präsident Barack Obama forderte in einem Telefonat mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu eine dauerhafte Waffenruhe. Er bekräftigte zudem die Unterstützung der USA für die ägyptischen Vermittlungsversuche, wie das Weiße Haus am Mittwoch mitteilte. Eine Einigung müsse die Sicherheit Israels gewähren und die humanitäre Krise im Gazastreifen berücksichtigen.

Bei der mehr als vierwöchigen israelischen Militäroffensive im Gazastreifen, mit dem die militärische Infrastruktur der Hamas zerstört werden sollte, um dauerhaft den Raketenbeschuss zu unterbinden, wurden fast 2000 Palästinenser getötet, der Großteil von ihnen Zivilisten. Auf israelischer Seite starben 64 Soldaten und drei Zivilisten. Eine vorherige dreitägige Waffenruhe war vergangene Woche von der Hamas nicht verlängert worden, woraufhin es zwischenzeitlich erneut Kämpfe im Gazastreifen gab.

mad/dho/AFP/DPA/DPA
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