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Verdächtiger im Mordfall dreier israelischer Jugendlicher gefasst

Die von Ägypten vermittelte Feuerpause zwischen Israel und den Palästinensern tritt in Kraft. Die israelische Armee zieht sich aus dem Gazastreifen zurück - hier die Ereignisse des Tages im Rückblick.

  Ein israelischer Panzer fährt vom Gazastreifen zurück zu einem Stützpunkt im Grenzgebiet

Ein israelischer Panzer fährt vom Gazastreifen zurück zu einem Stützpunkt im Grenzgebiet

+++ 20:39: Verdächtiger für Mord an drei israelischen Jugendlichen gefasst +++

Im Fall der ermordeten israelischen Jugendlichen ist ein Verdächtiger bereits vor drei Wochen gefasst worden. Bei dem Mann handele es sich um Hussam Kawasme aus Hebron, meldet die israelische Nachrichtenseite "ynet" nach Aufhebung einer Nachrichtensperre. Kawasme habe demnach versucht, mit gefälschten Papieren nach Jordanien zu fliehen. Er habe im Verhör gestanden, an der Planung der Morde beteiligt gewesen zu sein. Die drei Jugendlichen waren Mitte Juni auf dem Heimweg von ihrer Talmud-Schule nahe der Stadt Hebron im Westjordanland verschwunden. Sie waren Ende Juni tot aufgefunden worden. Die Tat setzte eine Gewaltspirale in Gang, die ein Auslöser für den jüngsten Gaza-Krieg war.

+++ 19.13 Uhr: UN-Vollversammlung befasst sich mit Gaza-Konflikt +++

Die Mitgliedsstaaten der UNO werden sich am Mittwoch, 16 Uhr (MESZ) auf einer Vollversammlung in New York mit dem Gaza-Konflikt beschäftigen. Dabei sollen ranghohe UN-Vertreter die Botschafter der 193 Länder per Video-Konferenz über die Situation informieren - darunter UN-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay, der Chef des UN-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA), Pierre Krähenbühl, sowie der UN-Vermittler Robert Serry. Die Vollversammlung war von den arabischen Staaten beantragt worden, die bisher vergeblich auf eine Resolution des UN-Sicherheitsrats drängen. Dieser ist in der Nahost-Frage tief gespalten und hat sich bislang lediglich auf Rufe nach einer Waffenruhe verständigen können.

+++ 19.06 Uhr: Steinmeier: Waffenruhe für humanitäre Hilfe nutzen +++

Frank-Walter Steinmeier plädiert dafür, die Waffenruhe in Gaza für humanitäre Hilfe zu nutzen. "Sie muss nun zuallererst genutzt werden, um dringend benötigte Hilfe zu den Menschen zu bringen, Verletzte zu behandeln und die dramatische humanitäre Situation der Familien in Gaza zu lindern", fordert er. Zugleich seien rasche Gespräche über einen nachhaltigen Waffenstillstand nötig. "Dazu gehört auch, dass die Bedrohung Israels durch die Raketen und Tunnel der Hamas aufhört, und dass die Menschen in Gaza endlich eine Perspektive für ein besseres Leben bekommen", appelliert Steinmeier an beide Seiten.

+++ 16.35 Uhr: Fidel Castro attackiert Israel +++

Scharfe Kritik des früheren kubanischen Staatschefs Fidel Castro an Israel: Die Militäroffensive gegen die Palästinenser sei ein "schauriger Völkermord" und ein "Holocaust" gewesen, schreibt der 87-Jährige in einem Beitrag für die Parteizeitung "Granma". Erst vor wenigen Wochen hatte Castro sich nach monatelangem Schweigen wieder zu Wort gemeldet und den Gaza-Krieg mit dem Kampf von "Goliath gegen David" verglichen.

+++ 16.19 Uhr: Palästina will Israel in Den Haag verklagen +++

Wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen wollen die Palästinenser Israel so bald wie möglich vor den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) bringen. Für die Beweisführung sollten Menschenrechtsorganisationen um Hilfe gebeten werden teilt Außenminister Malki nach einem Besuch des Gerichts in Den Haag mit. Die UN hatten Palästina im November 2012 als Staat anerkannt und Beobachterstatus eingeräumt.

Der IStGH ist zuständig für die Verfolgung von Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. 122 Staaten haben den Vertrag mittlerweile ratifiziert, darunter alle EU-Staaten. Israel erkennt den Gerichtshof allerdings nicht an, auch die USA, Russland und China akzeptieren für sich keine juristische Zuständigkeit des IStGH.

+++ 15.45 Uhr: Israel bereit zu Verhandlungen +++

In Kairo können die Verhandlungen über einen dauerhaften Waffenstillstand beginnen. Israel habe Unterhändler in die ägyptische Hauptstadt entsandt, bestätigt ein hochrangiger israelischer Regierungsmitarbeiter.

Die durch ägyptische Vermittlung zustande gekommene Waffenruhe ist zunächst auf 72 Stunden begrenzt. Diese Zeit soll für das Aushandeln einer dauerhaften Lösung genutzt werden. In Kairo wird es nicht zu direkt Gesprächen zwischen der Hamas und Israel in einem Raum kommen. Vielmehr werden die ägyptischen Vermittler die Forderungen der einen Seite der anderen Seite überbringen.

+++ 14.19 Uhr: Schäden auf bis zu sechs Milliarden Dollar geschätzt +++

Die Schäden der israelischen Militäroffensive belaufen sich nach palästinensischen Schätzungen auf vier bis sechs Milliarden Dollar (rund drei bis 4,5 Milliarden Euro). Bei dieser Schätzung seien nur die "direkten Folgen für die Wirtschaft" im Gazastreifen berechnet worden, so der palästinensische Vize-Wirtschaftsminister Taissir Amro. Wenn auch die "indirekten Folgen für die Bevölkerung" klar seien, werde die Summe weiter steigen.

Außer hunderten Häusern wurde bei dem Militäreinsatz auch das einzige Elektrizitätswerk im Gazastreifen zerstört. Nach Amros Angaben sollen Vertreter der Geberländer im September in Norwegen zusammenkommen, um über neue Hilfen für die Palästinenser zu beraten.

+++ 13.49 Uhr: Palästinenser werfen Israel Kriegsverbrechen vor +++

Schwere Vorwürfe der Palästinenserregierung: Israel soll im Gazastreifen Kriegsverbrechen begangen haben. "In den vergangenen 28 Tagen gab es klare Beweise für Kriegsverbrechen von israelischer Seite, die sich zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit summieren", sagt der palästinensische Außenminister Riad al-Malki in Amsterdam nach einem Treffen mit Staatsanwälten am Internationalen Strafgerichtshof. Er konkretisiert seine Beschuldigungen nicht.

Auch Vertreter der Vereinten Nationen hatten von "Anzeichen" für Kriegsverbrechen gesprochen, allerdings auf beiden Seiten. Auf internationale Kritik war der Beschuss von UN-Einrichtungen durch israelische Truppen gestoßen, in denen Flüchtlinge Schutz vor den Kämpfen gesucht hatten.

+++ 13.40 Uhr: Hilfsorganisationen verstärken Arbeit +++

Mit dem Beginn der Waffenruhe haben sich für humanitäre Organisationen die Chancen verbessert, notleidende Palästinenser zu versorgen. Die Lieferungen von Hilfsgütern würden so rasch wie möglich verstärkt, heißt es bei UN-Organisationen. Allerdings benötigen sie angesichts erheblicher Zerstörungen auch mehr Geld. Allein das Welternährungsprogramm der UN (WFP) gibt den zusätzlichen Bedarf in den kommenden drei Monaten mit rund 36 Millionen Euro an.

Bereits in den letzten Tagen konnte die WFP-Hilfe ausgeweitet werden. Bis zum 3. August seien im Gazastreifen Nahrungsmittelrationen für 312.000 Menschen verteilt worden, teilt eine WFP-Sprecherin mit. Gemeinsam mit dem UN-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) sei eine Aktion zur Versorgung der Menschen mit Brot gestartet worden. Ziel sei es, jeden Tag 10.000 Kilogramm Brot von Jerusalem nach Gaza zu bringen. Das sei nötig, weil die dortigen Bäckereien unter Stromausfällen litten.

+++ 12.51 Uhr: Israel protestiert gegen Hetze in Ungarn +++

Eine antisemitische Straßenshow in Ungarn aus Anlass des Gaza-Konflikts löst einen Protest des israelischen Botschafters in Budapest aus. "Eine sehr gefährliche rote Linie wurde überschritten", schreibt Botschafter Ilan Mor. Er fordert die Behörden auf, gegen derartige Vorfälle einzuschreiten. Antisemitismus und "Aufrufe zum Mord" seien inakzeptabel.

Der rechtsradikale Bürgermeister der nordungarischen Kleinstadt Erpatak, Mihaly Zoltan Orosz, hatte am Wochenende eine Hinrichtungs-Show organisiert, bei der Puppen "erhängt" wurden, die Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und Ex-Präsident Schimon Peres darstellen sollten. Ungarns Außenministerium verurteilte den Vorfall. 

+++ 11.58 Uhr: Palästinenser in Gaza kehren in Wohnviertel zurück +++

Nach Beginn einer dreitägigen Waffenruhe kehren viele Palästinenser im Gazastreifen in ihre Wohnviertel zurück. "Die Menschen beginnen, die UN-Schutzräume zu verlassen", teilt ein Sprecher des UN-Palästinenserhilfswerks UNRWA, mit. Mit 267.970 Flüchtlingen in 90 UN-Schutzräumen sei "zum ersten Mal ein leichter Rückgang der Zahlen" zu verzeichnen, schreibt Gunness bei Twitter.

+++ 11.24 Uhr: Britische Politikerin tritt wegen Gazapolitik zurück +++

Wegen der pro-israelischen Haltung der Downing Street im Gazakonflikt legt die Staatssekretärin im Außenministerium, Sayeeda Warsi, ihr Amt nieder. Sie könne die Gazapolitik der Regierung in London nicht länger unterstützten, schreibt Warsi auf Twitter. Die 43 Jahre alte Juristin mit Wurzeln in Pakistan war 2010 die erste Muslimin, die der konservative Premierminister David Cameron in sein Kabinett holte, zunächst ohne Geschäftsbereich. 2012 wechselte sie ins Außenministerium, gehörte aber nicht mehr dem Kabinett an.

+++ 9.39 Uhr: Alle israelischen Soldaten abgezogen +++

Die israelischen Bodentruppen haben sich nach eigenen Angaben komplett aus dem Gazastreifen zurückgezogen. "Alle unsere Streitkräfte haben Gaza verlassen", erklärt General Moti Almos im israelischen Militärradio. Die Armee hatte zuvor angekündigt, sich im Zuge der Waffenruhe auf "defensive Positionen" außerhalb des Palästinensergebietes zurückzuziehen.

+++ 7.00 Uhr: Waffenruhe tritt in Kraft +++

Die von Ägypten vermittelte dreitägige Waffenruhe beginnt. Minuten vor dem Start der Feuerpause heulen in Israel noch die Warnsirenen. Israel und eine Palästinenserdelegation, die sich zu Gesprächen in Kairo aufhält, hatten der Waffenruhe zugestimmt. Hochrangige Delegationen beider Seiten sollen nun in Kairo über eine langfristige Waffenruhe beraten.

+++ 6.54: Israels Armee zieht sich komplett aus Gaza zurück +++

Die israelische Armee zieht ihre Bodentruppen komplett aus dem Gazastreifen ab. Mit Beginn der Waffenruhe werde sich die Armee auf "defensive Positionen" außerhalb des Palästinensergebiets zurückziehen, kündigt ein Sprecher an. Zuvor hatten sich Israel und die Palästinenser unter ägyptischer Vermittlung auf eine 72-stündige Feuerpause geeinigt.

+++ 6.48 Uhr: Angeblich 32 Hamas-Tunnel zerstört +++

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben während des einmonatigen Gaza-Kriegs 32 Tunnel der Hamas im Grenzgebiet zu Israel zerstört. "Wir haben diese Bedrohung ausgeräumt", sagt ein Militärsprecher kurz vor Beginn einer dreitägigen Waffenruhe. Die radikal-islamische Organisation habe nach seinen Informationen 100 Millionen Dollar in diese Tunnel investiert.

Insgesamt habe die Armee seit dem 8. Juli 4800 Ziele in dem Palästinensergebiet angegriffen, so der Sprecher. 82.000 Reservisten seien für die Kämpfe eingezogen worden. Bei Kämpfen und Luftangriffen seien rund 900 militante Palästinenser getötet worden.

+++ 6.43 Uhr: UN-Generalsekretär Ban begrüßt Feurpause+++

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon begrüßt die neue Waffenruhe im Gaza-Konflikt. In einer in New York herausgegebenen Erklärung rief Ban nach Angaben eines Sprechers alle Parteien auf, sich an die 72-stündige Waffenruhe zu halten. Bis zu der Feuerpause müssten alle Seite sich äußerst zurückhalten.

+++ 0.57 Uhr: Israel und Palästinenser einigen sich auf Waffenruhe +++

Israel und Vertreter der Palästinenser einigen sich auf Vermittlung Ägyptens auf eine dreitägige Feuerpause im Gazastreifen. Nach übereinstimmenden Angaben soll die 72-stündige Waffenruhe am Dienstag um 8 Uhr Ortszeit (7 Uhr MESZ) beginnen. Zugleich sollen in der ägyptischen Hauptstadt Verhandlungen über einen dauerhaften Waffenstillstand beginnen. Das Weiße Haus begrüßt die Einigung, ruft aber gleichzeitig die radikalislamische Hamas zur Einhaltung ihrer Zusage auf.

mad/kis/DPA/AFP/Reuters/DPA/Reuters
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