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Waffenruhe hält

Seit 24 Stunden hält die Waffenruhe im Gazastreifen. In Ägypten laufen Gespräche für einen dauerhaften Frieden. Hier die Ereignisse des Tages zum Nachlesen.

  Unter den Trümmern der Gaza-Stadt werden noch zahlreiche Tote vermutet

Unter den Trümmern der Gaza-Stadt werden noch zahlreiche Tote vermutet

+++ 14.20 Uhr: Keine Verletzungen der Waffenruhe +++

Die seit Dienstagvormittag geltende Waffenruhe im Gaza-Streifen hält. Auch 24 Stunden nach Beginn der Feuerpause sind keine Verletzungen der Vereinbarung bekannt. In der Palästinenser-Enklave verlassen nach der ersten ruhigen Nacht seit fast einem Monat viele Einwohner die UN-Unterkünfte, um zu ihren stark zerstörten Wohnungen zurückzukehren und dort Habseligkeiten zu bergen. Durch die Straßen weht Verwesungsgeruch, denn unter den Trümmern werden noch zahlreiche Tote vermutet.

+++ 10.38 Uhr: Mehrheit der Israelis sieht keinen Sieger +++

Eine Mehrheit der Israelis sieht laut einer Umfrage keinen Sieger im Gazakonflikt. 51 Prozent der Befragten seien der Auffassung, dass es bei der "Operation Schutzlinie" keinen klaren Gewinner gebe, berichtet die Tageszeitung "Haaretz". Israel hielten nur 36 Prozent der 442 befragten Bürger des Landes für den Sieger; sechs Prozent geben an, die radikalislamische Hamas, die den Gazastreifen militärisch kontrolliert, habe gewonnen.

56 Prozent der Israelis urteilen, die von der Regierung vorgegebenen Kriegsziele seien "nur teilweise" erreicht worden. Israel hatte die Zerstörung der für Angriffe auf Israel genutzten Tunnel der Hamas und eine nachhaltige Unterbindung der Raketenangriffe aus der Palästinenser-Enklave angestrebt. Dennoch beurteilen 77 Prozent der Befragten das Krisenmanagement von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu während der Eskalation als "ausgezeichnet" oder "gut". Die Befragung fand nach Beginn der aktuellen Feuerpause am Dienstag statt.

+++ 9.35 Uhr: Unterhändler tauschen erste Forderungen aus +++

Israelische und ägyptische Unterhändler haben sich in der Nacht für mehrere Stunden in Kairo getroffen. Die israelische Delegation sei am Dienstagabend eingetroffen und habe Kairo noch vor Mitternacht verlassen, meldet die DPA. Ein Sicherheitsbeamter sagte der Nachrichtenagentur, ägyptische Offizielle hätten den Israelis ein Papier mit Forderungen der palästinensischen Seite überreicht. Die israelische Seite habe ein für die noch in Ägypten weilenden palästinensischen Unterhändler bestimmtes Positionspapier an die Ägypter weitergegeben. Israelis und Palästinenser sollen nun Zeit erhalten, die gegenseitigen Forderungen auszuloten. Ziel ist es, einen Rahmen für eine dauerhafte Waffenruhe auszuhandeln.

+++ 8.33 Uhr: Britischer Vizepremier will Waffenlieferungen an Israel einfrieren +++

Der britische Vize-Premierminister Nick Clegg fordert einen Stopp britischer Waffenlieferungen an Israel. Jerusalem habe im Gaza-Konflikt "eine Grenze überschritten". Seinem liberaldemokratischen Parteifreund und Kabinettskollegen Vince Cable zufolge gibt es innerhalb der Koalitionsregierung mit den Konservativen dazu aber noch keine Einigung. Er erwarte diese aber bald, so der Wirtschaftsminister.

Nach Angaben der Downing Street wird die Frage der Waffenlieferungen an Israel derzeit überprüft. Die Liberaldemokraten wollen vor allem die Lizenzen für Waffen einfrieren, die im Gaza-Krieg eingesetzt werden. Die Haltung der Liberaldemokraten erhöht den Druck auf Premier David Cameron, seine Haltung im Gaza-Konflikt zu überdenken. Gestern war Außenstaatssekretärin Sayeeda Warsi zurückgetreten. Sie erklärte, die Politik der britischen Regierung in der Gaza-Frage sei "moralisch nicht zu verteidigen".

+++ 7.25 Uhr: Aufräumarbeiten gehen voran +++

Die Aufräumarbeiten gehen weiter. Mit Beginn der Feuerpause am Dienstag hatten Helfer noch Leichen in den Trümmern gefunden. Seit Beginn der israelischen Offensive vor einem Monat wurden nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums 1875 Menschen getötet und 9567 weitere verletzt. Unter den Toten seien 430 Kinder, 243 Frauen und 79 ältere Menschen, teilt ein Sprecher mit. 

+++ 5.22 Uhr: Palästinenser erwägen Klage in Den Haag +++

Der palästinensische Außenminister Riad Malki trifft sich mit Fatou Bensouda, Chefanklägerin beim internationalen Strafgerichtshof in Den Haag, um Möglichkeiten einer Anklage Israels wegen Kriegsverbrechen im Gaza-Krieg zu erörtern. Er kündigt an, dass Palästina noch in diesem Jahr die Mitgliedschaft beim Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) beantragen werde.

+++ 4.04 Uhr: UN-Vollversammlung befasst sich mit Gaza +++

Die Mitgliedsstaaten der UN beschäftigen sich heute auf einer Vollversammlung in New York mit dem Gaza-Konflikt (16 Uhr MESZ). Dabei sollen ranghohe UN-Vertreter die Botschafter der 193 Länder per Video-Konferenz über die Situation informieren, darunter UN-Menschenrechtskommissarin Pillay, der Chef des UN-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA), Krähenbühl, sowie der UN-Vermittler Serry. Die Vollversammlung war von den arabischen Staaten beantragt worden, die bisher vergeblich auf eine Resolution des UN-Sicherheitsrats drängen.

+++ 0.34 Uhr: Hoffnung auf langfristigen Frieden +++

Die Menschen im Konfliktgebiet hoffen darauf, dass die indirekten Gespräche zwischen Israel und der Hamas zu langfristigem Frieden führen. In grenznahen israelischen Orten wie Beersheva und Aschdod dürfen am Mittwoch wieder Schulen und Kindergärten öffnen, wenn sie einen Schutzraum besitzen.

+++ 0.25 Uhr: USA wollen an Gesprächen zu Waffenruhe teilnehmen +++

Die USA werden nach Angaben der Regierung vermutlich an geplanten Gesprächen in Kairo über eine dauerhafte Nahost-Waffenruhe teilnehmen, sagt Außenamtssprecherin Jen Psaki in Washington. Man müsse aber noch entscheiden, "auf welcher Ebene, in welcher Funktion und wann" eine US-Delegation dabei sein werde. Man sei mit Israel und Ägypten darüber im Gespräch.

+++ 5. August, 20.39 Uhr: Verdächtiger im Fall der ermordeten Israelis gefasst +++

Die Ermordung von drei israelischen Jugendlichen im Juni im Westjordanland und eines 16-jährigen Arabers bei Jerusalem kurz darauf gelten als Auslöser für den Gaza-Krieg. Im Fall der getöteten Israelis ist ein verdächtiger Palästinenser aus Hebron bereits vor drei Wochen gefasst worden, meldet die israelische Nachrichtenseite "ynet".

Er habe demnach versucht, mit gefälschten Papieren nach Jordanien zu fliehen. Hussam Kawasme habe während eines Verhörs gestanden, der Kopf der Gruppe gewesen zu sein. Seine mutmaßlichen Komplizen, Marwan Kawasme und Omar Abu Ajschah, seien auf der Flucht.

mad/kis/DPA/AFP/Reuters/DPA/Reuters
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