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Selbstmordattentäter reißt Dutzende Menschen in den Tod

In der pakistanischen Stadt Lahore sind bei einem Selbstmordanschlag mehr als 60 Menschen getötet und Hunderte weitere verletzt worden, darunter viele Kinder. Die Bombe wurde in einem Park gezündet, in dem viele Christen Ostern feierten.

Angehörige der Opfer des Anschlags weinen

Entsetzen und Trauer bei den Angehörigen der Opfer

Bei einem Selbstmordanschlag an einem Kinderspielplatz im Osten Pakistans sind mehr als 60 Menschen getötet worden, die meisten von ihnen Frauen und Kinder. Mehr als 315 Menschen wurden teils schwer verletzt, wie am Abend ein Minister der Provinz Punjab Medienvertretern sagte.

Viele der Verletzten seien schwer verwundet, deshalb müsse von einer weiter steigenden Zahl an Toten ausgegangen werden, sagte ein Berater der Gesundheitsbehörden in der Provinz Punjab. Der Park war an einem der ersten warmen Abende des Jahres besonders gut besucht. Das Gelände sei "voll gewesen mit christlichen Familien, die Ostern gefeiert" hätten, berichtete ein hoher Verwaltungsbeamter.


Nach Medienberichten steckt die pakistanische Talibangruppe Jamaat ul-Ahrar hinter dem schwersten Anschlag in Pakistan seit Monaten. Journalisten meldeten, sie seien vom Sprecher der Gruppe, Ehsanullah Ehsan, angerufen worden. Der Radiosender Voice of America Deewa twitterte, der Islamist habe gesagt, man reagiere auf Militäroperationen der Regierung. Einem Reporter der "Express Tribune" sagte der Taliban, die Aktion sei gegen Christen gerichtet.

Osterfeiern in Pakistan: Die Bilder nach dem Anschlag

Hunderte Menschen spenden Blut

Augenzeugen sprachen von schrecklichen Szenen, die sich während und nach dem Selbstmordanschlag abgespielt hätten. Da die Detonation sehr stark gewesen sei, lägen Leichenteile in dem Park, der in einem Wohngebiet liegt, weit verstreut. Auf Fernsehbildern waren weinende Frauen und Kinder zu sehen, die unter Schock inmitten von Blutlachen standen. Verletzte wurden auch von Privatleuten in deren Fahrzeugen in nahegelegene Kliniken gebracht, da nicht genügend Rettungswagen zur Verfügung standen. Zudem versammelten sich binnen kurzer Zeit Hunderte Menschen vor den Krankenhäusern, um Blut zu spenden.

Die Regionalregierung von Punjab ordnete nach dem Anschlag die Schließung aller öffentlichen Parks an. Soldaten wurden zur Kontrolle abgestellt. Lahore hat mehrere Millionen Einwohner und gehört zu dem größten Städten des Landes.

Pakistan leidet seit langem unter Extremisten der Taliban, kriminellen Banden und Spannungen zwischen unterschiedlichen Religionsströmungen. In Punjab, der politischen Hochburg von Ministerpräsident Nawaz Sharif, ist es üblicherweise aber friedlicher als in anderen Teilen des Landes. Im überwiegend muslimischen Pakistan kommt es immer wieder zu Angriffen von Extremisten auf Christen und andere religiöse Minderheiten. Im Dezember 2014 hatten pakistanische Taliban in Peshawar eine Schule überfallen und mehr als 130 Kinder getötet.

car/DPA/Reuters
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