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3. November 2006, 10:13 Uhr

Marine darf in Sechs-Meilen-Zone

Pünktlich zum Besuch von Verteidigungsminister Jung hat der Libanon seine Sechs-Meilen-Zone für die internationale Friedenstruppe geöffnet. Das verschafft der deutschen Marine mehr Bewegungsspielraum.

Verteidigungsminister Franz Josef Jung wird von seinem Amtskollegen Elias Murr empfangen© Gero Breloer/AP

Die Deutsche Marine hat vor der libanesischen Küste jetzt doch volle Bewegungsfreiheit. Dies bestätigte Marine-Sprecher Fregattenkapitän Dirk Groß am Rande eines Besuchs von am Freitag in Beirut. Danach fragte die libanesische Regierung bereits am Mittwoch bei den Vereinten Nationen an, ob die UN die gesamte Küste auch innerhalb der Sechs-Meilen-Zone kontrollieren könne. Offizielle Begründung sei der anhaltend hohe Seegang gewesen.

Unterwarteter Umschwung

Zuvor hatte die libanesische Regierung noch darauf bestanden, dass die Schiffe im Rahmen des UN-Einsatzes Unifil die Küste lediglich außerhalb der Sechs-Meilen-Zone kontrollieren. Dies hatte bei der deutschen Opposition für Irritationen gesorgt. Die Ausweitung des Einsatzes sei noch am Mittwochabend in Kraft getreten. Die Unifil-Schiffe seien unmittelbar danach unter deutscher Führung in die Sechs-Meilen-Zone gefahren. Bislang seien 380 Schiffe angefunkt und nach deren Zielort und Fracht befragt worden, sagte Groß weiter. Wie viele der Schiffe tatsächlich kontrolliert worden seien, sagte der Sprecher nicht.

Es gelte weiterhin die Regel, dass Schiffe nur nach Absprache mit den libanesischen Behörden kontrolliert werden dürften, sagte Groß weiter. Die Deutsche Marine führt den UN-Verband, der den Waffenschmuggel an die radikal-islamische Hisbollah unterbinden soll. Jung war am Morgen zunächst mit dem libanesischen Verteidigungsminister Elias Al-Murr und danach mit Regierungschef Fuad Siniora zusammengekommen. Über Inhalte der Beratungen wurde zunächst nichts bekannt.

Jung reist weiter nach Israel

Am Mittag wollte Jung weiter nach Israel reisen, wo ein Gespräch mit Verteidigungsminister Amir Perez geplant war. Thema sollte auch hier vor allem der Einsatz der Deutschen Marine vor der libanesischen Küste sein. Für Irritationen hatten zuletzt mehrere Zwischenfälle mit israelischen Kampfflugzeugen geführt, die nach deutschen Angaben Schüsse über einem deutschen Aufklärungsschiff abgegeben und deutsche Hubschraubern bedrängt hatten. Israels Ministerpräsident Ehud Olmert sicherte Bundeskanzlerin Angela Merkel daraufhin zu, derartige Vorfälle würden sich nicht wiederholen.

Reuters
 
 
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