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Geschäftsmann wird Chef der Übergangsregierung

Der Geschäftsmann Gyude Bryant aus Monrovia soll der nächste Staatschef Liberias werden. Oberstes Ziel für ihn sei die Versöhnung seiner Landsleute, sagte Bryant.

Der Geschäftsmann Gyude Bryant aus Monrovia soll der nächste Staatschef Liberias werden. Dies verkündeten die Vermittler der Friedensgespräche in der ghanaischen Hauptstadt Accra am Donnerstag nach langen Verhandlungungen. Oberstes Ziel für ihn sei die Versöhnung seiner Landsleute, sagte Bryant.

Übergangsregierung im Oktober

Gemäß dem am Montag unterzeichneten Friedensabkommen soll im Oktober eine Übergangsregierung für Liberia eingesetzt werden. Bryant gilt als Kompromisslösung, der Vertreter der alten Regierung und beider Rebellengruppen zustimmen konnten. Die beiden anderen Kandidaten standen entweder dem jetzt im Exil in Nigeria lebenden Ex- Präsidenten Charles Taylor oder der Opposition zu nahe. Bryant ist Vorsitzender der Liberia Action Party. Zudem ist er ein führendes Mitglied der Episkopalkirche in Liberia.

Hilfsorganisationen bemühen sich unterdessen weiter, auch außerhalb von Monrovia Menschen mit Lebensmitteln zu versorgen und medizinische Hilfe zu leisten. Die Organisation Ärzte ohne Grenzen äußerte sich besorgt über die Lage in einem Flüchtlingslager mit etwa 60 000 Menschen etwa 100 Kilometer außerhalb der liberianischen Hauptstadt. Dort habe es in den vergangenen Tagen ungeachtet des Waffenstillstands sporadisch Kämpfe gegeben. "Viele Kinder sind dort unterernährt", sagte eine Sprecherin.

Hilfstransport aus Deutschland

Am Freitag will die Organisation World Vision den ersten Hilfstransport aus Deutschland nach Liberia schicken. Ein Flugzeug mit 30 Tonnen Hilfsgütern, darunter Decken, Wasserbehälter und proteinhaltige Nahrung, solle von Frankfurt am Main nach Monrovia fliegen, teilte World Vision mit. Ein Schiff der Organisation mit Hilfsgütern im Wert von 86 000 Dollar war am Wochenende vor der Küste Liberias im Sturm gekentert.

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