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stern-Reportage

Selbst ernannte Soldaten, die in Gruppen schießen, vernagelte Zimmer, das Grauen

Vor ihnen liegt das Meer. Hinter ihnen Libyen. Ein Land wie aus einem "Mad Max"-Film: bewaffnete Milizen, Folter, Menschenhandel. Der stern sprach auf Sizilien mit jenen, die die Flucht nach Europa überlebten. Es sind Berichte des Grauens.

Flüchtling an der Küste Libyens

Wenn sie in Libyen am Strand stehen, gibt es kein zurück mehr. Es beginnt eine Reise auf Leben und Tod. Über 2000 Flüchtlinge sind in den ersten fünf Monaten dieses Jahres gestorben, als sie versuchten, von Libyen aus mit dem Boot nach Italien zu kommen. 47.000 haben es geschafft. Zu welcher Gruppe wird man gehören, wenn man auf so ein Boot steigt? Zu den Toten? Zu den Lebenden?

Der stern hat in Sizilien mit Menschen gesprochen, die über das Meer geflohen sind. Obwohl sie erst 15 Jahre alt waren oder verletzt oder schwanger. Und mit jenen, die das Schicksal der Flüchtlinge aus kennen. Augenzeugenberichte aus einem Land, in dem Menschenleben zur Handelsware geworden sind.


Ahmet, 19, aus Gambia, Westafrika, jetzt in Piana Degli Albanesi,

"Drei Freunde wurden in Libyen gefangen genommen. Ich weiß nicht, wo sie sind. Ich musste aus Gambia fliehen, weil die Polizei dort Oppositionelle verfolgt und irgendwann auch zu mir kam. Ein Freund war 2014 am Aufstand gegen den Präsidenten beteiligt. Meine Mutter sagte: ,Geh!' Also bin ich los. Zwei Monate war ich in Tripolis. Ich konnte bei einer Frau arbeiten und Geld für die Weiterfahrt verdienen. In Sabrata, an der Küste, wartete ich zehn Tage auf die Überfahrt. Es waren noch etwa tausend andere Afrikaner dort, wir waren alle in einer Halle eingepfercht, viele wurden geschlagen. Nachts hörte ich Schüsse. Die Stadt ist im IS-Kampfgebiet. Das Lager wurde angegriffen, viele starben. Am 13. April ging es nach Italien. Wir sind in der Nacht los, wir mussten uns alle in einer Reihe aufstellen. Wer sprach, wurde geschlagen. Wir wurden mit vorgehaltener Waffe auf das Boot getrieben, über 900 Leute, und ich dachte mir: Wie es weitergeht, hängt von Gott ab. Ich hatte Angst. Aber sterben, das ist nur ein Mal. Libyen ist gefährlicher als das Meer und schlimmer als der . Da kannst du Waffen kaufen wie hier Eiscreme. Jeder hat welche. Sogar die Kinder."

Baldé, 19, aus Casamance, Senegal

Baldé, 19, aus Casamance, Senegal: In Tripolis wurde er verhaftet und schwer misshandelt. Nun lebt er in Palermo, Sizilien


Baldé, 19, Senegal, Westafrika, jetzt in Palermo, Sizilien

"In Tripolis habe ich als Maler und Maurer gearbeitet, drei Monate. Ich habe nur einmal Geld bekommen. Ich habe mich nicht getraut, nach mehr zu fragen. Wenn wir bei der Arbeit geredet haben, schlug uns der Chef. Eines Tages wurde ich festgenommen, weil ich keine Arbeitserlaubnis hatte. Das Gefängnis war schrecklich. Wir durften nie raus. Es gab fast nichts zu essen. Manchmal banden sie uns Hände und Füße aneinander und ließen uns stundenlang so liegen. Sie haben mir die Zähne ausgeschlagen. Nach etwa zwei Monaten holten sie mich aus der Zelle. Mir ging es sehr schlecht. Sie brachten mich auf ein Schlauchboot. Ich habe mich die ganze Zeit übergeben, ich wusste nicht, ob ich seekrank war oder ob das die Folgen der Schläge waren. Heute glaube ich, die Gefängniswärter wollten mich loswerden, weil ich sowieso fast tot war."


Paola Mazzoni, Ärzte ohne Grenzen, Rettungsschiff "Bourbon Argos"

"Die Körper der aus Libyen sind oft übersät mit Fleischwunden, Prellungen, Hautabschürfungen und Narben. Die Menschen berichten, dass sie auf offener Straße mit Eisenstangen verprügelt und gekidnappt wurden. Halb verhungert und verdurstet werden sie monatelang festgehalten und erpresst. Mit Geld können sie sich freikaufen. Die selbst ernannten Soldaten, die den Transport der Migranten abwickeln und von denen man nicht genau weiß, wer sie sind und wem sie gehorchen, wollen die Menschen mürbe und gefügig machen. Sie schießen willkürlich in eine Gruppe. Die Überlebenden gehorchen dann sofort."


Bachirou, 27, aus Benin, Westafrika, jetzt in Palermo

"In Libyen wirst du geschnappt und direkt an Banditen verkauft. Dann sagen die: Du gibst mir tausend Euro, oder ich bringe dich um. Du musst deine Eltern anrufen, und während du mit ihnen am Telefon sprichst, verprügeln sie dich. Dann kratzen deine Eltern irgendwie Geld zusammen und schicken es, als Überweisung, mit Western Union. So machen sie das. Ich habe auch gesehen, wie einer nach den Schlägen gestorben ist. Der konnte kein Geld mehr auftreiben."


Issa, 37, aus Benin, Westafrika, jetzt in Palermo

"Sie stecken die Afrikaner oft in ganz normale Häuser. Ein Zimmer, die Fenster sind zugemauert und vernagelt, da steckt man dich rein. Sie sitzen dann vor der Tür, rauchen und warten, dass das Geld kommt."


Bachirou

"Ich hatte gehört, dass Libyen ein Ort zum Arbeiten ist. Aber das stimmt nicht. In Tripolis wurde ich verletzt, von einem Jugendlichen. Wenn du schwarz bist, kommen sie einfach in deine Unterkunft, mit einer ganzen Gruppe. Sie haben die Tür eingetreten und alles geklaut. Unser Geld, unsere Telefone. Ich merkte schnell, dass es unmöglich ist, in Tripolis zu bleiben. Die Libyer haben Geld kassiert und mich an den Strand gebracht. Es ist ein Business für sie. Die Männer, die mich mitgenommen haben, hatten Uniformen an, wie Militärs oder . Am Strand musst du auf das Boot, du kannst nicht weglaufen, sie brauchen dann schon wieder den Platz für die nächsten."

Flüchtling Issa

Issa, 37, kam vor 15 Jahren zum Arbeiten nach Tripolis. Mit dem Geld aus seiner Autowerkstatt dort versorgte er seine Familie in Benin


Issa

"Ich hatte gar nicht vor, nach Europa zu fahren. Ich habe 15 Jahre lang in Libyen gearbeitet, als Mechaniker und als Autolackierer, ich hatte meine eigene Werkstatt in Tripolis. Ich konnte Geld nach Hause schicken, ich konnte meine Familie besuchen. Alles war gut. Als Ghaddafi noch da war, kamen Menschen aus ganz Afrika nach Libyen, um dort zu arbeiten. Jetzt geht das nicht mehr. Es war ein Fehler, ihn zu töten. Deswegen haben viele Menschen aus Afrika die Probleme, sie gehen, weil es keine Möglichkeit gibt, zu bleiben. Libyen ist für uns ein Gefängnis. Alle Botschaften sind zu. Wir kriegen keine Papiere mehr, wir kommen nicht weg. Nur mit Geld. Sie machen Jagd auf Schwarze. Mir haben sie das Bein zertrümmert, und es heilte nicht mehr. Ich hätte umgerechnet 10.000 Euro zahlen müssen, um über die Grenze nach Tunesien und in ein Krankenhaus zu kommen. In Italien gibt es gute Krankenhäuser, das wusste ich. Mein Kopf war schon ganz verdreht, so viel habe ich gegrübelt. Und irgendwann dachte ich: Wenn ich ins Wasser gehe und sterbe, dann ist es Gott, der mich getötet hat. Wenn ich überlebe, hat Gott mich gerettet. Vor neun Monaten bin ich los. Mein Bein heilt jetzt. Aber ich kann kein Geld nach Hause schicken, ich darf nicht arbeiten. Meine Kinder sind arm. In Benin bist du nichts, wenn du arm bist."


Abu Saum Allafi, Mitarbeiter der Organisation "Caucus for Fezzan" für Demokratieaufbau, aus Sabha, Südlibyen

"Jeder, der einen Pick-up hat und Freunde in den Milizen, kann Migranten von Südlibyen nach Tripolis transportieren. Alle Beteiligten haben ein Interesse daran, das Geschäft schnell und profitabel abzuwickeln, und die Migranten sind zu allem bereit auf ihrem Weg nach Norden. Die jungen Leute in Libyen haben aber auch kaum Alternativen zum Schleusergeschäft. Wenn die EU den Menschenhandel stoppen will, muss sie im Süden ansetzen, die Region entwickeln und Perspektiven schaffen. Die EU setzt aber – wie schon zu Ghaddafis Zeiten – nur auf Tripolis und die selbst dort völlig machtlose Einheitsregierung."


Qalma Schalgham, Aktivist aus Qatrun, in der Region Marzuq, Südlibyen

"Die libyschen Wüstengrenzen sind für jeden offen. Viele finden hier im Transport der Arbeitssuchenden und Flüchtlinge von Agadez im Niger nach Libyen das Geschäft ihres Lebens. Mit einem Jeep können vier Jugendliche schnell reich werden. Nachdem sich der libysche Staat quasi aufgelöst hat, setzen immer mehr junge Männer im Süden auf Schmuggel. Die Stammesältesten können sie kaum davon abhalten. In der Sahara wird Schmuggel nicht als Rechtsbruch verstanden. Wer schmuggelt, hat Geld. Von zwei, drei Touren durch die Wüste mit durchschnittlich 28 Passagieren auf der Ladefläche kann man ein Jahr gut leben. In Madama, einem Ort in Niger nahe der libyschen Grezne, kassieren die nigrischen Soldaten offen Wegzoll. Vor den Augen der französischen Soldaten, die dort ebenfalls stationiert sind."


Yacoub Said, 20, Mitarbeiter von Amnesty International, aus Kamerun, jetzt in Palermo

"Die Menschen, die gerade aus Libyen gekommen sind, haben Wunden in der Seele. Sie kriegen kaum die Worte raus. Die libyschen Schlepper arbeiten mit Leuten im Tschad und in Niger zusammen. Sie versprechen den Migranten Jobs. Sobald sie die Grenze überquert haben, werden sie eingesperrt und erpresst. Man muss zahlen, um weiterzukommen. Dann werden sie noch mal eingesperrt und müssen sich freikaufen. Die EU will enger mit der libyschen Küstenwache zusammenarbeiten. Aber wenn diese die Menschen zurück an Land bringt, kommen sie in miserable Lager. Das Land ist eine Falle."


Jusuf al-Ghaddafi, Stammesältester, Marzuq, Südlibyen

"Mit dem schnellen Geld, das die Jungen mit Menschenhandel und Schmuggel verdienen können, schwindet der Einfluss der ordnenden Stammesstrukturen und der weisen Männer, der Stammesältesten. Stattdessen schließen sich die Jungen den Milizen und Banden an. Mit dem Geld aus dem Schleusergeschäft kommen auch Drogen und Waffen, es finanziert bewaffnete Gruppen, Terrormilizen wie IS und Boko Haram. Der IS baut bereits heimlich an Strukturen. Mit den Migranten gibt es genug Hoffnungslose, die sich für ein wenig Sold jeder Gruppe anschließen würden. Zurzeit zahlen die Milizen 500 libysche Dinar im Monat, rund 300 Euro. Ich befürchte, dass aus der Sahara ein rechtloses Gebiet wird, das bis zum Mittelmeer reicht."


Andrea Di Nicola, Experte für Menschenschmuggel, Universität Trient, Italien

"Libyen hat sich zu einem kriminellen Hotspot entwickelt. Terrorismus wird hier finanziert, und Terroristen werden durchgeschleust, es ist ein Land außer Kontrolle. Der Menschenschmuggel alimentiert die libyschen Milizen. Es geht um Millionen von Euro jährlich. Die Nachfrage von Flüchtenden, die bereit sind, an Schleuser viel Geld zu zahlen, ist unendlich groß und wird auch so bleiben, solange es für die Menschen keine andere Möglichkeit gibt. Auch aus der Türkei kann man nun über Libyen nach Europa fliehen. Ich habe das getestet. Vor ein paar Monaten habe ich türkische Schleuser auf Facebook kontaktiert und so getan, als wäre ich ein Flüchtling. Es kam zu einem Telefongespräch über Viber. Die Schleuser boten an, mir für 1500 bis 2000 Euro einen Flug aus der Türkei in den Sudan zu organisieren. Von dort sollten Schlepperbanden mich nach Libyen bringen. Die türkischen Menschenhändler benutzen jetzt offenbar diesen Weg über Schwarzafrika in Zusammenarbeit mit den libyschen Organisationen. Ich gehe davon aus, dass diese Route noch ausgebaut wird."


Judith Gleitze, Netzwerk Borderline Europe, Palermo

"Dass Grenzkontrollen und geschlossene Grenzen Druck auf Schleuser ausüben sollen, ist eine große Farce. Wenn die Grenzen durchlässiger wären, gäbe es gar keine Schlepper. Dann wäre deren Geschäftsgrundlage zerstört. Die Opfer der europäischen Schlepper-Bekämpfungspolitik sind bislang nur die Migranten. Es mangelt den Schleusern inzwischen an Booten. Deswegen haben sie auf libyscher Seite offenbar einen Großeinkauf an chinesischen Schlauchbooten getätigt, die noch viel weniger hochseetauglich sind als die Boote der vergangenen Jahre. Damit setzen sie die Menschen ins Wasser, und alle können nur hoffen, dass sie gerettet werden. Für eine Überfahrt sind diese Boote nicht gemacht. Und trotzdem warten die Menschen darauf. Weil sie keine Wahl haben."


Kony Iken, 24, aus Nigeria, zurzeit in Tripolis

"Ich habe immer darauf gehofft, dass irgendein Wunder mir ein Leben in Würde bescheren wird. Zu Hause in Lagos schlugen mich meine beiden arbeitslosen Brüder immer wieder aus Frust. Auf der Straße ist man als Frau dort Freiwild. Ein Mann sprach mich an und sagte, er suche Haushaltshilfen in Italien. Die Fahrt würde er finanzieren, ich könne die 10.000 Euro später zurückzahlen. Bis Tripolis lief alles reibungslos. Dann wurde der Anführer von einer Miliz verhaftet. Ich jobbe jetzt im Militärkrankenhaus am Flughafen von Mitiga. Die 1000 Euro für die Fahrt auf einem Boot habe ich zusammen. Mit der nächsten Möglichkeit werde ich versuchen, nach Schengen zu gelangen."


Anonym, 17, aus Gambia, Westafrika, jetzt in Palermo

"In Libyen sind Schwarze nur Tiere. Wenn sie sagen: Hau ab!, muss man sofort abhauen. Sie schießen auch auf Schwarze. Einfach so. Jetzt in Italien geht es mir gut. Aber ich vermisse meine Mutter. Jeden Tag telefoniere ich mit ihr über Viber oder Whatsapp. Manchmal sagen Freunde zu mir, dass sie kommen wollen. Ich erzähle ihnen dann, wie schrecklich es in Libyen ist, dass man dort sterben kann. Aber ich weiß, es wird sie nicht abhalten. Mich hat es auch nicht abgehalten."

Flüchtling Rita mit Tochter Clara

Rita, 21, war schwanger, als sie mit ihrem Ehemann das Boot nach Europa bestieg. Ihre Tochter Clara wurde vor sechs Monaten in Italien geboren


Rita, 21, aus Nigeria, Westafrika, jetzt in Palermo

"Wir lebten eine Weile in einem Slum in Tripolis, mein Mann arbeitete als Autowäscher. Wir haben Nigeria 2013 verlassen. Es gab dort keine Zukunft für uns. Ich bin in Tripolis kaum je aus der Wohnung gegangen, ich wusste, dass sie schwarze Frauen vergewaltigen. Als ich im sechsten Monat schwanger war, hatten wir genug Geld zusammen. Die Schmuggler brachten uns nachts in ein Lager am Strand, da warteten schon Hunderte andere. Unser Schlauchboot war total überfüllt. Irgendwann platzte ein Teil. Die Männer weinten und schrien. Aber ich wusste: Ich werde nicht sterben. Mein Baby wird leben. In Europa. Ich habe ein Lied aus meiner Heimat gesungen und mit niemandem geredet außer mit Gott. Die Franzosen haben uns gerettet. Als ich das große Schiff gesehen habe, bin ich in Ohnmacht gefallen."


Muhammad Sifau, Mitarbeiter des Libyschen Roten Halbmonds in Zauwia, Nordlibyen

"Wir sehen grauenhafte Szenen an den Stränden von Sabrata und Zauwia. In den Lagern der Flüchtlinge grassieren Krankheiten, es kommt oft zu Gewalt. Den Gemeinden und Hilfsorganisationen fehlen schon für die 400.000 libyschen Kriegsflüchtlinge Medikamente und Nahrung. Für die Migranten bleibt kaum etwas übrig. Wo bleibt die Hilfe aus Europa für die Kollegen an der libyschen Küste? Belohnt werden Angehörige der Milizen, die sich als Anti-IS-Kämpfer profilieren. Aber die Helfer, die Europa brauchen wird, um die Flüchtlingskrise hier vor Ort in den Griff zu bekommen, werden alleingelassen."

Fadou, 15, aus Benin

Fadou ist 15 Jahre alt und aus Benin durch die Sahara nach Tripolis und dann Italien geflohen. Er lebt in einer Jugendunterkunft in Palermo


Fadou, 15, aus Benin, Westafrika, jetzt in Palermo

"Auf der Straße in Tripolis, wo wir Arbeit suchten, haben sie mich mitgenommen. Sie haben mein ganzes Geld genommen und mich eingesperrt. Jeden Tag haben sie mich geschlagen. Ein Freund hat 2000 Dinar, etwa 1300 Euro, für mich gezahlt. Dann konnte ich auf ein Schiff. Das Schiff war so voll, es gab keinen Platz zum Hinlegen. Ich bin jetzt seit fünf Wochen in Italien. Ich schlafe und schlafe, ich will immer nur schlafen."


Dario Terenzi, Psychologe in den Aufnahmelagern für Flüchtlinge, Sizilien

"Alle Patienten aus Libyen haben Missbrauch erlebt. Inhaftierung, physische und psychische Misshandlung, Männer wie Frauen. Die Frauen sind oft von Banden junger Männer vergewaltigt worden. Wir sehen Verletzungen durch Schusswaffen und Spuren wiederholter Folter. Die Menschen dürfen nicht arbeiten. Sie fühlen sich wie in einer Falle. Das seelische Leid ist so groß, dass es somatische Störungen auslöst. Schmerzen im ganzen Körper, heftige Migräne, Schlafstörungen, Depressionen, Angstzustände und die Fixierung auf einen einzigen Gedanken, der in Endlosschleife kreist: der Gedanke an den Flüchtlingsstatus. Die Lebensgrundlage."


Unter dem Stichwort "Flüchtlinge Mittelmeer" können Sie spenden und helfen. Die Stiftung stern unterstützt u.a. die Arbeit von Ärzte ohne Grenzen.


Diese Reportage stammt aus dem aktuellen stern

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Von:

sowie Veronica Frenzel