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27. Juli 2007, 16:23 Uhr

Sarkozys Atom-Deal sorgt für Zündstoff

Der Atom-Deal des französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy mit Libyens Staatschef Gadaffi hat in Deutschland viel Kritik hervorgerufen. Die SPD würde dem Wüstenstaat lieber beim Einsatz erneuerbarer Energie helfen.

Die Atom-Vereinbarung zwischen Sarkozy und Gaddafi stößt bei deutschen Politikern auf Widerstand© Sabri Elmhedwi/EPA/DPA

Die geplante Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Libyen auf dem Atomsektor ist auf Unverständnis bei deutschen Politikern gestoßen. "Politisch ist dieses Geschäft problematisch", sagte der Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Gernot Erler. Grünen-Chef Reinhard Bütikofer warf dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy Aktionismus vor.

Wegen des Konzerns Siemens seien auch deutsche Interessen direkt mit betroffen, sagte Erler. Weil beim Export von Atomtechnik europäische Sicherheitsinteressen berührt sein könnten, forderte er zudem eine Konsultation der deutschen und der französischen Regierung. Der SPD-Politiker warf der französischen Regierung einem Medienbericht zufolge vor, mit dem Abkommen gegen deutsche Interessen zu agieren.

Parteiübergreifende Kritik

Libyen sei ein Land, bei dem sich der Einsatz erneuerbarer Energien anbiete. "Deutschland hat Libyen auch bereits entsprechende Angebote gemacht, auf die es bisher nicht reagiert hat", wurde Erler zitiert. Der Staatssekretär sagte, mit jedem Land, das die Atomenergie nutze, erhöhe man das Risiko der unkontrollierten Weitergabe von Atomtechnik. Die Bundesregierung wolle die französischen Exportanstrengungen im Nuklearsektor aufmerksam verfolgen, weil sich auch arabische Staaten dafür interessierten.

Bütikofer erklärte einem Zeitungsbericht zufolge, "was Präsident Sarkozy an den Tag legt, ist rücksichtsloser, nationalistisch gefärbter Aktionismus". "Ich würde mich nicht wundern, wenn er sich bald auch noch hinstellt und sagt: Gaddafi ist ein lupenreiner Demokrat." Der Griff nach Atomwaffen werde mit dem Abkommen erleichtert.

Auch der FDP-Außenpolitiker Werner Hoyer monierte, eine Neudefinition des europäischen Verhältnisses zu Libyen sei "keine Privatsache der Sarkozys". Eine Frage, die einen Richtungswechsel in der europäischen Außenpolitik bedeute, gehöre in einen intensiven europäischen Abstimmungsprozess. Hoyer gestand Libyen zwar ein Recht auf die zivile Nutzung der Atomenergie zu, gab aber zu bedenken, es wäre "fahrlässig zu glauben, dass sich das Regime Gaddafi jetzt über Nacht fundamental gewandelt haben könnte".

Weisskirchen für pragmatischen Umgang mit Libyen

Der außenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Gert Weisskirchen, sagte einem Zeitungsbericht zufolge, Libyen habe ein großes Interesse daran, Anschluss an Europa zu finden. "Dem sollte man pragmatisch begegnen", wurde er zitiert. "Aber muss es unbedingt ein Atomkraftwerk sein? Man kann auch andere Formen der Zusammenarbeit finden."

Dagegen bezeichnete Unionsfraktionsvizechef Andreas Schockenhoff (CDU) die Kooperation als eine logische Folge des Verzichts Libyens auf sein Atomwaffenprogramm im Jahr 2003. "Staatschef Muammar Gaddafi hat kein Interesse an neuen Sanktionen gegen sein Land", sagte Schockenhoff. Libyen müsse eine Chance auf wirtschaftliche Entwicklung gegeben werden.

Frankreich und Libyen hatten am Mittwoch vereinbart, bei der friedlichen Nutzung der Atomkraft zusammenzuarbeiten. Das erste Projekt sieht den Bau eines Reaktors vor, der Meerwasser entsalzen soll. Die Vorbereitungen sind laut Élysée-Palast bereits angelaufen.

AP
 
 
KOMMENTARE (8 von 8)
 
Aprotheus (28.07.2007, 10:08 Uhr)
Gaddafi = Europäer
Wusten Sie, daß Gaddafi als italienischer Staatsbürger im September 1942 geboren wurde und dadurch auch italienisches Staatsoberhaupt werden könnte! Seine Militärische Ausbildung erhielt er in England! Beim Putsch 1969 wurde er von mehreren europäischen Geheimdiensten unterstüzt. Im Libysch-Ägyptischer Grenzkrieg 1977 wurde Lybien von Europa ( England und Frankreich ) indirekt ermutigt Ägypten anzugreifen. Bei obiektiver Betrachtung ist Tunesien eher ein Satelittenstaat der EU.
katzmann1 (28.07.2007, 07:57 Uhr)
Keine Atomtechnologie an die Moslems?
In Bezug auf den Kommentar von Dersimli vom 27.7.2007 moechte ich sagen, dass alle Moslems keine Terroristen sind. Waren es die Moslems, die die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki geworfen hatten? Waren es die Moslems, die die Atombombe erfunden haben?
Persoenlich bin ich gegen die Verbreitung der Atomtechnik. Die Verbreitung von Atomwaffen hat nichts mit der Religion, sondern mit der Politik zu tun.
XFire (28.07.2007, 06:48 Uhr)
Soziale Errungenschaften?
An welche sozialen Erungenschaften denken sie denn da genau? Todesstrafe? Analphabetenrate bei Frauen von knapp 30%? Defacto-Alleinherrschaft eines Militärs? Oder dann doch eher die miserabelen Bedinnungen in Krankenhäusern? Welche "Sozialen Errungenschaften" gibt es denn in Libyen die es in Deutschland nicht gibt?
Aurum (28.07.2007, 03:33 Uhr)
Atom Kraftwerke..
warum nicht? Wohin "erneuerbare Energie" führt sieht man doch an den Strompreisen in Deutschland und der verschandelung von Natur und Umwelt! Desweiteren ist Libyen ein moderner Staat und die sozialen Erungenschaften dieses Landes übertreffen Deutschland bei weitem.
muhtesem1 (28.07.2007, 02:03 Uhr)
ein depp ist der,der verallgemeinert.
ungebildeter dersimli,weißt du nicht,daß moslemstaaten wie pakistan schon atomwaffen haben.du bist dumm geboren und hast nichts dazugelernt.bei dir da ober ist weniger bewegung,als bei den dümmsten ausscheidungen.wie kannst du alle moslems beleidigen.
mir ist auch klar,daß gadaffi ein schlimmer ist.hier sieht man die doppelte moral von sarkozys,den franzosen und der eu. wo sind denn die ganzen türkeigegner und die selbsernannten nazis.warum stürzen di sich nicht über die franzosen.nein,wenn die türkei nur mal hustet,schon erklärt man denen fast den krieg.auch weil sie moslems sind.
Dersimli (27.07.2007, 21:56 Uhr)
Bitte keine Atomtechnologie an die Moslems !
Wer sich mit diesem Verrückten einläßt kann nicht klar im Kopf sein. Dieser Mann ist zu allem fähig, bitte keine Atomtechnologie an die Moslems, es könnte jederzeit gegen uns alle eingesetzt werden.
black-jack (27.07.2007, 20:44 Uhr)
???
Dass ein Wüstenstaat nicht auf Sonnenenergie setzt, ist mir völlig unbegreiflich!
H.P. (27.07.2007, 20:03 Uhr)
Wo es um Geschäfte geht ist alles erlaubt.
Wo es um Geschäfte geht ist alles erlaubt. Jeder kleine Gauner wird bestraft und die, die VERANTWORTUNG TRAGEN FÜR DIE WELT, denen ist alles erlaubt. Jeder weiß wer Gaddafi ist.
Die jetzige Kernenergie müssen wir abschaffen. Sie ist viel zu gefährlich – aus vielerlei Gründen. So ist nicht nur die Frage der Endlagerung von Atommüll nicht gelöst, sondern dieser Atommüll kann auch als Waffe benutzt werden. Es existiert also keine scharfe Trennung zwischen ziviler und militärischer Nutzung der Kernenergie.
http://www.naturkatastrophen.com/
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