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25. Februar 2010, 22:45 Uhr

Gaddafi ruft zum Heiligen Krieg gegen die Schweiz auf

Schrille Töne von Revolutionsführer Muammar al Gaddafi: Der libysche Staatschef hat alle Muslime zum Heiligen Krieg gegen die Schweiz aufgefordert. Der Kampf müsse mit allen Mitteln geführt werden - auch Waffengewalt sei in Ordnung.

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Libyens Revolutionsführer Muammar al Gaddafi hat die Eidgenossen als Feinde des islamischen Welt ausgemacht© Sabri Elmhedwi/DPA

Der libysche Revolutionsführer Muammar al Gaddafi hat die Muslime zum Heiligen Krieg gegen die Schweiz aufgerufen. Die Eidgenossenschaft sei ein ungläubiger Staat, in dem Moscheen zerstört würden, erklärte Gaddafi am Donnerstag in Benghasi. "Diejenigen, die Gottes Moscheen zerstören, verdienen es, mit einem Heiligen Krieg angegriffen zu werden. Würde die Schweiz an unserer Grenze liegen, würden wir gegen sie kämpfen", wurde Gaddafi am Donnerstag von der amtlichen Nachrichtenagentur Jana zitiert. Der Staatschef erklärte weiter: "Jeder Muslim in der Welt, der mit der Schweiz zusammenarbeitet, ist ein Abtrünniger und gegen (den Propheten) Mohammed, Gott und den Koran."

Die Schweizer hatten Ende November in einem Referendum mit breiter Mehrheit für ein Bau-Verbot von Minaretten gestimmt. Die Beziehungen zwischen Libyen und der Schweiz gelten allerdings als zerrüttet, seit im Juli 2008 ein Sohn Gaddafis in Genf vorübergehend festgenommen worden war. Der junge Gaddafi war beschuldigt worden, Hausangestellte misshandelt zu haben.

"Das ist kein Terrorismus"

"Lasst uns kämpfen gegen die Schweiz, den Zionismus und ausländische Aggression", sagte al Gaddafi und fügte hinzu: "Das ist kein Terrorismus", im Gegensatz zu den Aktionen der al Kaida, die er als "eine Art Verbrechen und Geisteskrankheit" bezeichnete. Es gebe einen großen Unterschied zwischen Terrorismus und dem Heiligen Krieg, der das Recht auf bewaffneten Kampf einschließe, sagte er. Der Kampf gegen die Schweiz müsse mit allen Mitteln geführt werden. So forderte Gaddafi die Muslime in aller Welt auch dazu auf, Schweizer Produkte zu boykottieren und ihre See- und Flughäfen für die Schiffe und Flugzeuge der Eidgenossen zu sperren.

Erst Anfang der Woche konnte ein Schweizer Geschäftsmann nach monatelangem diplomatischem Tauziehen das nordafrikanische Land verlassen. Ein weiterer Schweizer wird weiterhin in Libyen festgehalten.

Reuters/AFP/APN
 
 
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