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4. September 2007, 17:27 Uhr
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Streik legt U-Bahn lahm

Drei Millionen Fahrgäste benutzen jeden Tag die "Tube", wie die Londoner U-Bahn genannt wird. Durch den Streik der U-Bahn-Bediensteten wurde die britische Hauptstadt praktisch lahm gelegt. Wer konnte, fuhr mit dem Auto - oder blieb gleich daheim.

Ein Schild der Londoner U-Bahn vor dem Big Ben. Ein dreitägiger Streik legte hier den Verkehr lahm© Luke MacGregor/Reuters

Verkehrschaos in London: Ein Streik der U-Bahn-Mitarbeiter hat am Dienstag neun der zwölf Linien zum Stillstand gebracht. Hunderttausende Pendler saßen fest und versuchten, auf Busse oder Taxis umzusteigen. Am späten Vormittag erklärte sich die Gewerkschaft dann zu neuen Verhandlungen mit der Betreibergesellschaft Metronet bereit. Der Ausstand der 2300 Gewerkschaftsmitglieder soll allerdings noch bis Donnerstagabend dauern.

"Ich musste heute Morgen drei Züge und zwei Busse nehmen, um zur Arbeit zu kommen, sagte der 57-jährige Buchhalter Adrian Wells aus Sutton südlich von London. "Jetzt bin ich völlig fertig." Im Stadtzentrum war kaum ein Taxi zu bekommen. Jennifer Evans, 29 Jahre alt, reihte sich in die Schlange am Taxistand ein. Sie schätzte, dass sie in 20 Minuten ganze drei Meter vorrückte. "Es gibt anscheinend nicht genug Taxis für alle, aber wahrscheinlich lesen sie in diesem Chaos auch Leute am Straßenrand auf."

Soweit die Pendler nicht auf Züge und Busse umsteigen konnten, mussten sie beschwerliche Fußwege auf sich nehmen oder mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren. Viele blieben auch einfach zu Hause. Bürgermeister Ken Livingstone warf der Gewerkschaft vor, aus nichtigem Grund den Londonern das Leben schwer zu machen. "Dieser Streik ist einer der sinnlosesten, der je ausgerufen wurde", sagte der sozialistische Politiker. "Alle Probleme sind doch schon gelöst worden." Auch Premierminister Gordon Brown kritisierte den Streik. Dieser stelle die Bevölkerung vor enorme Probleme und sei "völlig ungerechtfertigt". "Die Bediensteten sollten so schnell wie möglich wieder an die Arbeit zurückkehren", sagte Brown.

Management gab Arbeitsplatzgarantie ab

Die National Union of Rail, Maritime and Transport Workers (RMT) fordert eine Beschäftigungsgarantie angesichts einer Finanzkrise beim Konsortium Metronet, das für die Instandhaltung der Gleise, Züge und Signale zuständig ist. Das Metronet-Management erklärte dagegen, man habe den Gewerkschaftsmitgliedern bereits schriftlich garantiert, dass ihre Arbeitsplätze sicher seien.

Die RMT forderte außerdem noch Garantien, dass es keinen erzwungenen Wechsel des Arbeitsplatzes und keine Rentenkürzung geben werde. Sie kündigte einen möglichen weiteren Streik für die kommende Woche an. Die "Tube", wie die U-Bahn in London genannt wird, befördert täglich mehr als drei Millionen Fahrgäste in einem Schienennetz mit einer Länge von 410 Kilometern.

Reuters
KOMMENTARE (4 von 4)
 
tripex (04.09.2007, 16:43 Uhr)
Kosten
Die Gewerkschaften in Dt. können es sich einfach nicht mehr leisten zu streiken, weil sie keine Mitglieder mehr haben. Das ist ein Teufelskreis. Hier in Vancouver wird seit ca. 2 Monaten gestreikt, besonders die fehlende Müllabfuhr stinkt den meisten Leuten, aber trotzdem wird das hier wesentlich länger surchgestanden, weil hier quasi oft Zwangsmitgliedschaft herrscht und obendrein auch nur alle ca. 5 Jahre neu verhandelt wird.
bernie-abg (04.09.2007, 11:15 Uhr)
@PPSS...
...volle Zustimmung. Die Gewerkschaften sollten auch in Deutschland viel mehr darauf achten nicht von der Arbeitgeberseite überfahren zu werden anstatt mit ihnen zu mauscheln.
PPSS (04.09.2007, 10:20 Uhr)
es inteeressiert uns alle
Solche Streiks sind die Folge einer verfehlten Politik, die die Bahnen in UK desaströs privatisierte.
Wenn wir nicht aufpassen, wird uns das auch hier passieren.
Somit ist dieser Artikel sehr relevant!
screne (04.09.2007, 09:26 Uhr)
Wen interessiert das?
Also mich nicht, bin kein Brite. Würde mich aber mal interessieren, warum der Stern über einen Streik in London berichtet. Und auch, ob es in Großbritannien jemanden interessiert, ob in Berlin gestreikt wird. Wohl auch niemanden.
 
 
 
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