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2. Juli 2007, 08:06 Uhr

Sieben Festnahmen nach Anschlägen

Nach den versuchten Anschlägen in London und Glasgow hat die Polizei zwei weitere Männer festgenommen. Insgesamt befinden sich nun sieben Tatverdächtige in Gewahrsam. Laut Medienberichten handele es sich bei den Festgenommenen nicht um Briten, einer arbeite angeblich als Arzt.

Experten der Spurensicherung untersuchen das ausgebrannte Attentatsauto© Mark Runnacles/Getty Images

Nach dem Bombenschock von London und dem Anschlag auf dem Flughafen von Glasgow erwarten die Briten einen längeren Antiterrorkampf. "Diese Gefahr verschwindet nicht in Wochen oder Monaten", sagte Premierminister Gordon Brown. Er bat die Bevölkerung am Sonntag, "das normale Leben fortzusetzen" - obwohl mittlerweile die höchste Terrorwarnstufe gilt. Es sei klar, dass Großbritannien mit Leuten konfrontiert sei, die Verbindungen zum Terrornetz al Kaida hätten. "Wir müssen dagegen auf vielfältige Weise ankämpfen - militärisch, durch Sicherheitsmaßnahmen, mit der Polizei und dem Geheimdienst." Die Sicherheitskräfte würden bis auf weiteres in höchster Alarmbereitschaft bleiben, sagte Innenministerin Jacqui Smith.

Zwei weitere Festnahmen

Bei der Fahndung nach den Tätern der versuchten Autobombenanschläge in Großbritannien hat die Polizei zwei weitere Terrorverdächtige festgenommen. Die Männer im Alter von 28 und 25 Jahren seien im Zusammenhang mit dem Angriff auf den Flughafen von Glasgow in Haft genommen worden, teilte die schottische Polizei mit. Damit wurden in Schottland und England bislang seit Samstag sieben Tatverdächtige festgenommen.

Die Festnahme der beiden Männer in der unweit von Glasgow liegenden Ortschaft Paisley sei das Ergebnis "intensiver Polizeioperationen", hieß es. "Dies ist weiterhin eine rasch voran schreitende Ermittlung", sagte John Malcolm, der stellvertretende Polizeipräsident der westschottischen Region Strathclyde. "Ich rufe die Menschen auf, weiterhin sehr wachsam zu sein."

Ein Verdächtigter schwer verletzt

Vier der bereits festgenommenen mutmaßlichen Terroristen wurden am Sonntag verhört. Ein fünfter liegt mit schweren Brandwunden in einem Krankenhaus. Er hatte am Samstag gemeinsam mit einem 27 Jahre alten Komplizen versucht, einen mit Propangasflaschen und Benzinkanistern gefüllten brennenden Geländewagen zwischen hunderte Menschen in die Flughafenhalle in Glasgow zu fahren, scheiterte aber an den Sicherheitssperren. Sechs Menschen, unter ihnen der Attentäter, wurden verletzt.

Nach britischen Fernsehberichten handelt es sich bei den Festgenommenen nicht um britische Staatsbürger. Vermutlich kämen sie aus dem Nahen Osten, berichtete die BBC. Die Tageszeitung "Sun" berichtete, dass einer der Verdächtigen ein iranischer Arzt sei, der in einem Krankenhaus in North Staffordshire arbeite. Der 26-Jährige wurde von der Zeitung als der Drahtzieher hinter den geplanten Angriffen bezeichnet. Er war am Samstag zusammen mit einer 27-jährigen Frau in der Grafschaft Cheshire festgenommen worden. Eine Sprecherin des Krankenhauses lehnte eine Stellungnahme ab. Bei der Polizei waren zunächst keine näheren Informationen zu erhalten.

In der Nacht zum Freitag waren in London zwei Autos mit potenziell verheerenden Sprengsätzen entdeckt worden, die jedoch nicht explodierten. Einer wurde von der Polizei unschädlich gemacht, indem sie einen Mobiltelefonzünder kappte.

"Ganz klar koordiniert"

Die versuchten Anschläge in London und Glasgow waren "ganz klar koordiniert", sagte der Anti-Terror-Chef von Scotland Yard, Peter Clarke. "Die Verbindungen zwischen den drei Attacken werden immer klarer." Browns Terrorismus-Berater Lord Stevens erklärte, die Täter hätten "dieselben Techniken zur Bombenherstellung benutzt wie ihre Waffenbrüder in Bagdad". Es gebe immer mehr Hinweise darauf, dass in Großbritannien geborene al Kaida-Terroristen inzwischen aus dem Irak und aus Afghanistan zurückgekehrt seien, um britische Terrorgruppen anzuleiten. "Es ist keine Übertreibung, zu sagen, dass jede Stunde neue Informationen zu Tage treten", sagte Clarke.

DPA/AP/Reuters
 
 
KOMMENTARE (6 von 6)
 
leichtschwer (02.07.2007, 17:43 Uhr)
Ja und ?
Da werden Teile Afghanistans und Iraks einfach zerbombt und Hunderte von Zivilisten getötet - und dann wehren die sich auch noch! Ja, so was - damit haben wir aber nicht gerechnet!
Ja, verdammt noch mal, dann beendet dieses Blutvergießen in diesen Ländern doch endlich!!!
Vincent_Vega (02.07.2007, 13:58 Uhr)
Eid des Hippokrates
Es gibt stattdessen:
"Genfer Deklaration des Weltärztebundes
(aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie)
Die Genfer Deklaration wurde im September 1948 auf der 2. Generalversammlung des Weltärztebundes in Genf, Schweiz verabschiedet. Sie soll eine zeitgemäße Version des Eid des Hippokrates darstellen und wurde mehrfach revidiert (1968, 1983, 1994, 2005 und 2006).
Gelöbnis [Bearbeiten]
Bei meiner Aufnahme in den ärztlichen Berufsstand: Ich gelobe feierlich mein Leben in den Dienst der Menschlichkeit zu stellen;
Ich werde meinen Lehrern die Achtung und Dankbarkeit erweisen, die ihnen gebührt;
Ich werde meinen Beruf mit Gewissenhaftigkeit und Würde ausüben;
Die Gesundheit meines Patienten soll oberstes Gebot meines Handelns sein; Ich werde die mir anvertrauten Geheimnisse auch über den Tod des Patienten hinaus wahren;
Ich werde mit allen meinen Kräften die Ehre und die edle Überlieferung des ärztlichen Berufes aufrechterhalten;
Meine Kolleginnen und Kollegen sollen meine Schwestern und Brüder sein;
Ich werde mich in meinen ärztlichen Pflichten meinem Patienten gegenüber nicht beeinflussen lassen durch Alter, Krankheit oder Behinderung, Konfession, ethnische Herkunft, Geschlecht, Staatsangehörigkeit, politische Zugehörigkeit, Rasse, sexuelle Orientierung oder soziale Stellung;
Ich werde jedem Menschenleben von seinem Beginn an Ehrfurcht entgegenbringen und selbst unter Bedrohung meine ärztliche Kunst nicht in Widerspruch zu den Geboten der Menschlichkeit anwenden;
Dies alles verspreche ich feierlich, frei und auf meine Ehre."
Vincent_Vega (02.07.2007, 13:56 Uhr)
Neue Verschwörungstheorie
@gmathol:
wieso packst Du denn jetzt das Dritte Reich aus? Das Eine hat doch mit dem Anderen nichts zu tun. Oder gehörst Du zu denen, die annehmen, die Amerikaner wären selbst in das World-Trade-Center geflogen und hätte ihr eigenes Verteidigungszentrum gesprengt?
Dass der Mann nun mal aus dem Iran kommt, ist nun mal Stand der Ermittlungen ebenso wie er wohl Arzt ist.
Genauso könnte ich jetzt behaupten, es würde Stimmung gegen Ärzte gemacht und demnächst geraten alle Ärzte wegen Terrorgefahr unter Generalverdacht.
Müssen Ärzte nicht den Eid des Hippokrates leisten, nachdem sie Leben beschützen sollen. Von daher ist es schon interessant, das ein studierter Arzt sich von zu einer solchen Tat verleiten lässt.
@sachsenwini
auch Ärzte können Lehrgänge zur Fahrausbildung besuchen, damit sie fahren können wie die letzten Henker oder (eigentliches Ziel beim ADAC) ein Auto sicherer abfangen können.
Lasst uns froh sein, dass der Fahrer, der das brennende Auto lenkte nicht mehr so gut fahren konnte.
gmathol (02.07.2007, 12:47 Uhr)
Iranischer Arzt?
Zu offensichtlich! Hier soll wohl der Fall "Iran" konstruiert werden und demnaechst "legal" ueberfallen werden!
Hitler hat ja auch Polen angegriffen, weil polnische Ulanen - Kavallerie - Deutschland bedrohten!
Was fuer eine schaebige Wiederholung der Weltgeschichte!
sachsenwini (02.07.2007, 12:00 Uhr)
Kraftfahrer wären geeigneter gewesen.

Kraftfahrer, die nicht gegen Mülltonnen und Betonpoller fahren.
Antidemokrat (02.07.2007, 11:35 Uhr)
Wie jetzt ?
Wäre einer Dachdecker gewesen, wäre das genauso ... wie soll man sagen ... überrascht-erschrocken ausgerufen worden, wie der Beruf des Attentäters als Arzt ? Hallo ?! Ärzte glauben auch und Mist bauen die jeden Tag, überall auf der Welt ...
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