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23. März 2003, 13:54 Uhr

Britisches Militärflugzeug von US-Rakete abgeschossen

Ein britisches Militärflugzeug ist am Sonntag von einer amerikanischen «Patriot»-Rakete nahe der kuwaitischen Grenze irrtümlich abgeschossen worden.

Patriot-Batterie (in Kuwait)© AFP

Ein britisches Militärflugzeug ist am Sonntag von einer amerikanischen «Patriot»-Rakete nahe der kuwaitischen Grenze irrtümlich abgeschossen worden. Das bestätigte der Oberbefehlshaber der britischen Truppen am Persischen Golf, Generalleutnant Brian Burridge. Nach Angaben aus britischen Militärkreisen handelte es sich um «Tornado»-Kampfflugzeug mit zwei Mann Besatzung.

«Es gibt Gründe anzunehmen, dass das Flugzeug von einer amerikanischen Patriot-Batterie auf dem Rückflug von einem Einsatz angegriffen wurde», sagte ein britischer Militärsprecher. «Das ist eine Tragödie.» Premierminister Tony Blair sagte: «Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen.»

Nach der vermissten Maschine und seiner Besatzung werde fieberhaft gesucht, hieß es weiter. Britische und US-Experten seien dabei, gemeinsam die Ursache herauszufinden. «Wir werden dem auf den Grund gehen um sicherzugehen, dass sich so etwas nicht wiederholt», sagte Burridge. Nach einem BBC-Bericht haben die für den aktuellen Abschuss in Frage kommenden Patriot- Abwehrstellungen nicht Flugzeuge zum Ziel, sondern feindliche Raketen.

Aus militärischen Quellen in Kuwait hieß es, es gebe täglich tausende Flugbewegungen in der Region, in der Nacht zum Sonntag seien allein 1500 Einsätze geflogen worden. Nach den Angaben hatte die Besatzung keine Chance, der Patriot-Rakete auszuweichen. Die Rakete sei mit dreifacher Schallgeschwindigkeit unterwegs, die «Tornado» fliege üblicherweise langsamer als der Schall.

An den vorausgegangenen beiden Tagen hatten Amerikaner und Briten bereits drei Hubschrauber bei Unfällen verloren. Dabei waren 19 Soldaten getötet worden. Im Golfkrieg 1991 war rund die Hälfte der britischen und amerikanischen Verluste durch «friendly fire», das heißt eigenen Beschuss, entstanden.

 
 
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