. .
Politik im Ausland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
1. April 2011, 08:03 Uhr

Entscheidende Kämpfe in Abidjans Straßen

Der blutige Machtkampf in der Elfenbeinküste steht offensichtlich vor der Entscheidung. In der Metropole Abidjan treiben Anhänger von Präsident Ouattara Wahlverlierer Gbagbo immer mehr in die Enge. Gbagbo will aber nicht weichen.

Elfenbeinküste, Machtkampf, Gbagbo, Ouattara, Kämpfe, Abidjan, Westafrika

Wie dieser Milizionär gehen die Gbagbo-Truppen in Deckung: Die Armee der Elfenbeinküste hat die Metropole Abidjan übernommen© Jean-Philippe Ksiazek/AFP

Der monatelange Machtkampf in der Elfenbeinküste steht offenbar vor einer Entscheidung. Truppen des im November gewählten Präsidenten Alassane Ouattara hätten in der Wirtschaftsmetropole Abidjan die Residenz des abgewählten Präsidenten Laurent Gbagbo angegriffen, sagte ein Sprecher Ouattaras dem US-Nachrichtensender CNN am Freitagmorgen. Das staatliche Fernsehen sei unter Kontrolle. Ouattaras Sprecher Patrick Achi sagte CNN, es werde nur noch "Stunden, vielleicht Tage" dauern, bis Gbagbo stürzen wird. Die Armee will nicht für Gbagbo kämpfen.

Alain Leroy von der UN-Mission in der Elfenbeinküste (Unoci) sagte dem französischen Fernsehsender France 24, seiner Einschätzung nach hätten die meisten Sicherheitskräfte Gbagbo im Stich gelassen. Der Chef der Unoci, Choi Young Jin , sagte dem Sender France Info, Gbagbo könne nur noch auf die Republikanische Garde und seine Spezialeinheiten zählen. 50.000 Polizisten und Gendarmen seien desertiert.

Gbagbo lässt Ultimatum verstreichen

Gbagbo weigert sich trotz Wahlniederlage im November 2010, die Macht dem international anerkannten Wahlsieger Ouattara zu übergeben. Gbagbo geht dabei seit Monaten mit Waffengewalt gegen seine Widersacher vor und attackiert auch immer wieder die mittlerweile etwa 10.000 UN-Friedenssoldaten im Land.

Ungeachtet des Vormarsches der Truppen Ouattaras ließ Gbagbo am Donnerstagabend ein Ultimatum verstreichen. Gbagbos Vertrauter Alain Toussaint sagte France 24, Gbagbo werde nicht zurücktreten und sich auch nicht einigen Rebellen ergeben. Der Ministerpräsident Ouattaras, Guillaume Soro, sagte dem Sender, dem abgewählten Präsidenten sei ein Ultimatum für seinen Rückzug bis 21 Uhr am Donnerstagabend gestellt worden.

Amnesty befürchtet humanitäre Katastrophe

Ouattaras Anhänger hatten zuvor den weltweit größten Kakao-Exporthafen San Pedro eingenommen. Die Regierung Ouattaras ordnete die Schließung aller Land-, Luft- und Seegrenzen des Landes an, wie CNN berichtete. Außerdem wurde eine nächtliche Ausgangssperre über Abidjan verhängt. Die Truppen des von der internationalen Staatengemeinschaft unterstützten Ouattara haben bereits die Hauptstadt Yamoussoukro eingenommen.

Die im Land stationierten UN-Truppen übernahmen die Kontrolle über den Flughafen Abidjans, der größten Stadt des Landes.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International warnte vor einer "humanitären Katastrophe" in Abidjan. "Die Konfliktparteien müssen sofort damit aufhören, die Zivilbevölkerung ins Visier zu nehmen", forderte die Organisation. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen haben die Kämpfe zwischen den Anhängern von Gbagbo und Ouattara bisher etwa 500 Todesopfer gefordert. Etwa eine Million Menschen seien auf der Flucht.

dho/DPA
 
 
Leser-KommentareBETA
MEHR ZUM ARTIKEL
Elfenbeinküste UN beschließen Sanktionen gegen Präsident Gbagbo

Seit Monaten weigert sich Laurent Gbagbo, die Macht in der Elfenbeinküste an seinen Nachfolger Alassane Ouattara zu übergeben. Hunderte Menschen starben bisher bei Kämpfen in dem Land. Jetzt haben die Vereinten Nationen Sanktionen gegen den Wahlverlierer beschlossen. mehr...

Resolutionsentwurf UN wollen Gewalt in der Elfenbeinküste stoppen

Im Schatten der Ereignisse in der arabischen Welt und der Dreifach-Katastrophe in Japan eskaliert in der Elfenbeinküste die Gewalt. Machthaber Gbagbo, Verlierer der letzten Wahl, klammert sich an die Macht. Frankreich und Nigeria haben den Weltsicherheitsrat alarmiert. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe