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17. September 2009, 08:15 Uhr

USA und EU streiten über Boni-Begrenzung

US-Präsident Barack Obama ist dagegen, die Europäer sind dafür: Im Ringen um eine Deckelung von Managereinkünften gibt es in den USA und der EU konträre Standpunkte. Die europäischen Regierungschefs sind notfalls zu einem Alleingang bereit. Ein heißes Thema für den kommenden G-20-Gipfel.

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Hält nichts von einem "Change" bei Managergehältern: US-Präsident Barack Obama© Larry Downing/Reuters

US-Präsident Barack Obama ist gegen die Deckelung von Manager-Einkünften, wie sie nach den Erfahrungen der Finanzkrise beim G-20-Gipfel in Pittsburgh diskutiert werden soll. Obamas Berater für internationale Wirtschaftsfragen, Mike Froman, sagte am Mittwoch (Ortszeit) vor Journalisten in Washington, Obama sei gegen die Idee, "individuelle Höchstgrenzen der Bezahlung vorzuschreiben". In Europa gibt es dagegen zahlreiche Anhänger des Vorhabens, bei Prämienzahlungen für Bankmanager eine Höchstgrenze festzulegen. Der französische Präsident Nicolas Sarkozy hatte vor einigen Tagen sogar gedroht, das Treffen in Pittsburgh bei fehlenden Ergebnissen platzen zu lassen. Um das Thema geht es auch bei einem Arbeitsessen der Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union an diesem Donnerstag in Brüssel.

Nach Auffassung von Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker muss die EU bei der Begrenzung von Bonus-Zahlungen für Bankmanager notfalls alleine vorangehen. Er glaube zwar an einen Erfolg des bevorstehenden G20-Gipfels, sagte der luxemburgische Ministerpräsident am Donnerstag im Deutschlandfunk, denn keiner der Teilnehmer könne sich ein Scheitern erlauben. Falls aber die USA beim Thema der Boni nicht mitzögen, dürfe dies die Europäer nicht aufhalten: "Dann braucht es einen europäischen Alleingang, der so viel an Dynamik mit der Zeit entwickeln wird, dass die Amerikaner sich solidarischem, international koordiniertem Vorgehen nicht verschließen können."

Größe von Banken begrenzen

Vom am Abend beginnenden Sondertreffen der EU-Staats- und Regierungschefs zur Vorbereitung des Gipfels erwarte er Fortschritte auch bei der Begrenzung der Größe von Banken, sagte Juncker. Unter den EU-Regierungen wachse die Erkenntnis, dass man Banken nicht einfach so weit wachsen lassen könne, dass sie im Fall von Schwierigkeiten Staaten erpressen könnten. Dies könne etwa über höhere Eigenkapitalanforderungen bei wachsender Größe der Bank geschehen: "Das ist ein Weg, der wird ohne jeden Zweifel beschritten werden."

Bewegung unter den EU-Staaten gebe es auch in der Frage der Einführung von Malus-Regeln für die Gehälter von Bankmanagern. Viele am europäischen Tisch seien der Auffassung, dass es ein Bonus-System ohne ein paralleles Malus-System nicht geben könne. Dazu müssten Bonus-Regelungen an der langfristigen Geschäftsentwicklung der jeweiligen Bank ausgerichtet werden: "Wenn das schiefgeht, müssen auch die Zahlungen an die Bankmanager zurückgedreht werden können", sagte Juncker.

AFP/Reuters
 
 
KOMMENTARE (3 von 3)
 
bernie-abg (17.09.2009, 11:10 Uhr)
Die Deckelung...
...der Boni halte ich für Blendwerk.
Der Finanzmarkt muß so reguliert werden, daß er den Bürgern Nutzen bringt anstatt ihnen, wie derzeit, zu Schaden, reguliert die Höhe der Boni von selbst.



muemmelfrau (17.09.2009, 10:47 Uhr)
boni nur für nachhaltigen erfolg
boni sollte es nur für nachhaltigen erfolg geben.
spielen die amerikaner nicht mit, dann eben ohne sie.
eine weitere verweigerung, gerade der politik in europa, wird in den nächsten jahren hauptsächlich die linken stärken und das nicht zu unrecht.
BiffBoffo (17.09.2009, 10:31 Uhr)
Lösung!
Es wird ein schwellenwert festgelegt. Sagen wir das 20x eines Arbeiters. Wenn dieser überschritten ist, wird der überschuss auf alle Mitarbeiter verteilt die kein Bonisystem haben.

Das finde ich eine Faire und tolle sache. Zu beachten hier, die gier sagt nein der soziale ja.
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