4. Februar 2012, 09:08 Uhr

Manning wird vor US-Militärgericht gestellt

Die Vorwürfe wiegen schwer: 700.000 geheime Dokumente soll Bradley Manning weitergegeben haben. Jetzt wird er vor ein US-Militärgericht gestellt. Dem Ex-Soldaten droht eine lebenslange Haftstrafe.

Der mutmaßliche Wikileaksinformant Bradley Manning muss vor ein US-Militärgericht. Dies kündigte am Freitag die US-Armee an. Damit billigt sie nach eigenen Angaben eine entsprechende Empfehlung der Justiz.

Dem entlassenen Soldaten und ehemaligen Nachrichtenspezialisten wird vorgeworfen, während seines Dienstes im Irak mehr als 700.000 geheime US-Diplomatenberichte an das Internet-Enthüllungsportal WikiLeaks weitergegeben zu haben. Dazu gehören Militärdokumente zu den Kriegen im Irak und Afghanistan sowie rund 260.000 vertrauliche Depeschen des US-Außenministeriums. Zwischen Juli 2010 und September 2011 veröffentlichte Wikileaks die skandalträchtigen Unterlagen im Internet. Dies sorgte weltweit für Wirbel und stürzte die USA in eine diplomatische Krise.

Ein Militärrichter werde die Daten für die Verlesung der Anklage, den Beginn der Anhörungen sowie des eigentlichen Prozesses festsetzen, erklärte die US-Armee. Dem 24-Jährigen werden Verbrechen in 22 Punkten vorgeworfen, darunter die unrechtmäßige Verbreitung von Geheimdokumenten über das Internet und die Unterstützung des Feindes. Dafür könnte Manning zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt werden.

Manning soll die geheimen Daten während seiner Stationierung im Irak von Militärrechnern heruntergeladen haben. Im Mai 2010 wurde der Obergefreite auf seinem Stützpunkt nahe Bagdad festgenommen. Laut den Ermittlern wurden auf Mannings Computern Kontaktdaten für Wikileaks-Mitgründer Julian Assange und zahlreiche militärische Dokumente gefunden.

roh/AFP/Reuters
 
 
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