. .
Politik im Ausland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
27. März 2011, 10:32 Uhr

Schwere Krawalle beenden Demo gegen Sparpolitik

Hunderttausende Menschen gingen in London gegen den Sparkurs der Regierung auf die Straße. Doch nach den friedlichen Protesten kam es in der britischen Hauptstadt zu schweren Randalen. Vermummte Demonstranten lieferten sich Auseinandersetzungen mit der Polizei, zahlreiche Menschen wurden verletzt.

Proteste, Krawalle, London, Massenproteste, Sparpolitik, britische Regierung, Großbritannien, Sparkurs

Ein Polizist geht der Proteste gegen den Sparkurs der britischen Regierung gegen einen Demonstranten vor© Carl de Souza/AFP

Nach friedlichen Protesten gegen den drastischen Sparkurs der britischen Regierung ist es am Samstag in London zu Krawallen gekommen. Nach Angaben der Fernsehsender Sky News und BBC wurden mehr als 200 Menschen festgenommen. Mehr als 80 Menschen wurden verletzt. Die Polizei sprach von 31 verletzten Beamten. Militante Demonstranten hätten Scheiben zertrümmert, Bankfilialen angegriffen, Farbbomben geworfen und Brände gelegt.

Mehr als 250.000 Menschen waren laut dem BBC-Bericht in der Innenstadt gegen den Sparkurs auf die Straße gegangen. Bei der Kundgebung warnten Studenten, Lehrer, Krankenschwestern und Angestellte aus dem Öffentlichen Dienst vor schmerzhaften Einschnitten in die Haushalte als Folge der Wirtschaftskrise. Es war die bislang größte Protestveranstaltung gegen die Regierung von Premier David Cameron. Konservative und Liberale haben angekündigt, die Neuverschuldung drastisch zu senken.

Bereits am frühen Morgen hatten sich Tausende in der Nähe des Regierungssitzes versammelt, viele waren mit Sonderbussen aus dem ganzen Land angereist. Im Laufe des Tages zogen die Demonstranten durch die Innenstadt zu einer Kundgebung in den Hyde Park.

Der Gewerkschaftsverband TUC hatte angekündigt, dass die Demonstration die Größte seit den Protesten gegen den Irak-Krieg 2003 werden solle. Rund 4500 Polizisten waren in London im Einsatz, um Gewaltausbrüche zu verhindern.

Flaschen und Farben auf Banken und Geschäfte

Einige Gruppen hatten Aktionen wie das Besetzen großer Geschäfte und Banken in der Innenstadt angekündigt. Eine Gruppe von mehreren hundert schwarz gekleideten Demonstranten blockierte den Verkehr in der Innenstadt, zündete Feuerwerkskörper, warf Farben und Flaschen auf Bankgebäude und Geschäfte, schlug Scheiben ein und besetzte ein Luxus-Kaufhaus. Nach Polizeiangaben wurden zudem Ammoniak-Kapseln auf Sicherheitskräfte geworfen. Der größte Teil der Demo sei allerdings sehr friedlich verlaufen, teilten die Behörden mit. Viele Teilnehmer hatten ihre Kinder dabei. Der Zug wurde von Musikgruppen begleitet.

Unter den Demonstranten waren zahlreiche Angestellte des Öffentlichen Dienstes, die auf Plakaten und in TV-Interviews ihrer Wut Ausdruck verliehen. Bei der Kundgebung im Hyde Park sprach unter anderem der Chef der sozialdemokratischen Labour Partei, Ed Miliband. Er gestand ein, dass "einige Einschnitte" nötig seien. Die derzeitige konservative Tory-Regierung gehe jedoch den falschen Weg.

Großbritannien kämpft gegen die Folgen der Wirtschaftskrise und versucht den Problemen mit einer Mischung aus höheren Steuern und Einsparungen zu Leibe zu rücken. Zu Jahresbeginn war die Mehrwertsteuer auf 20 Prozent erhöht und den Kommunen ein Sparprogramm auferlegt worden. Am Mittwoch hatte Schatzkanzler George Osborne den Sparkurs vorgestellt. Die Neuverschuldung soll von 146 Milliarden Pfund (166 Milliarden Euro) im laufenden Jahr auf nur noch 29 Milliarden Pfund im Jahr 2015 sinken.

mlr/DPA/AFP
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Sparhaushalt in Großbritannien Sogar die Queen muss bluten

Tag der Wahrheit in Großbritannien: 95 Milliarden Euro will die Regierung einsparen und so das riesige Defizit des Landes etwas kleiner machen. Konkret heißt das: 500.000 Beamtenstellen fallen weg - und selbst Queen Elisabeth II. bleibt von den Kürzungen nicht verschont. mehr...

Großbritannien Auf der Insel kreist der Sparhammer

Die Angst geht um in Großbritannien: Jeder weiß, dass gespart werden muss. Doch noch weiß keiner, wo die Regierung das Skalpell ansetzen wird. Auf dem Parteitag der Konservativen wurden jetzt die ersten Opfer ausgemacht. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe