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26. Juli 2008, 10:23 Uhr

McCain trifft Dalai Lama - Kritik an China

John McCain, der republikanische US-Präsidentschaftskandidat, hat nach einem Treffen mit dem Dalai Lama die Menschenrechtslage in China kritisiert. Er forderte die Freilassung tibetischer Gefangener und Autonomie für Tibet. Zuvor hatte McCain die Irak-Politik seines Rivalen Barack Obama scharf gerügt.

Ihr erstes Treffen: Der Dalai Lama und der republikanische US-Präsidentschaftskandidat John McCain© Carolyn Kaster/AP

Der republikanische US-Präsidentschaftskandidat John McCain hat nach einem Treffen mit dem Dalai Lama von China die Freilassung von tibetischen Häftlingen gefordert. "Ich verlange von der chinesischen Regierung die Freilassung von tibetischen Gefangenen, einen ernsthaften Dialog mit dem Dalai Lama und wahrhafte Autonomie für Tibet" sagte McCain am Rande einer Wahlkampfveranstaltung in Aspen in Colorado. Der Dalai Lama, das geistliche Oberhaupt der buddhistischen Tibeter, hält sich derzeit wegen einer Konferenz in den USA auf. Bei den antichinesischen Unruhen im März in Tibet war es zu zahlreichen Verhaftungen gekommen. China solle die Menschenrechte achten, fügte McCain hinzu.

Es war den Angaben zufolge das erste Treffen zwischen McCain und dem Dalai Lama. Der Friedensnobelpreisträger betonte, die Unterredung habe keinen politischen Hintergrund. Doch fühle er sich geehrt, mit "seinem alten Freund" zusammengekommen zu sein.

Zuvor hatte McCain die Irak-Politik seines Rivalen Barack Obama scharf kritisiert. Er warf dem demokratischen Senator aus Illinois vor, die militärische Lage im Irak falsch eingeschätzt zu haben. McCain betonte, er habe die von Präsident George W. Bush angeordnete Truppenaufstockung im Irak unterstützt, Obama dagegen nicht. Der ganze Nahe Osten hätte in einem Krieg versinken können, wenn die US-Truppen wie von Obama befürwortet vorzeitig aus dem Irak zurückgezogen worden wären, sagte Mccain

Obama hat für den Fall seiner Wahl zum Präsidenten einen Rückzug der US-Kampftruppen aus dem Irak innerhalb von 16 Monaten angekündigt. Obama beendet am Samstag in Großbritannien seine einwöchige Nahost- und Europareise. Er machte dabei auch im Irak Station.

Reuters/AP
 
 
KOMMENTARE (5 von 5)
 
SethusCalvisius (29.07.2008, 00:36 Uhr)
Beeindruckend,
wie die Kommentatoren hier es schaffen, eine Persönlichkeit wie den Dalai Lama in 2 bis 3 Zeilen zu charakterisieren. (und das noch so wunderbar differenziert wie "senil" oder "unehrlich") Vor so viel Sachkenntnis muss man den Hut ziehen! Schade, dass Sie nicht im Nobelpreiskomittee saßen, das ihm 1989 (wahrscheinlich irrtümlich) den Friedensnobelpreis verliehen hat.
gmathol (27.07.2008, 02:43 Uhr)
Seine Unehrlichkeit der Dalai Lama...
...hat bekanntermassen einen einseitigen Schlaechterkomplex. Niemals war Kritik von seiner "Helligkeit" zum Iraq Krieg zu hoeren, dafuer tourt seine rot/gelb gekleidete "Unterhaltsamkeit" durch die Lande.
sachsenwini (26.07.2008, 13:38 Uhr)

So etwas macht sich doch immer gut.

Zusammen mit dem ewig lächelnden Wandermönch kann man doch den Eindruck vortäuschen, dass man sich um Menschenrechte sorgt, und gleichzeitig China ärgern.
.
Als ob sich die USA jemals Gedanken um Sektenführer und deren Autonomie gemacht hätten.
Parvis (26.07.2008, 12:02 Uhr)
Nun ist der Dalai Lama, @seeleflieger,
so ziemlich alles, nur eins nicht - nämlich ehrenwert.
Schauen sie sich einfach seine Biografie an.
seelenflieger (26.07.2008, 11:50 Uhr)
Wie bitte?!
Dieses amerikanische Sommertheater nimmt immer absurdere Züge an. Und jetzt ist auch noch der ehrenwerte Herr Lama ins Boot gesprungen und behauptet doch allen Ernstes, dass sein medienwirksames Treffen mit dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten keinen politischen Hintergrund gehabt hätte! Wer ist jetzt eigentlich sensiler: McCain oder das Lama?
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