Knapp zwei Monate nach den gewaltsamen Ausschreitungen in der kasachischen Stadt Schanaosen mit mehreren Toten hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Aufklärung über die Ereignisse gefordert. "Ich habe den Präsidenten darin unterstützt, dass unbedingt ein Untersuchungsausschuss eingesetzt werden muss, der versucht, die Dinge wirklich klar an den Tag zu bringen, was dort vor sich gegangen ist", sagte Merkel am Mittwoch nach einem Treffen mit Kasachstans Präsident Nursultan Nasarbajew in Berlin. Deutschland werde diesbezüglich mit Kasachstan im Gespräch bleiben.
Nasarbajew versicherte eine lückenlose Aufklärung der Ereignisse, verteidigte aber zugleich das Vorgehen der Sicherheitskräfte bei den Ausschreitungen Mitte Dezember, bei denen mindestens 17 streikende Ölarbeiter getötet worden waren. Auch Deutschland würde bei Ausschreitungen "für Sicherheit sorgen", sagte Nasarbajew. Zugleich betonte er, Kasachstan habe seit seiner Unabhängigkeit vor 20 Jahren bereits viel erreicht, die Entwicklung hin zur Demokratie brauche aber Zeit.
Bei dem Treffen der Kanzlerin mit dem kasachischen Präsidenten unterzeichneten beide Seiten eine Rohstoffpartnerschaft, die Deutschland vor allem Zugang zu sogenannten seltenen Erden in dem zentralasiatischen Land beschaffen soll. Kasachstans Rohstoffvorkommen gelten als die fünftgrößten der Erde. Deutschland wiederum will eigene Technologien an Kasachstan liefern.