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8. Juli 2009, 06:58 Uhr

Obama will Israel keine freie Hand lassen

Diplomatie geht vor: US-Präsident Barack Obama stellte klar, dass die USA Israel nicht erlaubt hat, militärisch gegen den Iran vorzugehen. Eine Aussage seines Vizes Joe Biden war am Wochenende so interpretiert worden. Unterdessen hat Irans Präsident Ahmadinedschad im TV die umstrittenen Wahlen als die "freiesten der Welt" bezeichnet.

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US-Präsident Barack Obama (hier mit seinem Berater David Axelrod) will den Konflikt mit dem Iran diplomatisch lösen© Saul Loeb/AFP

Die USA haben Israel nach Worten von Präsident Barack Obama keinesfalls grünes Licht für einen Militärschlag gegen den Iran gegeben. Es sei die Strategie der USA, den Konflikt über das iranische Nuklearprogramm per Diplomatie auf friedlichem Wege zu lösen, sagte Obama am Dienstag während seines Russland-Besuches in einem Interview mit dem Fernsehsender CNN. Die USA könnten zwar anderen Ländern nicht deren Sicherheitsinteressen vorschreiben. Seine Regierung habe der Regierung in Israel jedoch direkt gesagt, wie wichtig es sei, das Problem auf internationalem Wege zu lösen, ohne einen schweren Konflikt im Nahen Osten auszulösen.

Vizepräsident Joe Biden hatte am Wochenende gesagt, Israel habe als Staat ein Recht selbst zu entscheiden, wie es mit dem Atomprogramm im Iran umgeht. Auf die Frage, ob Biden mit dieser Aussage grünes Licht für einen Angriff signalisieren wolle, antwortete Obama: "Auf gar keinen Fall".

Der ranghöchste Offizier der US-Armee warnte jedoch, dass die Zeit für einen Dialog mit dem Iran ablaufe. Es sei kritisch, eine Lösung zu erreichen, bevor das Land Nuklearwaffen entwickele oder durch einen Militärschlag durch Israel oder die USA daran gehindert werde, sagte Admiral Mike Mullen bei einer Rede in Washington.

Ahmadinedschad: "Freieste Wahl der Welt"

Unterdessen verteidigte der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad erneut seinen angeblichen Wahlsieg gegen Zweifel von Oppositionellen. "Das war die sauberste und freieste Wahl der Welt", sagte der Politiker am Dienstag in einer Ansprache im staatlichen Fernsehen. Es seien keine Fehler festgestellt worden, und die ganze Nation habe dies zur Kenntnis genommen. Angesichts des offiziellen Wahlergebnisses von 85 Prozent erklärte Ahmadinedschad den Beginn einer neuen Epoche für den Iran. In der Hauptstadt Teheran riefen viele Menschen während der Rede "Tod dem Diktator" und "Allah ist groß". Nach der Wahl am 12. Juni gab es wegen mutmaßlichen Fälschungen Proteste und Aufruhr mit Toten und Verletzten. Die Polizei, die Revolutionsgarden und die berüchtigte Basidsch-Miliz gehen seitdem mit großer Härte gegen Regimekritiker vor. Menschenrechtsexperten der UN beklagten am Monat den exzessiven Einsatz von Gewalt, die Misshandlung von Gefangenen und willkürliche Festnahmen. Die Opposition, die der Regierung Wahlmanipulation vorwirft, forderte die umgehende Freilassung aller nach der Wahl Inhaftierten.

Der iranische Präsident warf westlichen Ländern abermals "Einmischung" in die iranische Wahl vor und sagte, das Parlament des Landes prüfe derzeit als Reaktion darauf die mögliche Herabstufung der diplomatischen Beziehungen zu Großbritannien, Frankreich und Deutschland. Die EU hatte der der Teheraner Regierung zuvor wegen der Festnahme von britischen Botschaftsangestellten erstmals offiziell mit Sanktionen gedroht. Wie die schwedische EU-Ratspräsidentschaft in Stockholm mitteilte, überreichten die Botschafter der derzeitigen Troika aus Schweden, Tschechien und Spanien gemeinsam im Teheraner Außenministerium eine Protestnote.

Darin verlangte die Union die sofortige Freilassung des einzigen noch inhaftierten iranischen Beschäftigten aus der britischen Botschaft. Sollte das nicht geschehen, werde die EU "weitere Schritte einleiten". Ende Juni waren neun Botschaftsmitarbeiter in Teheran festgenommen worden. Die restlichen Mitarbeiter kamen bereits wieder frei. Die Union stehe auch hinter Frankreichs Forderung nach Freilassung einer jungen französischen Universitätsdozentin.

Reuters/AP/DPA
 
 
KOMMENTARE (7 von 7)
 
Reality (08.07.2009, 13:23 Uhr)
@endbenutzer
Ob unser System besser ist oder nicht, darauf kommt es wohl nicht an.
Man kann, und das ist wohl entscheidend, gut damit verdienen.
allerdings nicht die kleinen Leute, die werden immer mehr geschröpft.
Aber es werden immer mehr Suppenküchen eröffnet.
Ist doch auch was - gelle...
endbenutzer (08.07.2009, 10:58 Uhr)
@guzziman:
"...Hunde, die bellen, beißen nicht..."
.
Und wenn doch? Wer z.B. verbietet dem Iran oder Nordkorea irgendein Land anzugreifen? Auch die USA? Ganz sicher nicht. Ich bin übrigens auch gegen Atomwaffen. Trotzdem finde ich es immer wieder erstaunlich, dass die USA und Russland Atomwaffen bauen können wie sie wollen. Andere Länder dagegen wird dies "verboten". Wer hat eigentlich das Recht in Gut und Böse zu unterteilen? Der stärkere etwa? Nur weil wir in einer sogenannten "Freiheit" leben und konsumieren dürfen was wir wollen, muss unser System nicht zwangsläufig auch das Bessere sein.
Wertlos (08.07.2009, 10:12 Uhr)
Kalter Krieg oder bald echter??
Das Israel mit seinen Nachbarländern eher in einem Kalten Krieg ist könnte man ja auch mal ganz Krass sagen.
Allerdings sollte grade Europa und USA anfangen keine Militärischen Güter oder Ersatzteile an Israel zu Liefern.
Denn dann wären Sie Schätzungsweise auch nich mehr so Agressiv.
Ohne Nachschub kein Krieg.
Mitleserin (08.07.2009, 09:47 Uhr)
Welcher Größenwahn von den USA?
USA ist ein Geldgeber Israels. Daher kann USA sehr wohl vorschreiben, was zu machen ist.
endbenutzer (08.07.2009, 09:15 Uhr)
Erlaubnis zum Krieg?
Zitat: "...Die USA haben Israel nach Worten von Präsident Barack Obama keinesfalls grünes Licht für einen Militärschlag gegen den Iran gegeben..."
.
Ist Israel denn kein souveräner Staat? Muss vorher immer der Onkel aus Amerika gefragt werden? Ich bin ja wirklich gegen Krieg - egal aus welchen Gründen. Dass hier aber wieder einmal die USA den Weltpoizisten rauskehrt, finde ich schon etwas befremdlich.
Reality (08.07.2009, 08:48 Uhr)
Der Krieg gegen den Iran wird wohl deswegen kommen...
weil ihn Israel will.
Genauso will wie jenen Krieg gegen den Irak damals.
Es geht Israel um die Vormachtstellung, um ein Groß-Israel.
Da kann sich der Iran anstrengen wie er will. Er kann Atomwaffen haben oder auch nicht (wie die Iakrer seinerzeit keine Massenvernichtungswaffen hatten) es ist völlig egal.
Israel will den Krieg und wird ihn auch führen und wenn es wieder die USA in den Krieg treiben muss.
Wenn also Krieg, der dritte Weltkrieg ausbrechen sollte, muss man zwangsläufig ob man will oder nicht, den Auslöser in Israel suchen.
Es ist dumm zu denken dass Iran jemals Israel angreifen würde.
Denn dann würde der Iran ausgelöscht werden. Soweit können selbst die härtesten und radikalsten islamischen Fundamentalisten im Iran denken. Angst machen vielmehr die fundamentalistischen Israelis mit ihrem Gottesstaatsdenken, ihrem Gross-Israel ihrem Gottes-Ausserwähltseindenken.
Ansonsten ist mir dieses Volk, die Menschen Israels nicht unsymphatisch.
AttaTroll (08.07.2009, 08:18 Uhr)
Freie Hand??
Allein die Frage zeigt schon, wie absurd diese ganze Geschichte ist: Sobald die USA also ein Land (Israel) "authoriseren" einen X-beliebigen anderen Staat heimtückisch zu überfallen, zu zerstören und per Bombardements dessen Zivilbevölkerung zu ermorden, hat alles seine Richtigkeit???? Das zeigt mal wieder die Arroganz und den Größenwahn der USA - egal ob Bush hin oder Obama her.
Obama will also den Israelis ihre 'Sicherheitsinteressen' nicht vorschreiben. Im Prinzip ist das ja löblich, aber nur wenn es für ALLE Länder gilt. Was ist mit den Sicherheitsinteressen des Iran? Vielleicht fühlt der sich ja auch von der Atommacht Israel bedroht? Falls er überhaupt eine Bombe baut...
Das Ganze ist so durchsichtig und widerlich, dass einem schlecht werden kann. Zumal - laut Berichten in diversen Medien - Obama dem Hardliner und Kriegsliner Netanjahu bereits versprochen hat, Diplomatie gegenüber dem Iran nur noch bis zum Ende dieses Jahres zu pflegen.
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