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Granaten und Raketen explodierten, es gab Tote zu beklagen. Dennoch war die Parlamentswahl für viele Iraker ein "Festtag", wie Ministerpräsident al-Maliki feststellte. US-Präsident Obama zollte den Wählern Respekt, dass sie sich trotz aller Widrigkeiten nicht davon abhalten ließen, ihre Stimme abzugeben.
Die Iraker wählen ein neues Parlament. Ging es bei den bisherigen Wahlen um Religion und Ethnien, rücken nun alltägliche Sorgen in den Mittelpunkt - und immer mehr Frauen wollen sie lösen.
Der SPD-Politiker Gernot Erler warnt vor zuviel Euphorie über die Irak-Wahlen. Zwar sei die neue Demokratie zu begrüßen, doch die Art und Weise wie die Amerikaner vorgegangen seien, dürfe keine Schule machen.
Im Irak fehlt es an Ärzten. Sie sind ermordet worden, verschollen oder haben das Land verlassen. Weil es im Land selbst zu gefährlich ist, versorgt die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" irakische Kriegsopfer in Jordanien. Über die Arbeitsbedingungen und seine Patienten vor Ort erzählt der deutsche Chirurg André Eckardt im stern.de-Interview.
Schiiten liegen Sunniten in den Armen, die Menschen schwenken Fahnen, Soldaten feuern Gewehrsalven in die Luft. Im Freudentaumel über ihre Fußball-Helden, die den Asia-Cup gewonnen haben, vereint sich die irakische Bevölkerung - ein kleines Wunder in dem geschundenen Land.
Die USA und die EU nennen sie "historisch": Bei der Parlamentswahl im Irak hatten die Wahllokale wegen des großen Andrangs länger geöffnet. Entgegen den Erwartungen, verlief sie einigermaßen friedlich - für irakische Verhältnisse zumindest.
Es gilt ein striktes Fahrverbot und die Regierung hat vorübergehend sogar die Landesgrenzen geschlossen. Trotzdem explodierten beim Auftakt der irakischen Parlamentswahlen mehrere Bomben und rissen drei Sicherheitsbeamte in den Tod. Ein gefährlicher Tag für Wähler und Kandidaten.
Sie wollen die Kämpfe um die "brennende Stadt" beenden. Zehntausende irakische Schiiten folgen dem Aufruf des religiösen Führers Großajatollah al Sistani nach Nadschaf zu pilgern. Nach ihrer Ankunft sollen die Waffen 24 Stunden schweigen.
Großajatollah Ali al Sistani hat die Iraker zu einem Marsch nach Nadschaf aufgefordert, "um die Amerikaner zu vertreiben". Al Sadr, politischer Rivale Al Sistanis und seit Wochen von US-Soldaten belagert, schloss sich dem Aufruf an.
Für Amerikaner im Irak zu arbeiten ist sehr gefährlich. Ein Asylgrund ist es nicht. In den ersten acht Monaten nach dem Fall der Regierung von Saigon 1975 wurden 180.000 vietnamesische Flüchtlinge in den USA aufgenommen. Seit dem Sturz Saddam Husseins im April 2003 bekamen 692 Iraker in den USA Asyl. Sicherheitsmaßnahmen, die nach dem 11. September 2001 in Kraft gesetzt wurden, hätten den Prozess verlangsamt, erklärte Ellen Sauerbrey, Leiterin des Büros für Flüchtlingsangelegenheiten im amerikanischen Außenministerium. Außerdem habe man sich in den ersten Jahren vor allem bemüht, Irakern, die vor Saddam geflohen waren, die Rückkehr in die Heimat zu ermöglichen. Nun zieht der Flüchtlingsstrom aber schon eine ganze Weile in die andere Richtung, und er ist stärker, als er unter Saddam je war. Zwei Millionen Iraker sollen nach Schätzung des UNHCR das Land seit 2003 verlassen haben, die meisten in Richtung Jordanien – da sind jetzt die Grenzen aber für alle unter 35 Jahren dicht – und gen Syrien. Wer im Irak (ausgenommen ist der kurdische Norden) für die Amerikaner arbeitet, riskiert täglich sein Leben. Allein der Weg in die „Green Zone“, jene vom Rest der Stadt abgeteilte Hochsicherheitszone am Tigrisufer, wo die US-Botschaft, die irakischen Ministerien und zahlreiche ausländische Organisationen liegen, ist brandgefährlich. Drei Sicherheitskontrollen müssen passiert werden, die erste ist die gefährlichste, wiederholt haben sich dort Selbstmordattentäter neben den Wartenden gesprengt. Zudem läuft, wer dort jeden Tag hingeht, Gefahr, beobachtet und als Entführungs- oder Mordopfer ausgeguckt zu werden. So mancher Green-Zone-Gänger hat später Drohbriefe zu Hause an der Tür gefunden. Dolmetscher, die mit der US-Armee unterwegs sind oder mit amerikanischen Delegationen, tragen bei der Arbeit eine Maske, um ihre Identität zu verbergen (das machen allerdings selbst viele irakische Polizisten. Verkehrte Welt: Während Kriminelle am hellichten Tag unmaskiert rauben und morden, verstecken die Polizisten ihr Gesicht). Jeder, der mit Ausländern, egal welcher Herkunft, egal in welchem Job arbeitet, hält inzwischen seine Arbeit vor Familie, Freunden und vor Fremden erst recht geheim. Es sind schon Putzfrauen ermordet worden, weil sie den falschen Arbeitgeber hatten. Die zuständigen amerikanischen Behörden versprachen, den Aufnahmeprozess zu beschleunigen und die Zahl der Aufzunehmenden zu erhöhen. 692 Iraker in vier Jahren. Allein in Syrien leben eine Million irakische Flüchtlinge.
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