22. Juni 2012, 11:19 Uhr

Geiselnahme der Taliban endet in Blutbad

Stundenlang hatten sich radikalislamistische Taliban mit mehreren Geiseln in einem beliebten Urlauberhotel nahe Kabul verschanzt. Bei heftigen Feuergefechten gab es mindestens 26 Tote.

Die afghanische Polizei hat die Geiselnahme in einem Hotel nahe der Hauptstadt Kabul nach zwölf Stunden für beendet erklärt. Bei dem Überfall bewaffneter Taliban-Kämpfer sind mindestens 26 Menschen ums Leben gekommen, darunter sieben Angreifer, sagte Kabuls Polizeichef Ajub Salangi. Auch 15 Zivilisten, drei Wachleute und ein Polizist seien getötet worden. Den Angaben zufolge hielten sich rund 400 Menschen in dem an einem See gelegenen Anwesen in Kargah auf.

Kämpfer der Taliban hatten in der Nacht zum Freitag das Ausflugshotel vor den Toren der Hauptstadt Kabul gestürmt und sich darin verschanzt. Wie Polizei und Nato mitteilten, lieferten sie sich über Stunden ein heftiges Feuergefecht mit afghanischen Sicherheitskräften und ausländischen Truppen.

Zivilisten als Schutzschilde missbraucht

Während rund 40 Hotelgäste in Sicherheit gebracht werden konnten, waren am Vormittag noch immer Dutzende andere in dem Hotel eingeschlossen. Die Aufständischen hätten die Zivilisten als menschliche Schutzschilde missbraucht, sagte ein Sprecher des Innenministeriums in Kabul.

Die Nato bestätige eine Beteiligung internationaler Truppen. Der Einsatz werde von afghanischen Kräften geführt und durch ausländische Truppen unterstützt, sagte Major Adam Wojack. Berichte über Opfer unter den internationalen Kräften gebe es aber nicht.

Das Hotel ist ein bei wohlhabenden Afghanen beliebtes Ausflugsziel. Die Taliban bekannten sich zu dem Angriff, er habe Afghanen und Ausländern gegolten, die das Hotel für "wilde Partys" missbrauchten. Kargah ist ein beliebtes Ausflugsziel rund 25 Kilometer westlich von Kabul. Afghanen verbringen dort gern den arbeitsfreien Freitag.

be/DPA
 
 
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