17. März 2012, 14:53 Uhr

Mindestens 27 Menschen sterben bei Bombenanschlägen

Bei zwei Bombenanschlägen in der syrischen Hauptstadt Damaskus sind nach Regierungsangaben mindestens 27 Menschen getötet worden.

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Zerstörte Autos nach einer Bombenexplosion in Damaskus©

Bei zwei Bombenanschlägen in der syrischen Hauptstadt Damaskus sind nach Regierungsangaben mindestens 27 Menschen getötet worden. 97 weitere Menschen seien verletzt worden, die meisten von ihnen Zivilisten, sagte Gesundheitsminister Wael al-Halaki im Sender Syria News. Ein arabischer Diplomat berichtete unterdessen, Saudi-Arabien habe über Jordanien Waffen an die Aufständischen der Freien Syrischen Armee geschickt.

Ein Oppositionsaktivist sagte AFP, die erste Explosion in Damaskus habe sich um 07.30 Uhr ereignet. Eine zweite, stärkere Detonation folgte demnach kurz darauf. Laut Staatsfernsehen galten die Anschläge Gebäuden der Kriminalpolizei und des Geheimdiensts der Luftwaffe. Es zeigte Bilder einer verkohlten Leiche in einem Fahrzeug sowie völlig zerstörte Gebäude und blutbespritzte Autos.

Die Anschläge ereigneten sich in den beiden zentralen Vierteln Al-Kasaa und Duwar al-Dschamarek. Kommentatoren im Staatsfernsehen gaben Katar und Saudi-Arabien die Schuld an den Anschlägen. Ihre Regierungen trügen "die politische, rechtliche und religiöse Verantwortung", sagte ein Kommentator. Die beiden Länder befürworten im Gegensatz zum Westen die Bewaffnung der Aufständischen gegen Präsident Baschar al-Assad.

Ein hochrangiger arabischer Diplomat sagte der Nachrichtenagentur AFP, Saudi-Arabien habe über Jordanien Militärgüter an die Freie Syrische Armee (FSA) geschickt. Es handele sich um eine saudiarabische Initiative, um die "Massaker in Syrien" zu beenden. Weitere Details würden später bekannt gegeben, sagte der Diplomat, ohne Angaben zur Art der Waffenlieferungen zu machen. Die von Deserteuren gegründete FSA verfügt bisher nur über leichte Waffen.

In den vergangenen Monaten haben immer wieder Bombenanschläge große syrische Städte erschüttert. Am 23. Dezember wurden bei einem Doppelanschlag auf Gebäude der Sicherheitskräfte in Damaskus 44 Menschen getötet. Anfang Januar starben durch eine Autobombe in der Hauptstadt erneut 26 Menschen. Am 10. Februar wurden bei zwei Bombenanschlägen in der nordsyrischen Stadt Aleppo 28 Menschen getötet und mehr als 230 verletzt.

Die Opposition wirft der Regierung vor, die Anschläge selbst verübt zu haben, um ihr Vorgehen gegen die Protestbewegung zu rechtfertigen. Einige Experten befürchten aber, dass das Terrornetzwerk Al-Kaida die Oppositionsbewegung unterwandert haben und hinter den Anschlägen stehen könnte. Im Februar hatte Al-Kaida-Chef Aiman al-Sawahiri in einer Videobotschaft seine Unterstützung der Revolte in Syrien erklärt.

Unterdessen teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit, in der nördlichen Provinz Aleppo seien zwei Polizisten getötet worden. Die unbekannten Angreifer hätten drei weitere Beamte verletzt. Nach Angaben der in London ansässigen Organisation eröffneten Sicherheitskräfte in Al-Rakka im Nordosten des Landes das Feuer auf einen Trauerzug für zwei getötete Demonstranten und verletzten dabei neun Menschen.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow betonte, der UN-Sondergesandte Kofi Annan strebe nicht den Rücktritt Assads an. Der Abschied des syrischen Präsidenten sei kein Thema bei Annans Besuch in Damaskus vergangenes Wochenende gewesen, sagte Lawrow laut der Internetseite des Außenministeriums. Am Sonntag soll eine UN-Delegation sich über die humanitäre Lage in Syrien informieren.

AFP
 
 
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