22. August 2012, 06:55 Uhr

Euroaustritt wäre "Katastrophe für Griechenland"

Dramatische Worte von Antonis Samaras. Kurz vor seinem Besuch in Berlin warnte Griechenlands Regierungschef, eine Rückkehr zur Drachme würde eine nie dagewesene Krise der Demokratie auslösen.

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"Am Ende wäre es wie in der Weimarer Republik": Griechenlands Regierungschef Antonis Samaras©

Griechenlands Ministerpräsident Antonis Samaras hat wenige Tage vor seinem Besuch in Deutschland einen Austritt aus der Eurozone kategorisch abgelehnt. Die Folgen einer Rückkehr zur Drachme "wären eine Katastrophe" für Griechenland, sagte Samaras der "Bild"-Zeitung. "Es würde mindestens fünf weitere Jahre Rezession bedeuten und die Arbeitslosigkeit über 40 Prozent steigen lassen. Ein Alptraum für Griechenland: wirtschaftlicher Kollaps, soziale Unruhen und eine nie dagewesene Krise der Demokratie", warnte der Ministerpräsident. "Am Ende wäre es wie in der Weimarer Republik."

Von der Europäischen Union verlangte Samaras mehr Zeit für Reformen. "Wir fordern kein zusätzliches Geld", sagte er dem Blatt. "Alles, was wir wollen, ist ein wenig Luft zum Atmen, um die Wirtschaft rasch in Gang zu bringen und die Staatseinnahmen zu erhöhen. Mehr Zeit bedeutet nicht automatisch mehr Geld."

"Wir müssen heraus aus dieser Negativ-Psychologie"

Samaras wird sich am Freitag in Berlin mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) treffen. Bereits an diesem Mittwoch kommt der Chef der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker, nach Athen, um mit dem griechischen Ministerpräsidenten und dessen Finanzminister Ioannis Stournaras über die nächsten Schritte in der Schuldenkrise zu beraten.

Mit Blick auf die europäischen Partner sagte Samaras: "Wir müssen heraus aus dieser Negativ-Psychologie, die wie ein tiefes schwarzes Loch ist. Die Griechen haben eine neue Regierung gewählt, um das Land auf neuen Kurs zu bringen. Wir kommen bei Strukturreformen und Privatisierungen voran."

mad/DPA
 
 
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